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CO2-Speicher: Umstrittene Maßnahme gegen den Treibhauseffekt

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CO2-Speicher gegen den Treibhauseffekt

10.07.2012, 14:35 Uhr | md (CF)

CO2-Speicher sollen das schädliche Klimagas unterirdisch binden und auf diese Weise eine Option bieten, dem Treibhauseffekt entgegenzuwirken. Die Technologie ist allerdings umstritten. Doch wie funktioniert sie überhaupt und was sind die Gefahren?

Wie die CO2-Speicherung funktioniert

Das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid fällt in großen Mengen vor allem bei Kraftwerken an, die fossile Energieträger wie beispielsweise Steinkohle oder Braunkohle zur Stromerzeugung verbrennen. Das Klimagas ist eine der Hauptursachen für den Treibhauseffekt.

Bisher wird CO2 in die Luft ausgestoßen und befeuert den Treibhauseffekt. Sind unterirdische Speicher eine Lösung? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bisher wird CO2 in die Luft ausgestoßen und befeuert den Treibhauseffekt. Sind unterirdische Speicher eine Lösung? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Es soll daher nun in poröse Gesteinsschichten geleitet, und unterirdisch gespeichert werden. Damit das CO2 dort dauerhaft bleibt, hofft man auf die Unterstützung von Mikroorganismen, die das Gas verwerten und in Feststoffe umwandeln können.

Gegen den Treibhauseffekt: Nur viel hilft viel

Für eine dauerhafte positive Wirkung auf den Treibhauseffekt müssen die CO2-Speicher zu 100 Prozent dicht sein. Bereits kleine Risse im Gestein könnten dazu führen, dass das Gas wieder entweicht. Laut der "Süddeutschen Zeitung" müssten jährlich 3,5 Milliarden Tonnen CO2 gespeichert werden, um dem Treibhauseffekt spürbar entgegenzuwirken. Dafür wären Speicher mit einem Volumen notwendig, das der Menge des jährlich geförderten Rohöls entspricht.

Die Gefahren der CO2-Speicher

Was zunächst nach einer zukunftsträchtigen Lösung klingt, birgt jedoch ungeklärte Risiken. US-amerikanische Forscher befürchten, dass CO2-Speicher kleine Erdbeben verursachen könnten, die kleine Risse im Gestein verursachen könnten, aus denen das Kohlenstoffdioxid wieder entweichen könnte. Für den Mensch bestünde durch die Beben zwar keine Gefahr, aber der Nutzen für den Treibhauseffekt wäre dahin.

Solche Folgen habe man in Amerika bei einer ähnlichen Methode festgestellt, als man die Hohlräume nach Gasbohrungen mit Abwasser ausgefüllt hatte. Die Druckveränderungen haben zu leichten Beben und unterirdischen Verwerfungen geführt.

Bundesrat genehmigt CO2-Speicher

Obwohl die Methode umstritten ist und ihre Auswirkungen auf die Umwelt nicht eindeutig abzuschätzen sind, hat der Bundesrat im Juni 2012 das CO2-Speichergesetz beschlossen. Somit ist der Bau solcher auch CCS (Carbon Capture and Storage) genannter Speicher auch in Deutschland möglich.

Allerdings ist die Menge des Klimagases aus Kohlekraftwerken auf 1,3 Millionen Tonnen pro Jahr und pro CO2-Speicher begrenzt. Vor allem in Norddeutschland befinden sich geeignete Standorte. Entsprechend ist hier die Angst vor einem konzentrierten Austreten des Klimagases besonders hoch, zumal die Technik bisher noch nicht ausreichend erforscht ist. Die tatsächliche Wirkung auf den Treibhauseffekt lässt demnach bis zum heutigen Zeitpunkt auch noch nicht endgültig bemessen.

Quelle: md (CF)


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