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2010 fast dreimal so viele gewilderte Nashörner wie 2009

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Nashörner im Visier der Wilderer

16.01.2012, 16:38 Uhr

So sieht man die Dickhäuter nur noch selten – sie stehen bei Wilderern ganz oben auf der Abschussliste. (Quelle: WWF)

So sieht man die Dickhäuter nur noch selten – sie stehen bei Wilderern ganz oben auf der Abschussliste. (Quelle: WWF)

Man möchte meinen, dass wildlebende Tiere in einem geschützten Nationalpark gut aufgehoben sind, ihr Bestand sich erholen kann und sie ein glückliches Leben in endloser Freiheit führen. Mitnichten. Laut dem WWF ist die Zahl illegal erlegter Tiere dramatisch gestiegen – und das ganz besonders im Bereich des Naturschutzgebietes. In 2010 fanden dreimal so viele Tiere einen sinnlosen Tod, wie noch im vorangegangen Jahr. Und das nur wegen der weltweit begehrten Hörner der Tiere.

Große Verluste im Krüger-Nationalpark

Die Wilderei-Krise in Afrika spitzt sich nach Ansicht der Umweltschutzorganisation WWF weiter zu. So wurden nach offiziellen Angaben innerhalb des vergangenen Jahres allein in Südafrika 448 Nashörnern illegal getötet, darunter 19 der vom Aussterben bedrohten Spitzmaulnashörner. Mehr als die Hälfte der Abschüsse ereigneten sich nach WWF-Informationen in dem weltweit bekannten Krüger-Nationalpark. Damit setze sich ein erschreckender Trend fort, so der WWF. Während 2009 in Südafrika nur etwa 120 Nashörner gewildert worden sind, waren es 2010 bereits fast dreimal so viele.

Wilderei lässt sich nur schwer eindämmen

"Das blutige Geschäft der Wilderei boomt. In Afrika werden die Savannen leer geschossen, um die Nachfrage auf dem asiatischen Schwarzmarkt zu stillen", warnt Volker Homes, Leiter Artenschutz beim WWF Deutschland. Es sei äußerst bedenklich, dass selbst in der Republik Südafrika, wo Schutzmaßnahmen, Nationalpark-Management und der Strafvollzug, gemessen an den Verhältnissen in vielen anderen afrikanischen Ländern, gut funktionierten, die Wilderei derart zugenommen habe.

Ausdrücklich lobte der WWF den Kampf gegen Wilderei und Schmuggel durch die südafrikanischen Behörden. Es habe allein 2011 über 230 Festnahmen wegen dieser Delikte gegeben. Auch der Strafvollzug wurde verstärkt. Wilderern und Schmugglern drohen bis zu sechzehn Jahre Gefängnis. Für die Zunahme der Wilderei macht der WWF die steigende, illegale Nachfrage auf dem asiatischen Markt verantwortlich. Nashorn gilt vor allem in der aufstrebenden vietnamesischen Elite als Glücksbringer und Wundermittel gegen Krebs. Dieser Aberglaube hält sich hartnäckig, obwohl Experten der Traditionellen Asiatischen Medizin (TCM) diesen Produkten gegen Krebs keinerlei Wirkung attestieren.

Grundlegende Änderungen sind nötig

"Wer die Wilderei in Afrika bekämpfen will, muss zu allererst die Schwarzmärkte in Asien trocken legen. Außerdem müssen weitere Aufklärungskampagnen durchgeführt werden, um ein Umdenken auf der Konsumentenseite herbeizuführen", so Homes. In diesem Zusammenhang sieht der Artenschutzexperte vor allem die Behörden der aufstrebenden, asiatischen Staaten Südostasiens und Chinas in der Pflicht. Der WWF und die Artenschutzorganisation TRAFFIC haben aus diesem Grund bereits im vergangenen Jahr Gespräche zwischen Regierungsvertretern und Justizbeamten aus Vietnam und Südafrika begleitet. Trotzdem stünden die transnationalen Gegenmaßnahmen und Aktionen erst am Anfang und die Fortschritte seien gemessen am Ausmaß der Krise viel zu langsam, so die Einschätzung der Umweltschützer.

Quelle: WWF

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Kommentare (37)

zum Forum

Thema: "2010 fast dreimal so viele gewilderte Nashörner wie 2009"

Werner Heinz schrieb: am 17. Februar 2012 um 15:34:58
Wilderei
Wann wird man diese Leute ohne Waffen in der Wildnis aussetzen und von Raubtieren Fressen lassen ,Das wäre das beste und den Deppen
in Asien das Hirn reinigen???????????
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R. Löwel schrieb: am 3. Februar 2012 um 16:17:24
Überbevölkerung
Das Fazit meiner letzten längeren Reisen nach Südostasien und Zentralamerika lautet: Wir sind auf dem Weg, das gesamte
bewohnbare Festland auf diesem Planeten zuzubetonieren oder in Felder umzuwandeln. Die Waldvernichtung und die Zerstörung aller Lebensräume für Tiere ist dramatisch, die Zahl der Menschen schon jetzt viel zu groß.
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Kritiker schrieb: am 3. Februar 2012 um 13:08:22
Welterbe
Die aktuelle Flora und Fauna muss als Welterbe betrachtet werden. Alle Staaten der Erde müssen die Bekämpfung der Wilderei und der
Vernichtung von Wildgebieten mit Geld, Material, Personal und Know How unterstützen. Es darf nicht sein, daß diese Aufgaben nur einigen wenigen Ländern aufgebürdet werden. Und daß Länder wie Japan und Norwegen immer noch Walfang betreiben, ist ungeheuerlich. Sie sollten die Harpunen gegen Kameras ersetzen. Ein Tier stirbt nur einmal, kann aber oft fotografiert werden
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