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"Das große Fressen": So viel Fläche verbraucht ein Burger

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"Wir fressen den Planeten leer": So viel Fläche verbrauchen Braten und Burger

01.04.2015, 11:43 Uhr | feelgreen.de, dpa

Vor allem stark fleischhaltige Ernährung schlägt sich auf den Verbrauch von Ackerflächen und den Ausstoß von Treibhausgasen nieder. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Vor allem stark fleischhaltige Ernährung schlägt sich auf den Verbrauch von Ackerflächen und den Ausstoß von Treibhausgasen nieder. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Unsere Essgewohnheiten gefährden die Erde. Die Folge: Die Ackerflächen zur Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung werden immer knapper. Das berichten die Autoren der WWF-Studie "Das große Fressen".

"Wir sind dabei unseren Planeten leer zu fressen", warnte Tanja Dräger de Teran, WWF-Referentin für Nachhaltige Landnutzung, Klimaschutz und Ernährung. Bis 2050 verringern sich die fruchtbaren Flächen der Untersuchung zufolge pro Kopf und pro Jahr auf 1166 Quadratmeter. Das sei rund ein Viertel weniger als bisher für die Ernährung eines Deutschen im Schnitt benötigt wird.

Das bedeuten unsere Lieblingsspeisen für die Umwelt

Wie viel Ackerfläche für beliebte Gerichte beansprucht wird und wie hoch jeweils die Treibhausgasemission ist, verbildlicht folgende Darstellung:

 (Quelle: WWF)

 (Quelle: WWF)

(Quelle: WWF / Studie: "Das große Fressen")


Sechs Regeln für nachhaltige Ernährung

Viele Flächen, die für Ernährungszwecke in Deutschland genutzt werden, liegen im Ausland. "Wir müssen uns fragen, für die Erzeugung welcher Lebensmittel wir diesen Boden verwenden wollen", sagte Dräger de Teran. "Wenn verfügbare Flächen immer mehr schwinden, können wir uns den derzeitigen Lebensstil künftig nicht mehr leisten."

In Abstimmung mit Ernährungswissenschaftlern hat der WWF daher sechs Regeln aufgestellt, die abwechslungsreiche Ernährung mit den ökologischen Grenzen der Erde vereinbaren sollen:

  1. Werfen Sie so wenig Lebensmittel weg wie möglich.
  2. Gönnen Sie sich mehr frisches Obst und Gemüse und essen Sie öfter vegetarisch.
  3. Greifen Sie zu regionalen und saisonalen Lebensmitteln.
  4. Genießen Sie besseres Fleisch - dafür weniger.
  5. Gönnen Sie sich Fisch als Delikatesse, dafür nicht jeden Tag.
  6. Bevorzugen Sie zertifizierte Lebensmittel, am besten Bio.

"Unsere Ernährung kann gesund, umwelt- und klimafreundlich sein", erklärte Dräger de Teran. "Zugleich muss jeder satt werden und essen soll auch Spaß machen. Was sich zunächst wie ein Widerspruch anhört, geht tatsächlich Hand in Hand."

Deutschland sollte laut der Klimaschutz-Expertin Vorbild für andere Länder sein, die den westlichen Lebensstil kopieren. "Wir müssen zeigen, dass es bei der Ernährung auch anders geht." Bereits eine Scheibe Wurst pro Woche weniger mache einen Unterschied.

Deutschland benötigt 20 Millionen Hektar Ackerfläche

Fast 70 Prozent der Flächen, die Deutschland nutzt, werden dem WWF zufolge für die Herstellung von Futter für die Tierhaltung benötigt. "Wir sehen sehr deutlich, dass der Konsum von Fleisch, Eiern und Milch sich signifikant beim Flächenverbrauch und dem Ausstoß von Treibhausgasen niederschlägt - mit entsprechenden Folgen für Umwelt und Natur", so Dräger de Teran. Treibhausgasemissionen entstehen etwa bei der Produktion und Lagerung der Nahrungsmittel - aber auch, wenn Grünland in Ackerland umgewandelt wird.

Rund 20 Millionen Hektar Flächen werden laut WWF inklusive Tierfutter für die Erzeugung von Nahrungsmitteln für den deutschen Bedarf beansprucht. Etwa ein Viertel dieser Böden befindet sich im Ausland, vor allem in Südamerika. Dort wachsen etwa Soja-, Kakao- und Kaffeebohnen.

Dieses Auslagern von Flächen kritisiert der WWF: Würde Europa umdenken, könnten Äcker dort anderweitig genutzt werden, erklärte Dräger de Teran. Wegen Überdüngung seien zahlreiche Flächen bereits ausgelaugt und damit verloren. Das Erschließen neuer Ackerflächen lehnt die Stiftung ab, da dafür etwa Wälder zerstört würden.

Quelle: feelgreen.de, dpa


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