16.12.2011, 08:52 Uhr | hadiet
Rote, Grüne und Blaue OLEDs könnten bald Milchtüten zum Leuchten bringen. (Quelle: DZP)
Die Dresdner können stolz sein: Am Mittwoch räumten drei ihrer besten Wissenschaftler den Deutschen Zukunftspreis für ihre innovative Arbeit an multifunktionalen Displays und biegsamen Solarzellen ab. Bundespräsident Christian Wulff übergab den in Höhe von 250.000 Euro dotierten Preis an die Forscher mit größter Begeisterung. Er betonte, dass die Arbeit der Wissenschaftler einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung der Gesellschaft darstelle. Doch was genau haben die Herren eigentlich entwickelt?
Eine Milchtüte, die vor Ablauf ihres Haltbarkeitsdatums rot aufleuchtet? Unmöglich ist das nicht, wenn sich die Ideen von Prof. Dr. Karl Leo, Martin Pfeiffer und Jan Blochwitz-Nimoth durchsetzen. Damit die Arbeiten auch zu weiterem Erfolg führen werden, haben die Dresdner Forscher den Deutschen Zukunftspreis erhalten. "Wir freuen uns", sagt Leo. "Das war eine Überraschung bei der Konkurrenz. Wir wollten vorher den Ball flachhalten, weil wir nicht wussten, ob wir es schaffen."
In diesem Jahr musste sich die Jury zwischen drei Forschungsteams entscheiden. Zwei kamen aus dem klassischen Tüftlerland Baden-Württemberg und boten Fahrerassistenzsysteme für Autos und effektivere Solarzellen aus Galliumarsenid. Gesiegt haben schlussendlich die Sachsen – als leuchtendes Vorbild bei der speziellen Weiterentwicklung organischer Halbleiter.
Halbleiter sind feste, chemische Elemente, die unter bestimmten Bedingungen in der Lage sind, Energie zu leiten. Sie bestehen häufig aus Silicium oder Germanium und finden sich in elektronischen Bauteilen wieder, die in Computern, TV-Geräten oder Digitalkameras eingesetzt werden. Als organische Halbleiter bezeichnet man Halbleiter, die aus organischen Materialien bestehen und beispielsweise für die organische Leuchtdiode (OLED) oder die organische Solarzelle verwendet werden.
Der Begriff "organisch" hat hier aber nichts mit "bio" zu tun. Vielmehr geht es um Silicium- oder Kohlenwasserstoff-Verbindungen. Praktisch gesehen können sie bei der Stromgewinnung biegsame Material-Alternativen zu klassischen Solarzellen sein und haben unter anderem die Eigenschaft selbst zu leuchten.
Erste Anwendungen der Kunststoff-Elektronik im Bereich der OLEDS sind Handy-Displays, die ein gestochen scharfes Bild wiedergeben können und über eine hohe Bildauflösung verfügen. Sie können aber auch als Kamera oder Leuchtobjekt verwendet werden. Eine weitere Anwendung sind super flexible Solarzellen, deren Materialeigenschaften konventionelle Solarzellen übertreffen. Allerdings muss hier noch an Wirkungsgrad und Lebensdauer getüftelt werden.
Intelligente Kleidung, die leuchten kann, sei ein weiteres mögliches Einsatzgebiet. Und das ist nicht alles: "Es könnte bald Taschen geben, in denen man sein Mobiltelefon auflädt", erläuterte Leo. Auch großflächige Leuchten, die sich wie eine zweite Haut hauchdünn auf Wänden, Möbeln, Fenster- oder Fassadenflächen aufbringen lassen, halten die Forscher für realistisch. Es sei kostengünstiger und praktischer – und auch an der Haltbarkeit werde gearbeitet. Die Entwicklungen können in 10 Jahren bereits möglich sein.
Der Deutsche Zukunftspreis des Bundespräsidenten ist eine feste Institution im Bereich der Weiterentwicklung. Er geht bereits zum 15. Mal an die besten marktreifen Ideen aus den Technik-, Ingenieur- und Naturwissenschaften in Deutschland. Wer die Auszeichnung bekommt, darf sich der Aufmerksamkeit der Branche gewiss sein. Der Preis ist auch ein Prädikatssiegel für weitere Entwicklung und Vermarktung.
Quelle: dpa
jackow schrieb:
am 19. Dezember 2011 um 17:08:30
Leuchtmittel
Das mit der Milchtüte gibt es schon. Es ist keine Erfindung. Du brauchst nur mir eine solchen Tüte nach Fukushima zu reisen
und Dich dort längere Zeit aufhalten. Die Tüte wird so leuchten, dass Dir die Augen schmerzen. Wenn man sich wissenshcaftlich betätigt, könnte man sich lieber einmal Gedanken machen, wie die Erdbevöllkerung in Zukunft weiter ernährt wird, ohne die Nahrung mit Genen zu manipulieren, oder wie die Umwelt weiter entlastet werden kann. Diese Milchtüte ist nur dämlich.
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Fred schrieb:
am 17. Dezember 2011 um 20:43:21
Deutscher Zukunftspreis für geniale Lichtforschung übergeben
Leider haben die meisten "Kommentatoren" nicht bis zu Ende gelesen.
Bei den OLED gehts nicht vor allem um leuchtende Milchtüten, sondern um eine Technologie, welche in ein paar Jahren die (zu Recht) vielgescholtenen Energiesparlampen ablösen wird. Dafür der Zukunftspreis.
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Frida schrieb:
am 17. Dezember 2011 um 10:43:45
Leuchtetüten
Milch ist auch nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums ohne weiteres verwendbar. Endlich hätte man dann einen Vorwand, die rot
leuchtenden Tüten mit gutem Inhalt in die Tonne zu schmeißen, und der Kunde zahlt das dann letzlich mit. Das nützt nicht dem Verbraucher, sondern nur den Marktketten. Doofe Erfindung!
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