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Ernährung: Französische Ministerin wettert gegen Nutella

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Französische Ministerin wettert gegen Nutella

17.06.2015, 09:07 Uhr | AFP

Für seinen beliebten Brotaufstrich verwendet der Nahrungsmittelkonzern Ferrero Palmöl. (Quelle: dpa)

Für seinen beliebten Brotaufstrich verwendet der Nahrungsmittelkonzern Ferrero Palmöl. (Quelle: dpa)

"Man muss aufhören, Nutella zu essen" - mit einem Aufruf gegen den beliebten Schoko-Brotaufstrich hat Frankreichs Umweltministerin Ségolène Royal für Aufsehen gesorgt. Die Sozialistin kritisierte am Montagabend im Sender Canal Plus, dass sich in Nutella Palmöl befinde - für dessen Gewinnung Waldflächen gerodet würden. "Das richtet beträchtliche Schäden an."

An den Nutella-Hersteller Ferrero gerichtet sagte die frühere Lebensgefährtin von Frankreichs Staatschef François Hollande: "Sie müssen andere Rohstoffe verwenden."

Beim Palmöl liegt das Problem an der Gewinnung des Rohstoffes. Dafür fallen riesige Flächen der Waldrodung zum Opfer, wodurch eine beträchtliche Menge an CO2 in die Atmosphäre gelangt. Schätzungen zufolge werden zur Gewinnung von Palmöl beispielsweise in Indonesien bis 2020 ganze 2,5 Millionen Hektar Tiefmoorwälder abgeholzt und verbrannt sein. Der CO2-Ausstoß beträgt etwa 200 bis 300 Tonnen pro Hektar.

Deutschland konsumiert tonnenweise Palmöl

Palmöl findet sich in der Hälfte aller Lebensmittel und in zahlreichen weiteren Konsumgütern, beispielsweise in Kosmetika, Reinigungs- oder Waschmitteln. Der weltweite Verbrauch des günstigen Öls liegt laut WWF derzeit bei rund 50 Millionen Tonnen pro Jahr. Rund 5,3 Millionen Tonnen davon gingen nach Europa, 1,3 Millionen Tonnen landeten in Deutschland.

Die Ölpalmen werden den Angaben zufolge vor allem in Malaysia und Indonesien angebaut. 85 Prozent des weltweiten Palmöls stammten aus diesen Ländern. Nach wie vor werde für die dortigen Plantagen aber Regenwald abgeholzt.

Kein Kommentar von Ferrero

Ferrero wollte Royals Äußerungen nicht direkt kommentieren, betonte aber, Umweltbelange ernst zu nehmen. Das Unternehmen sei eine Reihe von Verpflichtungen beim Palmöl eingegangen. "Der Anbau der Ölpalme kann mit dem Respekt von Umwelt und Bevölkerung einhergehen", erklärte der Konzern.

Quelle: AFP



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