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Biobauern - Landwirte aus Überzeugung

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Biobauern: Landwirte aus Überzeugung

05.12.2011, 10:28 Uhr | ms (CF)

Über mangelnde Nachfrage nach ihren Produkten können sich Biobauern derzeit nicht beschweren. Öko-Landwirtschaft liegt im Trend. Bio-Bauern sorgen mit artgerechter Tierhaltung und nachhaltigem Anbau dafür, dass wir mit gutem Gewissen konsumieren können.

Immer mehr Biobauern – doch längst nicht genug

Über 20.000 Bio-Höfe gibt es mittlerweile in Deutschland. Aber bei der riesigen Nachfrage nach Bioprodukten ist das längst nicht genug. Große Supermärkte beziehen ihre Öko-Ware oft aus dem Ausland.

Eberhard Räder, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Ökolandbau im Bauernverband, mahnt in der "Passauer Neue Presse" seine Landwirt-Kollegen: Man dürfe den Trend nicht verschlafen und den wachsenden Ökomarkt nicht ungenutzt vorbeiziehen lassen. 

Biobauern: Volles Engagement gefragt

Laut Sepp Brunnbauer, Geschäftsführer des Anbauverbandes Biokreis in Passau, ist Bio auch eine Mentalitätsfrage. Bisher haben Landwirte vor allem aus ideologisch-ökologischen Beweggründen heraus ihren Betrieb auf Bio umgestellt. Immer häufiger kommt aber auch die betriebswirtschaftliche Betrachtungsweise dazu: Biobauern haben Vorteile auf dem Markt.

Trotzdem muss ein Landwirt viel investieren, bevor er sich Biobauer nennen darf: Beispielsweise in neue Ställe und neues Futter. "Die Schwellenangst ist nach wie vor da", so Brunnbauer. Generell lohnt sich die Umstellung am meisten für Landwirte mit Milchvieh. Bei Geflügel und Schweinen sind meist größere Umbauten am Hof nötig. Am wenigsten lohnt sich für Ackerbauern die Umstellung auf Bio-Anbau.

Biobauern arbeiten anders

Wer seinen Betrieb auf Bio umstellt, muss grundsätzliche Dinge ändern. So pflanzen konventionell arbeitende Landwirte oft auf einem Feld immer die gleiche Pflanze. Der Boden laugt aus und sie müssen viel düngen. Ein Biobauer muss dagegen weiter vorausplanen: Für ihn ist Dünger tabu. Damit sein Boden fruchtbar bleibt, baut er immer wieder andere Pflanzen auf seinem Acker an.

Bei der Tierhaltung bedeutet Bio, dass der Landwirt seinen Tieren größere Ställe und Auslaufflächen zur Verfügung stellen muss. Schnelles Mästen kommt nicht infrage, es dauert also länger, bis ein Tier geschlachtet werden kann. Futter für die Tiere kommt meist aus eigener Produktion. Insgesamt bedeutet das für den Landwirt vor allem eines: Mehr Arbeit.

Biobauer ist man daher meist aus Überzeugung. Aber auch die Verbraucher sehen immer häufiger ein, dass Bio-Qualität mehr kostet – und sie sind gerne bereit, diesen Preis zu zahlen.

Quelle: ms (CF)



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