24.01.2012, 12:02 Uhr | mt
Der "Vertical Forest" ist ein Vorzeigeprojekt im Bereich des nachhaltigen Bauens. (Quelle: Stefano Boeri)
Ein Wald in einer Großstadt ist aufgrund der vielen Häuser und Straßen und dem oft spärlich vorhandenen Platz ein eher schwer zu realisierendes Vorhaben. In Mailand wächst inzwischen deshalb ein vertikaler Wald heran: Das italienische Architekturbüro Boeri Studio baut dort zwei Hochhäuser, die Hunderte von Bäumen und Tausende von Sträuchern beherbergen sollen. So entsteht mitten in der Stadt ein echtes Stück Wald.
"Bosco Verticale" ("Vertikaler Wald") wird das architektonische Vorzeigeprojekt im Bereich des nachhaltigen Bauens genannt. Bereits in diesem Jahr soll es bezugsfertig sein. Dann gibt es in der Nähe der Porta Garibaldi, dem Mailänder Stadttor, zwei Gebäude mit Wohn- und Geschäftsräumen zu bewundern. Sie werden 110 und 76 Meter hoch sein und über zahlreiche Terrassen verfügen. Die sollen pro Haus mit 900 Bäumen, 5000 Sträuchern und Büschen sowie mit 11.000 anderen Bodenpflanzen bestückt werden.
Wenn die beiden Gebäudetürme fertig bepflanzt sind, wird die begrünte Fläche 10.000 Quadratmetern, also einem Hektar Wald entsprechen. Damit die Pflanzen mit den speziellen klimatischen Bedingungen auch zurechtkommen, hat das Architekturbüro mit der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Mailand zusammengearbeitet. Es wurden Pflanzen ausgewählt, die etwa den verstärkten Wind auf den Terrassen besonders gut aushalten. Die Pflanzen wurden bereits vorgezogen, damit sie später ausreichend Kraft besitzen, um sich an ihr ungewöhnliches Umfeld besser zu gewöhnen.
Die Vorteile, die die Pflanzen sowohl den Bewohnern der Häuser als auch der gesamten Stadt bieten, sind immens: Im vertikalen Wald entsteht ein eigenes Ökosystem, das zum Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Insekten wird. Im Sommer bietet die Begrünung den Bewohnern des Hauses Schatten, der eine Temperaturabsenkung um zwei Grad Celsius bewirkt, die Pflanzen absorbieren außerdem Feinstaub und CO2. Gleichzeitig sinkt die Lärmbelastung.
Neben allen Vorteilen muss der vertikale Wald natürlich auch mit Wasser versorgt werden – und auch hier haben die Planer eine nachhaltige Möglichkeit gefunden. Über ein ausgeklügeltes Schlauchsystem werden die Pflanzen mit Brauchwasser versorgt, das im Keller gesammelt wird. Eine jeweils 500 Quadratmeter große Solarstromanlage, Windräder und Geothermie versorgen die Häuser mit autarkem Ökostrom. Entgegen aller Vermutungen kosten die nachhaltigen Häuser aktuellen Berechnungen zufolge kaum mehr als der Bau klassischer Hochhäuser. Die Mehrkosten liegen zur Zeit bei etwa 5 Prozent.
mt
siggi schrieb:
am 29. Januar 2012 um 15:36:02
Baumhaus,
anders kann man den Blödsinn nicht bezeichnen.Temperatur,Lärmbelästigung soll gemindert werden,was ist mit dem Ungeziefer oder
das Licht was den ganzen Tag brennen muss,die Pflege der Gewächse? Naja das Neandertal lässt grüßen,denn die haben auch schon Äste und Sträucher vor ihren Höhleneingängen gestellt um sich vor der Witterung zu schützen.
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Waldmensch schrieb:
am 29. Januar 2012 um 14:50:09
Hochhauswald
Die Idee hat schon einen Bart so lang wie die Bäume hoch sind.
In Darmstadt wurde solch ein Haus schon vor ca. 40 Jahren gebaut
und es steht immer noch. Wie ein anderer Kommentator schrieb stehen in München ja auch welche. Alle die sich hier Gedanken wegen der Statik usw. machen und über die Idee grundsätzlich meckern können sich dort mal schlau machen wie es funktioniert.
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Wolfgang schrieb:
am 29. Januar 2012 um 14:46:14
Wald etc.
Dafür sollte man vorhandere Gebäude-Dächer und Flächen nutzen - und den Personen-Nahverkehr kostengünstig bzw. kostenfrei für
die Bevölkerung gestalten. LKWs auf die Schiene. Wer sich unnötige Luxusfahrzeuge, Luxusfahrten und Schnellfahrten erlauben möchte, der sollte entsprechende Preise zahlen müssen - und eine Geschwindigkeitsbegrenzung nach oben (100 km/h) sollte eingeführt und tatsächlich auch eingehalten werden müsssen! Kfz.-Freie Tage für den Fern- und Stadtverkehr (!) weiter sinnvoll!
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