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Energieaustausch zwischen Auto und Haus mit Smart-Grid

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Energieaustausch zwischen Auto und Haus mit Smart-Grid

28.06.2012, 10:42 Uhr | kk (CF)

Die Möglichkeiten, Strom aus erneuerbaren Energien zu speichern, sind begrenzt. Nun setzen Forscher auf den Energieaustausch zwischen Auto und Haus. Wenn immer mehr Elektrofahrzeuge mit Akku unterwegs sind, könnten diese dank Smart-Grid als mobile Stromspeicher genutzt werden - den sie bei Bedarf auch wieder abgeben können.

Mit Smart-Grid zu einer effizienten Strominfrastruktur

Mithilfe von Smart-Grid sollen zukünftig alle Teile der Strominfrastruktur in einem intelligenten Stromnetz zusammengeführt werden, um somit effizienter mit den Energieressourcen haushalten zu können. Elektroautos könnte dabei eine besonders wichtige Rolle zufallen – sofern sich diese auf dem Automobilmarkt durchsetzen.

Das E-Auto als mobiler Stromspeicher könnte überschüssige Energie bei Bedarf wieder abgeben. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Das E-Auto als mobiler Stromspeicher könnte überschüssige Energie bei Bedarf wieder abgeben. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Da jedes Auto mit einem Akku ausgestattet wäre, ließen sich diese ideal als kurzfristige Zwischenspeicher für Strom verwenden. Beispielsweise bei Nacht, wo überschüssige Windenergie heutzutage noch verpufft.

Schwankungen ausgleichen

Elektroautos könnten in Zeiten, in denen Strom aus erneuerbaren Energien knapp ist, den gespeicherten Strom wieder zurückgeben. Der Energieaustausch würde beispielsweise in der heimischen Garage stattfinden. "Eine Batterieladung unseres Elektroautos reicht dem durchschnittlichen japanischen Haushalt für 48 Stunden", sagt Nissan-Manager Hiroki Nagayama.

Infrastruktur fehlt

Während der Atomkatastrophe in Fukushima erhielt der Autokonzern zahlreiche Anfragen aus der Bevölkerung, ob sich ihre Elektrogeräte nicht auch mit der gespeicherten Energie des Elektrofahrzeuges betreiben ließen. Sofern eine Schnittstelle für den Energieaustausch vorhanden ist, sei dies durchaus möglich. Alles, was fehlt, sei eine entsprechende Infrastruktur, das sogenannte Smart-Grid – und natürlich eine ausreichend hohe Zahl an Elektrofahrzeugen.

Japanische Hersteller führend in der Forschung

Während japanische Autohersteller wie Nissan, Honda oder Toyota bereits einiges in die Erforschung solcher Plug-in-Modelle für den Energieaustausch zwischen Haus und Auto gesteckt haben, sind deutsche Hersteller noch längst nicht so weit.

Das Bundeswirtschaftsministerium hat immerhin bereits im März 2011 den Wettbewerb "IKT für Elektromobilität II: Smart Car – Smart-Grid – Smart Traffic" ins Leben gerufen. Das Elektroauto als externer und mobiler Stromspeicher ist hier einer von drei Themenschwerpunkten und eins der Gewinnerprojekte beschäftigt sich konkret mit dem Thema des dezentralen Energiemanagements mithilfe von Elektroautos.

Der Erfolg ist allerdings stark abhängig von der zukünftigen Akzeptanz und Verbreitung von elektrisch betrieben Fahrzeugen in Deutschland.

Quelle: kk (CF)



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