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CO2: Reduzieren ist besser als kompensieren

28.09.2011, 15:30 Uhr | Christine Persitzky

Am besten für die Umwelt ist es, von Anfang an auf einen geringen CO2-Verbrauch zu achten.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Am besten für die Umwelt ist es, von Anfang an auf einen geringen CO2-Verbrauch zu achten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ein Leben frei von CO2? Wir sind dabei! Wir kaufen klimaneutrale Jeans und "Grüne Fahrkarten" der Bahn, gehen zu klimaneutralen Veranstaltungen und lassen uns zum Schluss gar noch CO2-neutral beerdigen. Ja, auch das ist möglich, zumindest in Australien. Vorher kompensieren wir aber noch schnell den Flug, Sightseeing- und Shopping-Kurztrip nach New York, der beispielsweise ab Berlin etwa 4240 Kilogramm Kohlenstoffdioxid pro Person ausmacht, mit einem Zuschlag von 99 Euro und sorgen mit dem Kauf der richtigen Bio-Bratwurst dafür, dass endlich alles gut wird. "Superwurst rettet die Welt", so zumindest lautet der Werbeslogan des Herstellers Ökoland.

Aber ist das wirklich so einfach? Zur Zeit verursachen alleine wir Deutschen im Durchschnitt elf Tonnen Kohlenstoffdioxid pro Kopf und Jahr. Bis 2050 muss Deutschland seine Treibhausgasemissionen um mindestens 80 bis 95 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 senken. So lohnt es sich für jeden, sich seinen persönlichen CO2-Fußabdruck einmal anzuschauen.

Kompensation ist nicht die erste Wahl

Was bedeutet Klimaneutralität eigentlich? "Den Begriff sollte man grundsätzlich hinterfragen", gibt Matthias Kopp, Klimaexperte des WWF, zu bedenken. Schließlich bedeute "CO2-neutral" keineswegs "ohne jeglichen CO2-Ausstoß", sondern vielmehr den Ausgleich von hier entstandenen Emissionen durch die Vermeidung von Kohlenstoffdioxid andernorts. "Was wir eigentlich bräuchten, ist aber insgesamt eine Reduktion, und die muss uns strukturell von unserem Emissionssockel runterbringen." Die Kompensation kann schließlich nur der letzte, dann aber durchaus sinnvolle, Schritt sein, nach einer wirklich guten CO2-Minderungsstrategie des Unternehmens und der Produkte.

Wursthersteller Ökoland hält für seine klimaneutrale Superwurst diese Reihenfolge nach eigenen Angaben ein. Am Anfang steht eine umfassende Dokumentation der Treibhausgasemissionen vom Bauernhof bis zur Ladentheke. Dann wird zunächst an der Reduzierung der Emissionen gearbeitet. Unvermeidbare Treibhausgas-Emissionen werden durch den Kauf von Klimazertifikaten kompensiert.

CO2-Fußabdruck wird kompliziert berechnet

Auch der Kaffeeröster Tchibo, der Tiefkühllieferant Frosta, die Supermarktkette Rewe und eine Reihe anderer Unternehmen haben - in Zusammenarbeit mit dem Öko-Institut und dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung - den CO2-Fußabdruck einzelner Produkte berechnet, den so genannten Product Carbon Footprint. Und das ist eine überaus komplexe Angelegenheit. Beispiel Tiefkühlprodukte: Neben der Rohstoffgewinnung und der Produktion müssen auch die Emissionen bei Einkaufsfahrt, Transport und Lagerung auf Seiten des Unternehmens sowie die Lagerung, die Zubereitung und der Abwasch beim Verbraucher zu Hause berücksichtigt werden.

Die Kompensation von CO2-Emissionen ist dann relativ einfach. Entsprechende Dienstleistungen werden von Agenturen wie Atmosfair oder Myclimate angeboten, auch für Privatpersonen. In Deutschland sind es vor allem Flugreisen und das Autofahren, die aus der privaten Kasse ausgeglichen werden. Das hat eine Studie des Verbraucherzentrale Bundesverbandes und der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde gezeigt.

Auf Klimaschutz nach dem Gold-Standard achten

Doch nur drei Anbieter von CO2-Kompensationen für Flugreisen sind laut Verbraucherallianz "Fürs Klima", einer Kampagne von Verbraucherzentralen und Verbraucherverbänden, wirklich empfehlenswert. Die drei sind atmosfair.de, goclimate.de und myclimate.org. Sie investieren allesamt in Klimaschutzprojekte nach dem so genannten Gold-Standard. Dieser stellt sicher, dass die Minderungsmaßnahmen tatsächlich zusätzlich erfolgen, also ohne die Kompensationszahlung nicht durchgeführt würden. Und er prüft sehr genau die mit den Projekten verbundenen sozialen Standards in den jeweiligen Ländern, meist Entwicklungsländern. Aufforstungsprojekte kommen hier nicht in Frage. Das durch die Pflanzen gespeicherte CO2 könnte später, zum Beispiel durch Verbrennung, wieder freigesetzt werden. Auch könnten sich Aufforstungen negativ auf Ökologie und lokale Ökonomie auswirken.

Doch auch im privaten Bereich gilt: Soll die Kompensation nicht zum bloßen Ablasshandel werden, steht die Vermeidung von Emissionen und ein Überdenken des eigenen Konsums an erster Stelle.

Quelle: Raufeld

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Kommentare (7)

zum Forum

Thema: "CO2: Reduzieren ist besser als kompensieren"

Rülpser schrieb: am 8. Februar 2012 um 22:38:49
CO 2 und Klima
Nicht nur für die berühmten, hochdotierten Klimaforscher, nein auch für unsere Klimakanzlerin steht eindeutig fest, daß
die sich anbahnende Klimakatastrophe, die alles Leben vernichtende Erderwärmung anthropogen, d.h. vom Menschen gemacht ist. Wollen wir die Umwelt schützen und für unsere Kinder und Kindeskinder retten, dann kann die Lösung des Problems nur darin bestehen, den Verursacher des CO 2 -Giftes, den Menschen, abzuschaffen.
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Klimaforscher schrieb: am 8. Februar 2012 um 22:02:57
Umweltrettung
Nicht nur für die berühmten, hochdotierten Klimafrscher, nein auch für unsere Klimakanzlerin steht eindeutig fest, daß die
sich anbahnende Klimaapokalypse, die alles Leben vernichtende Erderwärmung anthropogen, d.h. vom Menschen gemacht ist. Wollen wir die Umwelt schützen und für unsere Kinder und Kindeskinder erhalten, dann kann die Lösung des Problems nur darin bestehen, den Verursacher des CO 2 - Giftes, den Menschen, abzuschaffen. Wer verklickert das den Klimaexperten und den Politikern ?
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Handy schrieb: am 2. November 2011 um 10:20:59
CO2 Unsinn
der CO2 Unsinn geistert immer noch in den Köpfen von geschäftstüchtigen Gutmenschen herum, dabei ist die Klimaunwirksamkeit
längst bewiesen. Also nur Geschäftemacherei zum Schaden gutgläubiger Bürger!
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