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Ayurveda: Mehr als Wellness und Kosmetik

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Ayurveda: Mehr als Wellness und Kosmetik

23.04.2013, 17:19 Uhr | dpa

Massagen sind ein wichtiger Bestandteil der Ayurveda-Kur. Doch es gehört noch viel mehr dazu. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Massagen sind ein wichtiger Bestandteil der Ayurveda-Kur. Doch es gehört noch viel mehr dazu. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Sie hilft gegen Stress, Schmerzen und chronischen Krankheiten: Eine Ayurveda-Kur ist mehr als Wellness und Kosmetik. Die indische "Lehre vom langen und gesunden Leben" ist in Asien eine anerkannte Naturheilkunde mit langer Tradition. Auch in Deutschland bieten immer mehr Institutionen authentische Ayurveda-Kuren an.

Ayurveda: eine Typfrage

Welcher Typ bin ich? Eher ein kreativer Vata-Mensch, ein ruhiger Kapha-Typ oder eine feurige Pitta-Persönlichkeit? Diese drei Richtungen (Doshas) prägen den Menschen nach Auffassung der Ayurveda-Medizin von Geburt an. Wenn es gelingt, sie in harmonischer Balance zu halten, winkt ein langes und glückliches Leben. Ayurveda ist hierzulande aber eher als Wellness- und Kosmetikbehandlung mit exotischen Massagen und vegetarischer Ernährung bekannt. Tatsächlich steckt dahinter jedoch eine anerkannte Naturheilkunde mit langer Tradition, der ein eigenständiges wissenschaftliches Weltbild zugrunde liegt.

Körper, Ernährung und Gewohnheiten werden untersucht

Wer zu einer echten Ayurveda-Kur mit Ölmassagen, Kräuterbädern und bitterer Medizin bereit ist, wird zunächst ausführlich nach der individuellen Konstitution befragt. Untersucht werden Zunge, Augen, Haut und Puls. Zudem stellt der behandelnde Arzt Fragen zu Ernährung, Bewegung, Beruf, Schlaf und anderen Lebensgewohnheiten. Der Anlass für eine Ayurveda-Kur ist in vielen Fällen ähnlich: Stress, Übergewicht, Rückenprobleme und Bluthochdruck. Vor allem bei der Prävention gilt Ayurveda als hilfreich, ebenso bei der Behandlung von chronischen Krankheiten und Störungen, die aus dem Lebensstil und den Ernährungsgewohnheiten resultieren.

Intensivkuren sind kein Zuckerschlecken

Auch im Westen wächst das Interesse an ayurvedischen Behandlungen. Der Berufsverband für Ayurveda-Mediziner und -Therapeuten unterscheidet dabei zwischen reinen Wellnessangeboten, die angenehme Massagen und vegetarische Ernährung mit einem Erholungsprogramm verbinden, und den medizinisch orientierten Regenerations- und Panchakarma-Kuren. Die Intensivkuren dauern mindestens zwei bis drei Wochen und sind kein Zuckerschlecken. Sie sollen helfen, die drei Doshas (Vata, Pitta und Kapha) wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Ayurveda ist kein Wellness-Urlaub

Tatsächlich haben echte Panchakarma-Kuren wenig Ähnlichkeit mit einem Wellnessurlaub. In den ersten Tagen geht es um Reinigung und Loslösen von alten Gewohnheiten. Dabei helfen eine vegetarische Diät mit typgerechter Ernährung, Meditationsübungen und verschiedene Ölbehandlungen wie der entspannende Shirodhara-Stirnguss mit lauwarmem Kräuteröl. Erst danach kommen tägliche Kopf-, Fuß- und Ganzkörpermassagen an die Reihe, denen tiefgreifende Wirkungen auf Körper, Geist und Seele zugeschrieben werden. Während der Kur sind Alkohol, Kaffee, Zigaretten und Fleisch tabu. Dafür stehen mehrere Liter heißes Wasser täglich auf dem Speiseplan.

Kur vermittelt Erholung und Neubesinnung

"Bei den Kuren geht es um Erholung, Regeneration und Neubesinnung", sagt die Ayurveda-Therapeutin Birgit Bonk, die eine Praxis in Heidelberg betreibt. Viele Kurgäste berichten nach ihrer Erfahrung von einer nachhaltigen Stärkung ihrer Gesundheit. Was oft in Erinnerung bleibt, sind die ausgesprochen angenehmen Seiten einer Ayurveda-Kur: ,it feinem Öl vom Scheitel bis zur Sohle sanft massiert werden, von zwei oder vier Händen gleichzeitig. Yoga-Übungen, die den Geist zur Ruhe kommen lassen. Bis hin zu sanften Gesichts- oder prickelnden Fußmassagen und heißen Bädern mit Kräutern und tausend Blüten auf dem Wasser.

Kosten müssen selbst getragen werden

Die Preise können je nach Dauer bei etwa 2000 bis 3000 Euro liegen, in luxuriöser Umgebung auch mehr. Die Kosten müssen die Kurgäste in der Regel selbst bezahlen. Die meisten Krankenkassen sind zurückhaltend bei der Anerkennung von Ayurveda. Unter den gesetzlichen Kassen sind nur wenige bereit, medizinische Ayurveda-Behandlungen wenigstens dann zu übernehmen, wenn ein Arzt mit qualifizierter Zusatzausbildung sie verordnet. Private Krankenversicherungen haben Naturheilkunde zum Teil in ihren Tarifen verankert und erstatten bei Ayurveda-Kuren zumindest die ärztlichen Leistungen.

Quelle: dpa


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