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Ameisensäure: Stromerzeuger der Zukunft?

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Ameisensäure: Stromerzeuger der Zukunft?

10.09.2012, 11:29 Uhr | fk (CF)

Ameisensäure gehört zu den neusten Trends unter Energiewissenschaftlern. Aus ihr soll sich zukünftig Strom erzeugen lassen und beim Betrieb von Laptops und Handys eine längere Laufzeit garantieren. Doch zur Erzeugung des neuen Treibstoffs sind einige Hürden zu nehmen.

Ameisensäure macht es möglich

Wissenschaftler experimentieren mit den unterschiedlichsten Methoden, um Strom erzeugen zu können. Die perfekte Lösung scheint allerdings noch fern. Momentan arbeitet Matthias Beller, Chemiker vom Leibniz-Institut für Katalyse (Likat) an der Universität Rostock, an einer neuen Methode, Energie zu speichern. Ameisensäure gehört zu den neueren Entdeckungen, die der Industrie das Leben etwas leichter machen soll. Die Säure ist ungiftig und enthält einen großen Anteil an Wasserstoff.

Ameisensäure wurde früher tatsächlich aus toten Ameisen gewonnen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ameisensäure wurde früher tatsächlich aus toten Ameisen gewonnen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bereits seit einigen Jahren arbeiten Wissenschaftler an der perfekten Umsetzung dieser Art der Wasserstofftechnologie, um Strom erzeugen zu können. Bisher war die Erzeugung von Wasserstoff mit einem hohen Energieaufwand und Gefahren verbunden. Das dabei entstehende Gas ist hochexplosiv, was das Speichern und den Transport dementsprechend kostspielig macht.

Dieses Risiko soll es mit Ameisensäure nicht mehr geben. Das Rostocker Team verwendet einen Katalysator, der vorwiegend aus Eisen, Bor und Flour besteht und die Ameisensäure in Wasserstoff und Kohlendioxid trennt. Ein sauberer und vor allem weitaus günstigerer Vorgang, als es bisher der Fall war. 

Effektiv Strom erzeugen

Bereits mit einem Liter Ameisensäure lassen sich in Gasform 600 Liter Wasserstoff erzeugen. Durch die gefahrenlose Speicherung kann der Wasserstoff in den Geräten direkt vor Ort produziert werden und verspricht so beispielsweise eine längere Laufzeit von Akkus.

Die Ameisensäure wird jedoch nicht von Ameisen direkt abgezapft, sondern kann auch aus Brennnesseln oder Menthol gewonnen werden. Genau hier liegt auch ein Kritikpunkt. Experten würden es lieber sehen, wenn die Ameisensäure nicht aus Biomasse gewonnen wird, sondern durch Elektrizität beispielsweise aus überschüssiger Windenergie.

Ameisensäure als Speicher für erneuerbare Energien?

Schließlich ist längst bekannt, dass sich Wasser mithilfe von Strom in Sauer- und Wasserstoff spalten lässt. Der daraus entstandene Wasserstoff wäre dann für das Forscherteam aus Rostock nutzbar. Momentan arbeiten die Wissenschaftler bereits an einem Katalysator, der den Wasserstoff in Ameisensäure umwandelt. „Das für diese Reaktion benötigte Kohlendioxid entsteht zum Beispiel in Kohle-, Gas- und Biomassekraftwerken massenweise und könnte dort abgefangen werden“, erklärt Beller gegenüber dem „Tagesspiegel“.

Die Überlegungen bezüglich der Nutzung von Ameisensäure gehen momentan sogar noch weiter. Sogar Autos könnten mit Ameisensäure betrieben werden. Derzeit ist daran jedoch noch nicht zu denken. Die ersten Brennstoffzellen mit Ameisensäure hat jetzt die Firma Tekion mobile für den Einsatz in Mobiltelefonen vorgesehen.

Quelle: fk (CF)


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