13.02.2012, 17:46 Uhr
Schon Anfang 2011 strandete ein Exemplar der seltenen Pottwale an der belgischen Küste. (Quelle: imago)
Vergangene Woche ist ein rund zehn Jahre alter Pottwal an der belgischen Küste gestrandet und qualvoll verendet. Nach vielen Diskussionen darum, was mit dem Kadaver weiter geschehen soll, kommt nun eine abstruse Idee auf den Tisch: Statt einer angemessenen Bestattung auf See will man aus dem Tier Kraftstoff gewinnen. Nach Meinung der Tierschutzorganisation Peta geht das eindeutig zu weit. Der Vorschlag verstoße außerdem gegen das Washingtoner Artenschutzabkommen.
Nachdem Anfang Februar ein Pottwal an der Küste des belgischen Seebades Knokke-Heist gestrandet ist, kritisiert die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. nun die bekannt gewordenen Pläne, den Leichnam des Wales zur Stromgewinnung benutzen zu wollen. PETA forderte heute die belgischen Behörden auf, den Pottwal, der am Strand noch Stunden mit dem Tode gerungen hatte, stattdessen auf See zu bestatten. Walkadaver stellen wichtige abgeschlossene Ökosysteme auf dem Meeresgrund dar.
"PETA fordert, dass der Wal nicht zur Stromgewinnung missbraucht wird, denn neben dem moralischen Aspekt könnte die kommerzielle Verwertung des Wals auch gegen das Washingtoner Artenschutzabkommen verstoßen", sagt Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin bei PETA. "Pottwale sind eine gefährdete Art und streng geschützt. Der Handel, auch mit ihren Körperteilen, ist verboten."
Der internationale Walfang, der Pottwale an den Rand der Ausrottung brachte, kommt einem Vernichtungsfeldzug nahe – vor allem, weil die Straßenbeleuchtung in vielen Städten noch bis ins 20. Jahrhundert mit Waltran betrieben wurde. Sollte nun erneut ein Wal zur Energieproduktion herhalten müssen, würde dies ein völlig falsches Signal für den Artenschutz setzen. Über das Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES Appendix I genießt der Pottwal durch Belegung seiner Art mit einem Handelsverbot Schutz vor dem freien Handel.
PETA befürchtet auch, dass dieses negative Beispiel in der Fischereiindustrie Nachahmer finden könnte. Japanische Walfänger oder Fischer in Europa, in deren kilometerlangen Netzen sich auch Pottwale verfangen und ertrinken, könnten hier ein lukratives Geschäft wittern, was eine Katastrophe für den Artenschutz wäre. Denn trotz des internationalen Walfangverbots steigt die Zahl der Pottwale kaum. Schuld daran sind vor allem neben der Treibnetzfischerei in Europa die Ausnahmegenehmigung der Japaner, jedes Jahr zehn Pottwale fangen zu dürfen, sowie steigender Lärm in den Ozeanen und die hohe Konzentration giftiger Chemikalien im Walfleisch, die zum Tod der größten Zahnwale führen.
Ein auf organische Abfälle spezialisierter Energiehersteller im flämischen Ostende will das Walfett zu Biotreibstoff umwandeln, berichtet die belgische Nachrichtenagentur Belga. Das rund 13 Meter lange und fast 25 Tonnen schwere Tier besteht zur Hälfte aus Fett. Dies soll erst geschmolzen und gereinigt werden. Danach will das Unternehmen das Material raffinieren. Der tote Wal soll so 50.000 Kilowattstunden Strom liefern – laut Belga genug, um 14 Haushalte ein Jahr lang zu versorgen.
Den ganzen Donnerstag lang waren Wissenschaftler und Zivilschutz damit beschäftigt, das Teofiel getaufte Tier vom Strand zu holen. Forscher der Universität Gent wollen Kiefer, Schädel und Teile vom Rückgrat des Wals untersuchen. Später sollen konservierte Stücke ins Museum wandern. Mehrere hundert Schaulustige verfolgten bei Minustemperaturen und scharfem Wind seinen Todeskampf. "Es ist traurig, solch ein Schauspiel zu sehen", sagte Jerome Van Mechelen, einer der Passanten.
Es wurde darüber spekuliert, ob der Wal von einem Schiff gerammt oder schon zuvor krank gewesen sei. Aber noch ist unklar, warum das Tier strandete. An der Küste der Nordsee stranden Wale eher selten, da das Meer für sie eigentlich zu flach ist. An der belgischen Küste kam es laut dem Institut für Naturwissenschaften zufolge 1994 und 2004 zu Walstrandungen. Zuletzt war im November 2011 ein Pottwal vor der Nordsee-Insel Pellworm gestrandet.
Quelle: Peta / dpa
ccitrus69 schrieb:
am 21. Februar 2012 um 10:36:02
Freunde, wenn ich das lese:
"angemessene Bestattung". Jetzt stop mal. 1. Es ist ein Wildtier, oder? Bestattet man auch die vom BUND
Aktivisten platt getretenen Ameisen im Wald? Wenn es gehen würde, würde ich meinen Körper nach meinem Ableben auch zu Biosprit verarbeiten lassen. Spart Kosten. 2. Besser zu irgendwas verarbeiten als verfaulen lassen. Die ganze Welt ist verrückt geworden und uns geht hier zu gut in der sogenannten ersten welt. Es gibt Länder da wären da schon zig Liter Suppe und tausende Braten draus
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Nömi schrieb:
am 17. Februar 2012 um 12:56:21
Energie aus Kadaver
Gute Idee! Genauso handelt auch die Natur damit nichts verschwendet wird.
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Ganik schrieb:
am 17. Februar 2012 um 12:10:38
lach
und die faulgase co 2 wie hätten wir es denn nun gerne !!!
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