28.09.2011, 10:12 Uhr | dapd
Mehrwegflaschen verschwinden aus dem Umlauf. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Obwohl sie umweltfreundlicher als Plastikflaschen sind und mangels Weichmacher die Gesundheit nicht gefährden, verschwinden Mehrwegflaschen aus Glas mehr und mehr vom Markt. Schuld daran: Die Verbraucher selbst und Hersteller, die suggerieren, dass es sich bei anderen Verpackungsmethoden ebenfalls um Pfandflaschen handle. Dabei sind Plastik und Co. vor allem eines: Müllberge, die auf lange Sicht die Umwelt massiv schädigen.
Der Rückgang sei von 70 auf 50 Prozent aller Getränkeverpackungen ist zwar schleichend, aber stetig. Wenn die Politik sich nicht dagegenstellt, könnte das Mehrwegsystem bald völlig vom Markt verschwinden. "Der Tipping-Point liegt da, wo das Mehrwegsystem unrentabel wird", so NABU-Referentin Indra Enterlein. Die Entwicklung komme nicht von ungefähr. Dem Verbraucher werde vermittelt, dass eine Pfandflasche, da er sie zum Recycling zurückbringe, per se umweltfreundlich sei.
"Der Verbraucher weiß gar nicht mehr, ob er eine wirklich umweltfreundliche Flasche kauft oder nicht", sagte die Abfallexpertin des Bundesverbandes für Umweltberatung, Gudrun Pinn. Dabei seien es nur die wiederverwertbaren Flaschen, die den Plastikmüll auf lange Sicht verringern. So entspreche der durchschnittliche jährliche Wasserverbrauch eines Bundesbürgers von 133 Litern einem Plastikmüllberg von 89 Einwegflaschen mit 1,5 Liter Inhalt, aber nur fünf Mehrwegflaschen mit 0,7 Liter Inhalt.
Einzig bei Bierflaschen sei die Zahl der Mehrwegflaschen seit Einführung des Dosenpfands gestiegen. "Der Verbraucher akzeptiert keine Bierdosen", sagte NABU-Referent Benjamin Bongardt. Rechne man nur die Flaschen mit alkoholfreien Getränken mit einem Anstieg der Einwegflaschen seit 2003 um fast 50 Prozent, sei die Mehrweg-Bilanz noch schlechter.
Um dem endgültigen Verschwinden entgegen zu steuern, müsse die Mehrwegflasche besser gekennzeichnet werden. Ein solcher Vorschlag sei auch der Politik bereits unterbreitet worden. "Entweder eine Kennzeichnung am Deckel oder eine Banderole um die ganze Flasche könnten wir uns vorstellen", sagte Pinn. Zusätzlich plädiert der NABU für eine ökologisch differenzierte Besteuerung von Getränkeverpackungen. So solle die Art und Menge des Materials bei der Besteuerung mit einbezogen werden. Damit ergebe sich für Glasmehrwegflaschen ein Steuersatz von 2,8 Prozent und für Mehrwegfaschlen aus Plastik von 2,6 Prozent. Bei Einwegflaschen und Dosen hingegen solle der Steuersatz bei 13 beziehungsweise 15,7 Prozent liegen. Damit spare man CO2-Emissionen und Abfälle gleichermaßen.
Quelle: dapd , t-online.de
äRGe schrieb:
am 4. Oktober 2011 um 17:46:51
kein Glas - kein Kauf
Ich bin ein Verfechter der Glasflasche und trinke nix aus dem Plastelinbecher. Ich werde dann auch keine Getränke
mehr, egal von welchem Hersteller, erwerbe. Plastik ist für manches gut, nicht aber für Lebensmittel. Punkt um!
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LobbyHasser schrieb:
am 4. Oktober 2011 um 17:11:01
EWF endgültiges aus?
Ich habe vor wenigen Jahren schon mit CocaCola einen über Wochen andauernden Streit gehabt, weil ich die Cola aus
1-Liter Glasflaschen (wegen des wesentlich besseren Geschmacks) haben wollte.
Die haben mich abserviert, weil die aufgrund ihrer Größe auf kleine Leute keine Rücksicht nehmen müssen.
Wenn mehr Verbraucher die PET-Flaschen nicht mehr nehmen würden (ich kaufe 0,33-Liter - Gastroglasflaschen), wäre die Industrie schnell zur Umkehr bereit.
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Erik schrieb:
am 4. Oktober 2011 um 17:08:33
Plastikflaschen
Pfand auf Getränkeflaschen + Dosen finde ich grundsätzlich gut. Die werden nicht mehr in die Grünanlagen geschmissen,
sondern müssen wieder in den Rohstoffkreislauf eingebracht werden.
Da sollte auch kein Unterschied (Co² haltig oder nicht) gemacht werden.
Eigendlich sind mir Glasflaschen lieber, aber im Einkauf zu schwer. Auch hier sollte ein generelles Pfand eingeführt werden.
Bin wirklich kein Freund von Trettin aber ich mag es sauber + möglichst ökologisch.
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