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"Weißnasen-Syndrom" rafft Fledermäuse hinweg

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Massensterben gefährdet Fledermäuse

18.01.2012, 13:38 Uhr | AFP

Eine geheimnisvolle Krankheit rafft nahezu den gesamten Bestand amerikanischer Fledermäuse hinweg. (Quelle: dpa)

Eine geheimnisvolle Krankheit rafft nahezu den gesamten Bestand amerikanischer Fledermäuse hinweg. (Quelle: dpa)

Seit einigen Jahren verbreitet sich in den USA ein Massensterben unter dort lebenden Fledermausarten. Laut neuesten Studienergebnissen hat das dafür ursächliche "Weißnasen-Syndrom" bereits Millionen der Tiere dahingerafft. Ursächlich scheint eine Pilzerkrankung, die ursprünglich aus Europa stammt und unbemerkt eingeschleppt wurde. Experten befürchten auch eine Gefahr für die Landwirtschaft.

Syndrom nicht unter Kontrolle

Das gefährliche "Weißnasen-Syndrom" hat in den USA und in Kanada laut einer neuen Studie zwischen 5,5 und 6,7 Millionen Fledermäuse dahingerafft. Wie die US-Bundesbehörde für Fischfang und Wildtiere (FWS) am Dienstag mitteilte, erreicht die Sterblichkeit in Teilen der 16 nordöstlichen Bundesstaaten einen Wert nahe einhundert Prozent.

Weiße Nasen lassen Krankheit erkennen

Die noch wenig erforschte Krankheit befällt überwinternde Fledermausarten in ihren Höhlen. Den ungewöhnlichen Namen bekam sie auf Grund des vielfach beobachteten weißen Pilzbewuchses, der vor allen Dingen in der Nasenregion festgestellt worden war. Die erkrankten Tiere waren allesamt unterernährt, so dass ihnen Kraft- und Fettreserven für den Winterschlaf und das Überleben fehlten.

Die Ursache der Krankheit ist noch ungeklärt. Sicher ist nur, dass sie in engem Zusammenhang mit einem bodenbewohnenden Pilz gehört, der als "Geomyces destructans" bezeichnet wird. Diese Art ist durch Anpassung an kühle Verhältnisse gekennzeichnet. So wurde auch beobachtet, dass die Tiere entgegen ihrer Art an kalten Tagen ausfliegen. Da auch Tiere gefunden wurden, die zwar tot, aber nicht von dem Pilz befallen waren, lässt sich derzeit noch keine eindeutige Diagnose des Massensterbens erstellen.

Ursache des Massensterbens noch ungeklärt

Das Weißnasen-Syndrom wurde erstmals im Winter 2007 im Bundesstaat New York entdeckt. FWS-Direktor Dan Ashe warnte vor weitreichenden finanziellen Auswirkungen auf die Landwirtschaft, weil die Fledermäuse zur Jagd auf Schädlinge benötigt würden.

Quelle: AFP


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