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Die Fassade der Zukunft besteht aus Algen;

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Die Fassade der Zukunft besteht aus Algen

19.04.2013, 17:40 Uhr | hut

Rohstoffe: Die Biofassade des Algenhauses "BIQ" ist weltweit einmalig.  (Quelle: IBA Hamburg)

Die Biofassade des Algenhauses "BIQ" ist weltweit einmalig. (Quelle: IBA Hamburg)

Wohnen im Grünen mal anders: In Hamburg ist das weltweit erste algenbetriebene Gebäude entstanden. Das mehrstöckige Wohnhaus "BIQ" nutzt zur Energieerzeugung Mikroalgen, die in Glaselementen der Fassade wachsen. Das Haus bezieht Strom und Wärme somit vollständig aus sich selbst. Auch die Wohnraumgestaltung soll eine Vorreiterrolle für den Städtebau der Zukunft übernehmen.

Gebäude mit einer grünen Haut

Auf der Sonnenseite des Gebäudes trägt die Fassade eine zweite, grüne Haut: Hier wurde eine Glashülle angebracht, in der die kleinen Energieerzeuger wachsen. Über einen getrennten Wasserkreislauf werden die Mikroalgen mit Nährstoffen und Kohlendioxid versorgt. Mit Hilfe der Sonneneinstrahlung können die Algen so Photosynthese betreiben und Biomasse erzeugen. Diese dient als Rohstoff zur Herstellung von Biogas, mit dem das gesamte Haus betrieben wird. Zusätzlich gewinnt die Fassade Energie durch das Sonnenlicht, das nicht von den Algen genutzt wurde. Diese Solarenergie kann im Erdboden zwischengespeichert werden. Das Algenhaus "BIQ" kommt damit ganz ohne fossile Brennstoffe aus.

Wohnen nach Wunsch und Bedürfnissen

Die einzigartige Algenfassade des Gebäudes dient aber nicht nur der Energieerzeugung. Sie sorgt auch für Schallschutz, isoliert die Innenwände und reguliert Licht und Schatten im Haus. Auch die Innenräume des Wohnhauses setzen ganz auf Effizienz und Nützlichkeit: Zwei der insgesamt 15 Wohnungen des Algenhauses verfügen über keine feste Raumstruktur, das heißt, sie besitzen keine klar getrennten Räume. Stattdessen können einzelne Bereiche der Wohnung, wie Bad, Küche oder Schlafzimmer, je nach Bedarf geöffnet und zu einem großen Raum, der "neutralen Zone", hinzugefügt werden, indem man die Wände verschiebt. So kann der Grundriss flexibel nach den jeweiligen Bedürfnissen von Arbeit und Alltag gestaltet werden.

Algenhaus ab April in Betrieb

Eine solche Gestaltungsfreiheit werde immer wichtiger im Zuge der zunehmenden Vernetzung von Wohnen und Arbeiten, glaubt Architekt Jan Wurm. Er sieht in "BIQ" ein Haus mit Vorreiterrolle für den Städtebau der Zukunft. Das Algenhaus der Firma Arup wurde bereits auf der Internationalen Bauausstellung (IBA) in Hamburg am 22. März vorgestellt. Ab 25. April dieses Jahres soll es voll einsatzbereit sein.

Quelle: hut


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