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Expertentipps rund um die Fütterung von Wildtieren

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Expertentipps rund um die Fütterung von Wildtieren

19.11.2016, 13:18 Uhr | AFP

Eichhörnchen und Igel sind nicht auf Füttern angewiesen. (Quelle: dpa)

Eichhörnchen und Igel sind nicht auf Füttern angewiesen. (Quelle: dpa)

Mit dem ersten Schneegriesel holen viele Menschen ihr Vogelhäuschen aus dem Keller. In den Läden stapeln sich bereits die Meisenknödel. Doch die meisten Wildtiere brauchen im Winter gar kein zusätzliches Futter oder sind erst bei langen Frostperioden auf Hilfe angewiesen. Die Experten der Deutschen Wildtier-Stiftung, von Tierschutzbund und Nabu erklären, wann das Füttern sinnvoll ist:

Singvögel

Aus Gründen des Artenschutzes ist die Vogelfütterung nach Ansicht von Experten nicht nötig. Manche plädieren sogar dafür, der Natur freien Lauf zu lassen und lehnen eine Winterfütterung ab. Immerhin kommt die Vogelfütterung in Städten und Dörfern etwa zehn bis 15 Arten zugute. Die Wildtier-Stiftung gibt zu bedenken, dass ein kleiner Vogel in einer einzigen Frostnacht bis zu 20 Prozent seines Körpergewichts verliert, weswegen das Füttern sinnvoll sei.

Körnerfresser wie Buch- und Bergfink, Grünling, Kernbeißer, Haus- und Feldsperling oder Zeisig sind mit Sonnenblumenkernen, Hanf, kleingehackten Hasel- und Walnüssen, Bucheckern und Fruchtständen von Hirse und Mohn gut versorgt. Werden die Kerne mit Weizen- und Haferflocken gemischt, lockt dies auch Ammern und Kleiber an. Amseln, Singdrosseln und Rotkehlchen picken gern aufgeschnittene Früchte und Beeren.

Wasservögel

Brot und andere Essensreste sind für Enten, Gänse und Schwäne ungesund. Das Füttern von Wasservögeln ist deshalb vielerorts verboten. Dem Nabu zufolge kann bei Wasservögeln eine Zufütterung mit Getreide, Hühnerfutter und weichen Kartoffeln dann Sinn ergeben, wenn Seen und Teiche zufrieren. Das Futter sollte aber nur am Ufer angeboten werden, um einen übermäßigen Nährstoffeintrag in die Gewässer durch faulende Essensreste zu verhindern.

Eichhörnchen

Eichhörnchen kommen ganz gut allein zurecht. Sie sind das ganze Jahr über auf Nahrungssuche und futtern sich bereits ab Sommer Winterspeck an. Im Herbst beginnen die Nager, die keinen Winterschlaf, sondern nur Winterruhe halten, mit dem Anlegen ihrer Vorräte. Sie vergraben Nüsse, Kastanien oder Bucheckern an geheimen Orten, etwa unter Baumwurzeln und in Baumhöhlen.

Rehe und Hirsche

Rehe und Hirsche reduzieren im Winter ihre Körpertemperatur, um Energie zu sparen. Sie stehen häufig bewegungslos in der Landschaft. Der Herzschlag verringert sich - statt 60 bis 70 Mal in der Minute schlägt das Herz dann nur 30 bis 40 Mal. Gleichzeitig verkleinert sich im Winter der Verdauungstrakt, denn die Tiere finden dann oft nur faserreiche Nahrung wie dürre Gräser und Brombeerblätter. Ist die Schneedecke über einen längeren Zeitraum geschlossen und vereist, dann braucht auch das Wild Extrafutter. Dafür sorgt in Notzeiten allerdings ausschließlich der Förster.

Igel

Gesunde Igel brauchen kein Extrafutter. Liegt in Gärten und Parks genügend heruntergefallenes Laub, finden sie meist ausreichend zu fressen wie Insekten und Schnecken. Komposthaufen, aber auch Reisig- oder Blätterhaufen bieten ein ideales Quartier für den Winterschlaf. Für junge Igel kann eine Zufütterung dem Tierschutzbund zufolge sinnvoll sein. Geeignet ist Katzendosenfutter, gemischt mit Haferflocken oder Weizenkleie. Zudem sollte den Tieren Wasser angeboten werden. Milch und Essensreste sind dagegen nicht artgerecht und können den Igeln sogar ernsthaft schaden. Nur Igel, die wirklich krank, verletzt oder bei Wintereinbruch stark untergewichtig sind, brauchen Hilfe von Fachleuten.

Wildschweine

Die Tiere sollten auf keinen Fall gefüttert werden. Dies ist etwa in Städten wie Berlin, wo sich die Tiere bereits heftig vermehren, sogar streng verboten. Wildschweine lernen sehr schnell, wo fütterwillige Menschen sind. Die Tiere verlieren dadurch einerseits die Distanz zum Menschen und lernen andererseits nicht zu unterscheiden. So kommt es immer wieder dazu, dass Waldspaziergänger als vermeintliche Futterlieferanten von Wildschweinen rüde angerempelt werden und dabei durchaus auch Verletzungen davon tragen können.

Quelle: AFP


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