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Erneuerbare Energien zweitwichtigste Quelle bei der Stromgewinnung

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Öko- überholt Atomstrom

12.01.2012, 10:28 Uhr | dpa

Erneuerbare Energien sind die zweitwichtigste Quelle der Stromgewinnung geworden. (Quelle: imago)

Erneuerbare Energien sind die zweitwichtigste Quelle der Stromgewinnung geworden. (Quelle: imago)

Erneuerbare Energien sind zur zweitwichtigsten Quelle bei der Stromgewinnung geworden. Auch, nachdem acht Atomkraftwerke abgeschaltet wurden, wurde in Deutschland noch mehr Strom produziert als verbraucht, wie neue Zahlen jetzt belegen. So hat Deutschland mehrere Milliarden Kilowattstunden Strom ins Ausland exportiert. Die schlechte Nachricht: Auf Platz eins der Stromquellen liegt ein absoluter Klimakiller.

Atomenergie bei 18 Prozent

Die erneuerbaren Energien sind inzwischen die zweitwichtigste Quelle bei der Stromversorgung. Mit rund 20 Prozent Anteil am Strommix haben sie im vergangenen Jahr die Atomenergie abgelöst, die nach der Abschaltung von acht Atomkraftwerken noch auf einen Anteil von 18 Prozent kam. Wichtigste Energiequelle zur Stromerzeugung war laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft mit 25 Prozent die Braunkohle. Steinkohlekraftwerke steuerten 19 Prozent zur Stromgewinnung bei. Öl, Pumpspeicherkraftwerke und andere Quellen kommen auf einen Anteil von 5 Prozent.

Dezember 2011 erfolgreichster Windmonat aller Zeiten

Der Dezember 2011 war nach Angaben der Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Hildegard Müller, mit 8,5 Millionen Kilowattstunden aus Windkraftanlagen der erfolgreichste Windmonat aller Zeiten in Deutschland. "Das starke Wachstum der erneuerbaren Energien ist erfreulich, erhöht aber auch den Handlungsdruck für den Netzausbau und eine Marktintegration der erneuerbaren Energien", sagte Müller am Mittwoch in Berlin.

Kosten für Solarförderung laufen aus dem Ruder

Besonders der neue Rekord mit 7500 Megawatt an neuen Anlagen bei der Solarenergie mache Sorgen, da wegen der Förderung die Kosten für den Verbraucher aus dem Ruder zu laufen drohen. "Es muss sicher nach neuen Lösungen gesucht werden", sagte Müller. Die von Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) angekündigten Branchengespräche sollten nicht nur mit der Solarbranche geführt werden. Die Photovoltaik habe 2012 einen Anteil von 56,2 Prozent an der Ökostromumlage, die die Verbraucher über den Strompreis zahlen müssen.

"Energiewende muss gelebt werden"

In diesem Jahr werden Vergütungszahlungen an die Erzeuger von Ökoenergie in Höhe von 17,608 Milliarden Euro erwartet. Müller sagte, es müsse geschaut werden, ob mit dem neuen Marktprämienmodell, das eine Direktvermarktung von Ökostrom an der Strombörse statt einer garantierten Vergütung über die Ökostromumlage vorsieht, die erneuerbaren Energien stärker marktfähig gemacht werden können. Von der Bundesregierung forderte sie ein koordiniertes Vorgehen, nachdem zuletzt immer wieder Reibereien zwischen Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) Schlagzeilen gemacht hatten. "Allein der Wille zur Energiewende reicht nicht aus, er muss gelebt werden", sagte Müller. In einigen Bereichen fehle ein Fahrplan.

Fünf Kilowattstunden ins Ausland exportiert

2011 wurden in Deutschland 607 Milliarden Kilowattstunden Strom verbraucht (2010: 610 Mrd./minus 0,5 Prozent). Die Stromerzeugung ging auf 612 Milliarden Kilowattstunden leicht zurück (2010: 628 Mrd./ minus 2,5 Prozent). Damit wurden trotz der Abschaltung von acht AKW noch fünf Milliarden Kilowattstunden ins Ausland exportiert.

Mehr als 2000 Windanlagen im Meer genehmigt

Der Ausbau der Windkraft vor der deutschen Nord- und Ostseeküste geht voran. Inzwischen sind mehr als 2000 Einzelanlagen genehmigt worden, wie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie am Mittwoch in Berlin mitteilte. Seit dem ersten Windpark im Jahr 2001 seien 28 Projekte zugelassen worden, weitere 84 Anträge lägen bereits vor. Erste Ergebnisse der begleitenden Erforschung von Umweltauswirkungen zeigten, dass sich an Fundamenten von Windanlagen zahlreiche Bodenlebewesen ansiedeln. Dies seien etwa Schnecken, Krebse, Würmer, Muscheln und Seesterne sowie in der Folge viele Fische. Es seien nur sehr wenige tote Zugvögel gefunden worden.

Quelle: dpa


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