Sie sind hier:

"Der Klimawandel killt das Great Barrier Reef"

...

"Der Klimawandel killt das Barrier Reef"

21.03.2016, 14:59 Uhr | feelgreen.de, dpa

Die Unesco erklärte das Great Barrier Reef bereits 1981 zum Weltkulturerbe. (Quelle: imago/Blickwinkel)

Die Unesco erklärte das Great Barrier Reef bereits 1981 zum Weltkulturerbe. (Quelle: Blickwinkel/imago)

Das größte Korallenriff der Erde ist stark gefährdet: Hohe Wassertemperaturen haben am Great Barrier Reef vor der Nordostküste Australiens alarmierende Schäden verursacht. Am Nordende des 2300 Kilometer langen Riffs bei Cape York seien örtlich bereits bis zu 50 Prozent der Korallen abgestorben, berichtete die zuständige Behörde.

Der Marinepark verhängte inzwischen die höchste Alarmstufe. Bei Stufe 3 geht die Behörde von "regional schwerwiegender Korallenbleiche" aus. "Der Klimawandel killt das Barrier Reef", twitterte der wissenschaftliche Klimarat.

Korallen vertragen "Hitzestress" nicht

Die Wassertemperatur vor der Nordküste von Queensland habe im Februar an der Oberfläche bei "verblüffenden 33 Grad" gelegen, teilte der Klimarat mit. "Wahrscheinlich verlieren wir die meisten Korallen weltweit in den nächsten 30 bis 40 Jahren, wenn wir weiterhin fossile Brennstoffe verbrennen und das Klima so aufheizen wie bisher."

Die Korallen im hohen Norden des Riffs sind über Monate in warmem Wasser gewesen, sagte der Chef der für das GreatBarrier Reef zuständigen Marinepark-Behörde (GBRMPA), Russell Reichelt. "Das hat Hitzestress erzeugt, mit dem sie nicht länger fertig geworden sind." Noch sei aber der Großteil des Marineparks nicht betroffen.

Die letzte große Korallenbleiche ereignete sich 1996. Das Barrier Reef verlor in Queensland damals rund zehn Prozent seiner Korallen.

Maßnahmen zum Erhalt des Riffs

Mit der höchsten Alarmstufe sollen die Überwachung des Riffs und Schutzmaßnahmen verbessert werden. "Dazu gehört die Reduzierung der Nährstoffe und Ablagerungen, die von Feldern ins Wasser geraten, die Fortsetzung des Programms zur Reduzierung der korallenfressenden Dornenkronen-Seesterne und die Teilnahme an weltweiten Anstrengungen zur Reduzierung der klimaschädlichen Emissionen", so die Behörde.

Korallen sind Nesseltiere, die in Symbiose mit Algen leben. Die Algen versorgen sie mit Nährstoffen. Allerdings scheiden bei anhaltend hohen Wassertemperaturen Gifte aus, woraufhin sie von den Korallen abgestoßen werden. Die Korallen verlieren dann ihre Farbe - in diesem Zusammenhang sprechen Experten von Korallenbleiche. In der Folge sterben sie ab, wenn sich keine neuen Algen ansiedeln.

El Niño lässt Wassertemperaturen steigen

Das alle paar Jahre auftretende Wetterphänomen El Niño sorgt zurzeit für besonders hohe Wassertemperaturen im Pazifik. Das bringt das Klima weltweit durcheinander, je nach Region gibt es schwere Dürren oder überdurchschnittlich starke Überschwemmungen.

Das australische Umweltministerium kündigte zusätzliche Mittel für die Erforschung der Korallenbleiche an. Insgesamt stünden in den kommenden zehn Jahren mehr als zwei Milliarden australische Dollar (umgerechnet: 1,35 Milliarden Euro) zum Schutz des Riffs zur Verfügung, sagte Umweltminister Greg Hunt mit.

Zuletzt war das Great Barrier Reef ins Visier von Umweltschützern geraten, als Australiens Regierung den umstrittenen Bau des riesigen Kohlehafens Abbot Point genehmigt hatte. Aktivisten sehen in dem Megaprojekt am Great Barrier Reef eine weitere direkte Bedrohung des berühmten Korallenriffs.

Quelle: feelgreen.de, dpa


© Ströer Digital Publishing GmbH 2017

Anzeige
shopping-portal