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Bio-Landwirtschaft - Große Nachfrage ist kaum zu decken

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Bio-Landwirtschaft: Große Nachfrage ist kaum zu decken

08.12.2011, 10:23 Uhr | tm (CF)

Die Nachfrage nach Bio-Produkten wächst und wächst. Die Bio-Landwirtschaft kann den Bedarf kaum mehr decken.

Nachfrage riesig, Bio-Landwirtschaft zu gering

5,8 Milliarden Euro geben die Deutschen jährlich für Bio-Produkte aus, das ist EU-Rekord. Der Markt hat noch mehr Potenzial. Aber das Angebot ist kleiner als die Nachfrage.

Denn: Es gibt zu wenige Bio-Bauern in Deutschland. Die Verbraucher kaufen so viel Bio-Fleisch, Bio-Gemüse und Bio-Obst, dass Supermärkte oft auf Lieferanten aus dem Ausland zurückgreifen müssen. Rund die Hälfte aller Bio-Produkte stammt nicht aus Deutschland.

Zu wenige Bauern stellen auf Bio-Landwirtschaft um

Nur knapp 6 Prozent der gesamten Anbaufläche hierzulande wird nachhaltig bewirtschaftet, so "Die Zeit". Dabei hatte sich die Bundesregierung ehemals zum Ziel gesetzt, schon im Jahr 2010 zwanzig Prozent zu erreichen. Unser Nachbarland Österreich hat das bereits geschafft, in Deutschland sind wir davon noch weit entfernt.

Die Gründe dafür liegen vor allem in den hohen Hürden, die ein Landwirt überwinden muss, wenn er einen konventionellen Betrieb auf Bio-Landwirtschaft umstellen will.

Bio-Landwirtschaft erfordert Umdenken und Investitionen

Bevor ein konventioneller Bauer seinen Betrieb als Bio-Landwirtschaft führen kann, muss er einiges verändern: Tiere brauchen mehr Stall- und Weidefläche, Felder müssen nachhaltig bewirtschaftet werden, er muss einen Großteil des Viehfutters selbst herstellen, Kunstdünger und Antibiotika für die Tiere sind in der Bio-Landwirtschaft tabu. Um diese Ziele zu erreichen, sind nicht zu verachtende Investitionen nötig – und der Bauer muss umdenken.

Staatliche Stellen kontrollieren stichprobenartig, ob er sich an alle Richtlinien der EU-Öko-Verordnung hält. Erst wenn dies der Fall ist, darf ein Landwirt seine Produkte mit dem Bio-Siegel versehen.

Mehr staatliche Förderung für Bio-Landwirtschaft?

Die Partei der Grünen mahnt bereits, dass der Ausbau der Öko-Betriebe zu schleppend vorangehe. Wie das Nachhaltigkeits-Portal nachhaltigleben.de berichtet, fördert das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz die Bio-Landwirtschaft bereits jetzt mit rund 140 Millionen Euro jährlich. Um die starke Nachfrage nach Öko-Produkten zu decken, wäre noch mehr nötig.

Das Problem der Öko-Landwirte: Sie stehen immer im Wettbewerb mit den Billiglebensmittel-Herstellern. Viele Bauern wagen es nicht, ihre Produktion auf Bio umzustellen. Staatliche Förderung könnte dafür den nötigen Anreiz bieten, damit Bauern die Umstellung auf Bio-Landwirtschaft wagen und somit die mageren Jahre überbrücken können, bis im neuen Betrieb alles so läuft, wie es die strengen EU-Bio-Kontrolleure fordern.

Quelle: tm (CF)



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