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Der große Schwindel mit Laktose-Intoleranz

10.04.2013, 17:58 Uhr | nk (CF)

Produkte mit dem Hinweis "laktosefrei" verkaufen sich bestens - das verleitet manche Hersteller zu Tricksereien. (Quelle: imago)

Produkte mit dem Hinweis "laktosefrei" verkaufen sich bestens - das verleitet manche Hersteller zu Tricksereien. (Quelle: imago)

Ist es sinnvoll, laktosefreie Produkte zu kaufen oder nicht? In Deutschland leiden immerhin fast 20 Prozent der Bevölkerung unter Laktoseintoleranz. Somit bildet sich eine Zielgruppe, die die Ernährungsindustrie natürlich gerne mit Ersatzprodukten bedienen möchte. Dass diese oftmals teureren Produkte nicht immer sinnvoll sind, ist dabei vielen Konsumenten gar nicht klar.

Sie gehen in den Supermarkt und greifen aufgrund Ihrer Laktose-Intoleranz zum laktosefreien Brot. Das Gefühl, das richtige Produkt gekauft zu haben, beruhigt Sie, macht Sie gleichzeitig aber auch um einige Euro ärmer. Die sogenannten MinusL-Produkte geben zum Beispiel vielen Menschen mit einer Laktose-Unverträglichkeit ein sicheres Gefühl beim Kauf. In vielen Fällen ist der Griff zum "laktosefreien" Produkt aber einfach nur Geldmacherei der Lebensmittelproduzenten. 

Geldmacherei mit der Laktoseintoleranz

Denn auf einigen Produkten ist ein "Laktosefrei"-Zeichen abgebildet, obwohl es nicht sinnvoll ist. Kochschinken oder Putenbrust beinhalten keine Laktose. Laut der Verbraucherzentrale Hamburg sind "laktosefreie" Produkte wie Aufschnitt oder Käse über 100 Prozent teurer. Das Schwarzbrot von MinusL ist sogar über 300 Prozent teurer als ein normales Schwarzbrot – obwohl beide Brote laktosefrei sind. Hier bestimmt der Aufdruck den Preis. Sinnvoll ist das nur für den Hersteller.

"Cleverer Marketing-Gag"

"Das ist ein cleverer Marketing-Gag", bestätigt die Haushaltsökonomin Christina Pittelkow vom Stuttgarter Gesundheitsamt beim Südwestrundfunk. "Das Produkt als Speziallebensmittel zu verkaufen dient nur dem Hersteller, der damit einen größeren Gewinn macht. Da muss man also ganz kritisch prüfen, wofür man sein Geld ausgibt." 

Dabei können laktose-intolerante Personen sogar bestimmte Milcherzeugnisse verzehren. Einige Käsesorten sind zum Beispiel für Menschen mit Laktoseintoleranz verträglich. "Laktosearm sind vor allem die Hartkäsesorten, zum Beispiel Emmentaler oder Gouda. Bei festem Käse ist durch die Fermentation, also den Verarbeitungsprozess, der Laktosegehalt deutlich reduziert", so Pittelkow weiter.

Bei vielen Produkten lieber vorsichtig sein

Wie viel Laktose wer verträgt, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Laktoseintolerante Personen sollten aber stets die Inhaltsstoffe auf der Verpackung durchlesen. Allerdings können Sie sich auch dann nicht immer 100-prozentig sicher sein. Es fehlt an Kontrollen und klaren Richtlinien, die den Hersteller dazu veranlassen, eindeutige Inhaltsangaben zu geben. 

Wer sich mit vegetarischen Produkten auf der sicheren Seite fühlt, sollte ebenfalls ganz genau auf die Verpackung schauen. Schokolade kann beispielsweise versteckte Milchzusätze enthalten, obwohl es sich um Zartbitterschokolade handelt. Die Hersteller sind nach dem Gesetz nicht verpflichtet, vegetarische Ware auch wirklich ohne tierische Zusätze herzustellen. Somit kann es auch hier zur Unverträglichkeit kommen.

ratgeber.t-online.de: Laktoseintoleranztest: So haben Sie Gewissheit

Quelle: nk (CF)



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