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"Brewed Coffee": Darum setzen viele wieder auf Filterkaffee

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Handfilter zurück: Darum trinken viele Kaffee wie zu Omas Zeiten

| evidero Redaktion

Bewusster Genuss statt dem Becher zum Mitnehmen: Handgefilterter Kaffee ist wieder angesagt.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bewusster Genuss statt dem Becher zum Mitnehmen: Handgefilterter Kaffee ist wieder angesagt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Filterkaffee liegt im Trend. Vor allem in deutschen Großstädten besinnen sich viele Menschen zurück auf die älteste Brühtradition für Kaffee: Sie filtern ihren frisch gemahlenen Kaffee mithilfe von Handfiltern wie in Großmutters Zeiten. Das ist umweltschonend und genussfreundlich - und weit entfernt von "Coffee to go".

Deutsche Kaffeebars bieten zunehmend die "neue alte" Brauart an, meist unter der internationalen Bezeichnung "Brewed Coffee". Das Wort "Filterkaffee" hat hierzulande immer noch ein angestaubtes Image. Es wird meist mit der Zubereitung durch eine herkömmliche Kaffeemaschine verbunden - und diese hinterließ oft keine guten Geschmackserinnerungen. Denn wer kennt ihn nicht: den säuerlich-bitteren Geschmack von Filterkaffee, der zu lange auf der Wärmeplatte der Kaffeemaschine steht?

Handfiltern macht den Unterschied 

Der neue "Brewed-Coffee" wird handgefiltert, zum Beispiel mit einem eigens dafür entwickelten Handfiltersystem wie der Chemex-Karaffe. Diese landete aufgrund ihres zeitlosen Designs sogar im New Yorker Museum für Modern Art. Es geht aber auch mit einem gewöhnlichen Handfilter mit entsprechender Karaffe.

Dazu benötigt man noch normale ökologische Papierfiltertüten. Die sollten vor dem Brühen mit heißem Wasser durchnässt werden, damit kein unnötiger Papiergeschmack den anschließenden Kaffeegenuss stört. Die Handfilter sieben die Bitterstoffe heraus, so dass die Kaffeearomen zur Geltung kommen.

Neue Welle des Kaffeegenusses

Ein Kaffeekenner benutzt zum Brühen natürlich nur frisch gemahlenen Kaffee aus ökologischer Produktion, frei von chemischen Rückständen. Gemahlener Kaffee, eingeschweißt in vakuumierte Verpackungen, oder gar Kaffee aus Kapseln für den Kaffeeautomaten, sind sowohl geschmacklich wie auch ökologisch tabu.

Den Menschen ist es immer wichtiger, woher ihr Kaffee kommt, wie er produziert, gehandelt und schließlich zubereitet und getrunken wird. Das neue Bewusstsein für einen nachhaltigen und genussorientierten Konsum ist ausschlaggebend für die neue Welle des Kaffeekonsums. 

Statt im Vorübergehen einen "Coffee to go" aus dem Pappbecher zu schlürfen, nutzen moderne Kaffeetrinker den Kaffeegenuss auch als Entschleunigung. Denn nicht nur das Zubereiten, auch das anschließende Trinken von handgebrautem Filterkaffee bedarf Zeit und Muße. Nicht umsonst hat dieser Trend seinen Ursprung in der Slow-Food-Bewegung - einer Vereinigung bewusster Genießer, die die Kultur des Essens und Trinkens durch eine nachhaltige Produktion unserer Lebensmittel aufrecht erhalten möchte.

Deshalb spielen beim Filterkaffee in der "Brewed Coffee"-Variante viele nachhaltige Faktoren eine Rolle: Seine Herkunft und damit die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Faktoren beim Anbau, die schonende Verarbeitung, kurze Handelswege sowie das anschließende Bewusstsein des Verbrauchers beim Kauf und Verzehr des fertigen Produkts.

Filterkaffee zubereiten und genießen

Es gibt in der Kaffeeszene viele verschiedene Arten, "Brewed Coffee" zuzubereiten. Hier eine Anleitung für eine gute und sichere Brühmethode zum Testen, die mit einfachem Equipment durchgeführt werden kann: 

  • Handfilter und Kanne bereithalten. 
  • Nehmen Sie Kaffee aus ökologisch einwandfreiem Anbau, möglichst frisch gemahlen. Wenn man den Kaffee eher dünn mag, dann ist eine grobe Mahlung am besten. Je feiner die Mahlung, desto intensiver, aber unter Umständen auch bitterer ist der Kaffee nach dem Brühen. 
  • Es gibt ein ziemlich genaues Verhältnis von Kaffeepulver und Wasser für den echten "Brewed Coffee". Das sind die Einheiten: Auf 7,7 Gramm Pulver kommen 125 Milliliter Wasser. Dann gilt 12g/195ml, 24g/390ml, 36g/585ml, 48g/780ml, 60g/975ml.
  • Das Wasser sollte zwischen 92 und 96 Grad heiß sein.
  • Der Papierfilter wird kurz mit warmem Wasser ausgespült, um möglichem Papiergeschmack vorzubeugen.
  • Das Kaffeepulver gleichförmig in den Filter einfüllen, so dass es eine plane Oberfläche hat.
  • Beim Einfüllen des Wassers erst sachte vorgehen und das Kaffeepulver von außen nach innen in kreisförmigen Bewegungen befeuchten, bis sich der Kaffee aufwölbt.
  • Das Wasser dann zunehmend kreisförmig auf das befeuchtete Kaffeepulver aufgießen, bis es einen Zentimeter über dem Kaffeepulver steht. Dann vorsichtig umrühren, ohne den Papierfilter zu berühren. Diese Prozedur solange wiederholen, bis das Wasser vollständig aufgebraucht ist.

Quelle: evidero Redaktion


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