07.02.2012, 09:46 Uhr
Besorgte Tierfreunde können aufatmen: Enten und andere Wasservögel können nicht auf dem Eis festfrieren. (Quelle: dapd)
Bei diesem bitterkalten Wetter beschäftigen Tierfreunde viele Fragen. Was geschieht mit den Wasservögeln, wenn bei den Minusgraden die Teiche und Flüsse gefrieren? Bedeutet das auch, dass die Tiere mit ihren federlosen Füßen auf der glatten Oberfläche regelrecht festfrieren können? Und welche Strategien haben Tiere allgemein, um die Minusgrade zu überleben? Sie lassen sich die unterschiedlichsten Möglichkeiten einfallen – vom Frostschutzmittel im Blut bis hin zum Wundernetz, dass die Füße warm hält.
Die Sorge, dass Enten und andere Wasservögel auf eisglatter Oberfläche festfrieren könnten, ist weitgehend unbegründet. Vogelexperte Heinz Kowalski vom Naturschutzbund Nordrhein-Westfalen (NABU NRW) betont: Die Vögel sind zwar barfuß unterwegs, an solch widrige Umstände aber bestens angepasst. Dass sie auch an den federlosen Füßen nicht auskühlen, dafür sorgt das so genannte Wundernetz, das nach dem Prinzip des Wärmetauschers funktioniert. Allerdings können bei lange anhaltendem Frost kranke oder verletzte Tiere im Eis einfrieren. Diese sind dann auf menschliche Hilfe angewiesen.
Im Wundernetz der Vogelbeine liegen feine Blutgefäße sehr dicht beieinander. Das arterielle Blut strömt darin vom knapp 40 Grad warmen Körper Richtung Füße. Dabei fließt es sehr nah an den Venen vorbei, die das abgekühlte Blut aus den Füßen wieder zum Körper zurück transportieren. Im Wundernetz erwärmt das warme Blut das kalte – wie bei einem Wärmetauscher. Die Ente kühlt deshalb selbst dann nicht aus, wenn sie stundenlang auf dem Eis herumwatschelt. Dabei sind die Füße gut durchblutet – allerdings mit relativ kaltem Blut – weshalb kaum Wärme verloren geht und auch das Eis unter den Füßen der Ente nicht wegschmilzt.
Das Rentier setzt auf eine sehr skurrile Möglichkeit, die es vor den eisigen Temperaturen schützen soll: Moos. In der Pflanze ist eine bestimmte Chemikalie enthalten ist, die im Blut der Tiere wie ein Frostschutzmittel wirkt. Dadurch kann das Blut nicht einfrieren. Auch unsere kleine Weinbergschnecke kann Temperaturen bis zu minus 40 Grad Celsius aushalten. Ihre ausgeklügelte Technik sieht so aus: Die Weinbergschnecke sondert bei kalten Temperaturen einen besonders kalkhaltigen Schleim ab, der aushärtet und so ihr Schneckenhaus luftdicht verschließt.
Einige Tiere sterben aber auch einen Wintertod. Bei Wespen oder Hornissen stirbt bis auf die Königin das gesamte Volk, nur Ihre Majestät übersteht den Winter. Bienen überwintern gemeinsam, dennoch stirbt bei ihnen ein Großteil des Volkes. Im Winter hat ein Bienenvolk etwa 10.000 bis 20.000 Tiere, im Sommer bis zu 80.000. Das Winterfutter der Bienen muss vom Imker individuell ergänzt werden. Er muss den Bienen entweder genug Honig übrig lassen oder einen Teil zumindest durch invertierte Zuckerlösung ersetzen, die die Bienen zu Futter verarbeiten können.
Andere Tiere können nicht so erfolgreich gegen die Kälte angehen. Deshalb fahren sie ihre Körperfunktionen im Winter auf ein Minimum zurück – so lange, bis es wieder wärmer wird. Man unterscheidet dabei zwischen Winterschlaf, Winterruhe und Winterstarre. Winterschläfer fressen sich vor ihrer Ruhephase möglichst viele Körperfettreserven an und ernähren sich den ganzen Winter von dieser körpereigenen Reserve. Sie wachen nur selten auf und dann nur, um sich zu erleichtern oder ihre Position etwas zu verändern. Unter den Winterschläfern sind Igel, die gerne in Laub- und Reisighaufen überwintern sowie Fledermäuse und Murmeltiere.
Tiere, die Winterruhe halten, fahren ihre Körperfunktionen nicht so extrem herunter wie Winterschläfer. Ihr Polster für die Winterzeit ist ebenfalls nicht so dick, daher werden sie zwischendurch wach und nehmen dann auch Nahrung zu sich. Zu den Winterruhenden gehören etwa Eichhörnchen, Bären und Maulwürfe. Frösche, einige Fische und andere Amphibien, Insekten und Reptilien fallen in eine komplette Winterstarre. Das liegt daran, dass sie so genannte "wechselwarme" Tiere sind, die nicht von selbst für eine konstante Körpertemperatur sorgen können. Sie sind abhängig von der Umgebungstemperatur. Sobald diese unter ein toleriertes Minimum fällt, erstarren die Tiere. Bei zu strengen Temperaturen, die lange anhalten, können sich unter der Haut Eiskristalle bilden, die zum Tod führen.
Quelle: feelgreen.de , BUND
Tim der Forscher schrieb:
am 7. Februar 2012 um 10:39:54
? ? ?
Wußte garnich, daß die österreichischen Wein nippen LOL
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