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Fairphone: Das Vorzeige-Telefon der Zukunft;

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Fairphone: Das Vorzeige-Telefon der Zukunft

06.12.2012, 11:29 Uhr | jh (CF)

Smartphones sind für viele Menschen selbstverständlicher Luxus. Doch stammen mehrere Bauteile aus Konfliktgebieten. Mit dem Fairphone einer niederländischen Initiative soll nun das erste Smartphone auf den Markt kommen, dessen Materialgewinnung nicht mit Ausbeutung wie Kinderarbeit oder der Zerstörung der Umwelt zusammenhängt.

Smartphoneproduktion begünstigt Kinderarbeit und Umweltschäden

In einem Mobiltelefon finden sich etwa 30 Metalle, etwa Zinn, Coltan, Gold oder Kobalt. Und viele dieser Materialien werden aus Konfliktgebieten wie dem Kongo exportiert. Laut FairPhone stehen bei der Gewinnung der Metalle Kinderarbeit, Umweltschäden oder auch Mord hinter der Gewinnung der Materialien. "Etwa ein Drittel der Minenarbeiter im Kongo sind Kinder und Jugendliche. Die Arbeit ist sehr gefährlich, und die Familien berichten von einer steigenden Anzahl an Todesfällen. Luft, Böden und Gewässer sind so stark durch Giftstoffe belastet, dass viele Babys in der Region krank geboren werden" mahnt die Entwicklungsorganisation "makelITfair" laut der "Tageszeitung". Die großen Hersteller von Mobiltelefonen winken beim Thema konfliktfreie Materialgewinnung eher ab. 

Eine niederländische Initiative will das erste Smartphone aus fairer Produktion rausbringen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Eine niederländische Initiative will das erste Smartphone aus fairer Produktion rausbringen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Mit dem Fairphone nachhaltig telefonieren

Um gegen diese Missstände anzugehen, entwickeln nun Bas van Abel und Miquel Ballester Salva im Rahmen einer niederländischen Initiative das Fairphone. Hierbei soll es sich um ein Smartphone handeln, das nahezu frei von Materialien ist, die aus Konfliktgebieten stammen. So hätten Telefonbenutzer eine Wahl, die es bisher nicht gab. Materialien wie Cobalt versucht die Initiative selber aus dem Kongo zu beziehen, ohne dass Ausbeutung von Arbeitskräften oder Umweltschäden bei der Metallgewinnung erfolgen.

Zusammenarbeit mit Vodafone

Es ist aber noch einiges zu tun, um alle Materialien aus konfliktfreien Gebieten zu beziehen. "Ein 100% faires Smartphone herzustellen ist derzeit unmöglich", so die Entwickler laut der "Tageszeitung". Um auf dem Markt ausreichend Kunden zu finden, ist eine Kooperation mit Vodafone geplant. Das Fairphone selbst soll 2013 verfügbar sein, etwa 250 bis 300 Euro Kosten und mit Android laufen. Zunächst ist die Anfertigung von 10.000 Geräten natürlich unter kontrollierten Bedingungen geplant. 

Quelle: jh (CF)


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