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Bericht des Bundesumweltamts: Klimafolgen in Deutschland zunehmend spürbar

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Klimafolgen in Deutschland zunehmend spürbar

22.05.2015, 20:21 Uhr | t-online.de, AFP

Das Flussbetts des Rheins bei Düsseldorf im Jahr 2010: Die Folgen des Klimawandels sind auch hier nicht zu übersehen. (Quelle: dpa)

Das Flussbetts des Rheins bei Düsseldorf im Jahr 2010: Die Folgen des Klimawandels sind auch hier nicht zu übersehen. (Quelle: dpa)

Die Auswirkungen des Klimawandels werden auch in Deutschland zunehmend spürbar. So werden wohl Hitzeprobleme zunehmen und sogenannte invasive Tier- und Pflanzenarten aus wärmeren Klimazonen weiter nach Deutschland vordringen, heißt es im ersten Bericht der Bundesregierung zu den Folgen der Erderwärmung.

"Der Bericht spricht eine eindeutige Sprache", sagt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD): "Klimawandel findet auch in Deutschland statt und er wirkt in viele Bereiche des täglichen Lebens hinein", so die Ministerin gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" (SZ).

Konsequenzen sind durchaus gefährlich

Zwar komme der Klimawandel in Deutschland nur schleichend daher, "aber wir sehen durchaus regional erste Auswirkungen", zitiert die SZ die Präsidentin des Umweltbundesamts (UBA), Maria Krautzberger. Die Folgen sind keineswegs nur harmlos: So verweist der Bericht auf eine steigende Zahl von Hitzetoten oder die zunehmende Intensität von Sturmfluten.

Ein weiteres Beispiel ist das Vordringen bislang in Deutschland nicht verbreiteter Mückenarten wie der Tigermücke, die gefährliche Krankheiten wie Malaria oder das Dengue-Fieber übertragen kann.

Besonders die Auswirkungen der Hitze macht der Natur schwer zu schaffen: "Böden reagieren sehr flexibel, wir beobachten eine zunehmende Erosion", so Krautzberger.

"Ausstieg aus der Kohle unverzichtbar"

Der Bericht untersucht anhand von rund 100 Indikatoren, wie sich der Klimawandel in Deutschland auswirkt. Die Daten sollen Länder und Kommunen dabei unterstützen, sich auf die Folgen des Klimawandels einzustellen und damit umzugehen. "Wir brauchen beides, Klimaschutz und Anpassung." Dazu gehören etwa die Einführung neuer Getreidesorten, der Umbau der Wälder oder auch die Ausbildung spezieller Katastrophenhelfer.

Doch Katastrophenschutz sei das "letzte Mittel", warnt Krautzberger. Man müsse auch aktiv etwas gegen die Erderwärmung unternehmen. Dazu zähle auch ein schrittweiser Abschied von der Kohle: "Wenn man glaubwürdig Klimapolitik betreiben will, ist der Ausstieg aus der Kohle perspektivisch unverzichtbar", sagt die Präsidentin des Umweltbundesamts.

Quelle: t-online.de, AFP


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