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Energiesparlampen ohne Quecksilber entwickelt

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Forscher entwickeln Energiesparlampen ohne Quecksilber

09.05.2013, 11:18 Uhr | hf (CF)

Bald hat die Energiesparlampe die Glühbirne abgelöst. Jetzt wurden Modelle ohne Quecksilber entwickelt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bald hat die Energiesparlampe die Glühbirne abgelöst. Jetzt wurden Modelle ohne Quecksilber entwickelt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ab 2016 dürfen keine Glühbirnen mehr verkauft werden. Doch Energiesparlampen genießen nach wie vor einen zweifelhaften Ruf, da sie Quecksilber enthalten. Das erschwert zum einen die Entsorgung, zum anderen ist das eine Gefahrenquelle, sollte die Lampe zu Bruch gehen. Eine neue bahnbrechende Erfindung könnte eine Alternative darstellen.

Quecksilber in Energiesparlampen

Die Energiesparlampe soll spätestens 2016 die Glühbirne endgültig ablösen. Das stufenweise Verbot der energiefressenden Lampe mit Glühfaden hat bereits zu einem enormen Anstieg des Energiesparlampenverkaufs geführt.

Schon 2008 wurden in Deutschland 100 Millionen der auch als Kompaktleuchtstofflampe bekannten Leuchtmittel verkauft, 8.900 Tonnen landeten anschließend auf dem Müll - obwohl die Energiesparlampe eigentlich als Sondermüll entsorgt gehört. Denn sie enthält hochgiftiges Quecksilber, das eine Gefahr für Boden und Grundwasser darstellt.

Und auch wenn ein solches Leuchtmittel im Haushalt zu Bruch geht, sind viele Konsumenten zurecht ängstlich. Das Deutsche Umweltbundesamt versichert zwar, dass das giftige Schwermetall nach einer Viertelstunde Lüften komplett verdampft sei, den meisten Menschen ist dabei dennoch mulmig zumute.

Sonstige Nachteile herkömmlicher Kompaktleuchtstofflampen

Energiesparlampen arbeiten zwar deutlich effizienter als die zuvor verbreitete Glühbirne, bringen neben dem giftigen Quecksilberanteil aber noch weitere Nachteile mit. So strahlen die neuen Leuchtmittel häufig in einer anderen Lichtfarbe, die als kälter empfunden wird als das Licht einer Glühfadenlampe.

Zudem benötigt die Energiesparlampe eine relativ lange Zeit, bis sie ihre Endhelligkeit erreicht hat. Mitunter müssen Sie darauf etwa vier Minuten warten. Darüber hinaus können die Leuchtmittel nicht mit herkömmlichen Dimmern verwendet werden und weisen je nach Technik des Vorschaltgeräts ein unangenehmes Flimmern auf.

Bahnbrechende Erfindung: Quecksilberfreie Energiesparlampe

Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) ist jetzt eine bahnbrechende Erfindung gelungen. Das Team um Professor Rainer Kling forschte mehr als zwei Jahre an einer Energiesparlampe ohne Quecksilber - das Ergebnis präsentierten sie unter dem Namen "3rdPPBulb" auf der Hannover Messe 2013. Eine spezielle Gasmischung, die von außen per Mikrowellen zum Leuchten gebracht wird, macht das giftige Schwermetall unnötig.

Darüber hinaus bietet die "3rdPPBulb" die Vorteile, dass sie sofort ihre Endhelligkeit erreicht, ein wärmeres Licht als andere Energiesparlampen abstrahlt und dimmbar ist. Die Haltbarkeit schätzt Professor Rainer Kling auf rund 30.000 Stunden. Aktuell führt er Lizenzverhandlungen mit großen Herstellern, sodass die Energiesparlampe ohne Quecksilber schon nächstes Jahr in Serie produziert werden könnte.

Quelle: hf (CF)


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