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Energiewende: Streit um die Kosten

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Energiewende: Streit um die Kosten

08.07.2013, 11:10 Uhr | sd (CF)

Die Energiewende sorgt weiter für Gesprächsstoff. Mit ungewohnt scharfem Ton rief Siemens-Chef Peter Löscher Verantwortliche der Energiepolitik auf, weitreichende Korrekturen vorzunehmen. Unter anderem seien die Kosten für Deutschland unverhältnismäßig hoch angesetzt.

Hohe Strompreise und falsche Investitionen als Streitpunkt

Gegenüber der "Welt" warnt Peter Löscher davor, das eigentliche Ziel der Energiewende aus den Augen zu verlieren: "Die Strompreise entwickeln sich unkontrolliert nach oben. Und dennoch kommen wir unserem Ziel der Reduzierung von CO2-Emissionen nicht näher." Aufgrund der immer weiter steigenden Kosten scheint die Energiewende der Industrie derzeit mehr zu schaden als zu nutzen. Privathaushalte und Industriebetriebe werden im Vergleich zu anderen europäischen Ländern mit deutlich größeren Strompreissteigerungen von bis zu 40 Prozent konfrontiert. Zudem seien nach Löschers Meinung die Fördermittel für Solar- und Windkraft zu opulent. Damit würde Deutschland den teuersten Weg der Energiewende gehen. 

Auch Marcel Keiffenheim von Greenpeace Energy kritisierte in einer Unternehmensmitteilung die Politik: Bundesumweltminister Peter Altmaier, der an seiner Kostenprognose über einer Billion Euro festhält, würde Kosten falsch zusammenrechnen und Gewinne aus der Energiewende verschweigen.

Die Forderung: Energiewende korrigieren

Löschers Forderung: "Wir brauchen Entscheidungen, die die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes auf lange Sicht erhalten." Nach Berechnungen des Siemens-Konzerns könnten bis 2030 die Kosten für die Energiewende um bis zu 150 Milliarden Euro nach unten geschraubt werden. Statt erneuerbare Energien mit Subventionen zu fördern, sollten die Investoren den Zuschlag für neue Windparks erhalten, die die geringste Einspeisevergütung anbieten. Zudem könnte es Unternehmen mit großem Verbrauch schmackhaft gemacht werden, die Anlagen wie etwa Kühlhäuser teilweise abzuschalten. Hinter Löschers Kritik steht ein klarer Eigennutz: Siemens hatte seinen Umsatz aus grünen Technologien in den vergangenen Jahren auf 33 Milliarden Euro ausgeweitet und war für das nachhaltige Engagement ausgezeichnet worden.

Quelle: sd (CF)


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