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"Geplante Obsoleszenz" ist aktive Umweltbelastung

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"Geplante Obsoleszenz" ist aktive Umweltbelastung

24.04.2013, 13:33 Uhr | me (CF)

So vermeiden sie, dass Elektrogeräte vorzeitig den Geist aufgeben.. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

So vermeiden sie, dass Elektrogeräte vorzeitig den Geist aufgeben.. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der frühzeitige und gesteuerte Verfall von Industriegütern wird als "geplante Obsoleszenz" bezeichnet. Die Haltbarkeit dieser Produkte reicht dabei nicht einmal bis zum Ablauf der Garantie.

"Geplante Obsoleszenz" als Industriestandard?

"Geplante Obsoleszenz" bezeichnet die von Seiten der Industrie bewusst verkürzte Haltbarkeit von Gütern. Der Anfang dieses Phänomens findet sich im Jahr 1924, als die größten globalen Glühbirnenhersteller sich zum Phoebus-Kartell zusammenschlossen, um die Haltbarkeit der Glühbirne zu verkürzen. So sollten die Umsatzzahlen durch die resultierenden Mehrkäufe steigen.

Viele Hersteller beklagen, dass die Bereitschaft der Konsumenten, viel Geld für ein Produkt auszugeben, gesunken sei. Dass "geplante Obsoleszenz" bei vielen gängige Praxis ist, wird wohl kein Unternehmenssprecher direkt zugeben.

Die Mär von einer konsumfreudigen Gesellschaft

Doch widersprechen unter anderem Zeitschriften wie "Ökotest" solchen Aussagen, da hochwertigere Einzelteile mit längerer Haltbarkeit nur wenige Cent mehr kosten würden. In letzter Konsequenz würde sich jedes Produkt um gerade einmal einen Euro im Schnitt verteuern.

Aus Wirtschafts- und Politikerkreisen wird häufig das Argument angeführt, dass die Wirtschaft unter einer schwächeren Konjunktur leiden würde, wenn die Leute weniger konsumieren. Auf der anderen Seite würde eine längere Lebensdauer der Produkte auch bedeuten, dass die Konsumenten mehr Geld zum Ausgeben zur Verfügung hätten.

Nachhaltige Produktion gegen geplante Obsoleszenz

Große wie kleine Industrieunternehmen betonen viel und häufig ihr Bekenntnis zu Aspekten wie Nachhaltigkeit und ressourcenschonender Produktion. Wo jedoch geplante Obsoleszenz aktiv durchgeführt wird, schädigt sie durch häufige Verwendung neuer Bauteile die Umwelt mehr, als Firmen durch ihr vermeintliches Engagement verbessern können. Eine neue Fokussierung auf qualitative Fertigung und Produkt-Lebensdauer würde sich aus ökologischer Sicht weitaus mehr lohnen.

Quelle: me (CF)



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