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Grünes Licht für umstrittenen Kohlehafen am Great Barrier Reef

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Grünes Licht für umstrittenen Kohlehafen am Great Barrier Reef

22.12.2015, 17:48 Uhr | AFP

Abbot Point in Queensland: Hier soll ein großer Hafen entstehen, von dem aus Kohle vor allem nach Indien verschifft wird. Etwa 20 Kilometer entfernt liegt das Great Barrier Reef. (Quelle: dpa/Greenpeace)

Abbot Point in Queensland: Hier soll ein großer Hafen entstehen, von dem aus Kohle vor allem nach Indien verschifft wird. Etwa 20 Kilometer entfernt liegt das Great Barrier Reef. (Quelle: Greenpeace/dpa)

Australiens Regierung hat den umstrittenen Ausbau des Kohlehafens Abbot Point gebilligt. Umweltschützer befürchten, dass das Megaprojekt das berühmte Great Barrier Reef an der Nordostküste gefährdet - es ist das größte Korallenriff der Erde.

Das Projekt Abbot Point sei unter 30 Auflagen genehmigt worden, teilte das Umweltministerium mit. 1,1 Millionen Kubikmeter Schlamm müssen für das Projekt ausgehoben und - nach Protesten von Umweltschützern - an Land deponiert werden.

20 Kilometer vom Great Barrier Reef entfernt

Die indische Firma Adani baut im Staat Queensland eine der größten Kohleminen der Welt. Um diese Kohle zu verschiffen, will man den Hafen von Abbot Point ausbauen. Ursprünglichen Plänen zufolge sollten dafür sogar drei Millionen Kubikmeter Schlamm ausgehoben und in der Nähe des Great Barrier Reef versenkt werden. Die Regierung hatte diese Pläne nach einem Aufschrei von Naturschützern begraben.

"Der gesamte Aushub wird an Land auf existierendem Industriegebiet deponiert", sagte die Sprecherin des Umweltministeriums. Nichts davon werde im Weltnaturerbe-Gebiet um das Great Barrier Reef landen. Der Hafen sei mindestens 20 Kilometer von dem berühmten Korallenriff entfernt. Das Riff werde damit nicht beschädigt.

Umweltminister sieht sogar positiven Klima-Effekt

Umweltminister Greg Hunt sagte dem Radiosender ABC, es sei ein gutes Gefühl, dass künftig gute australische Kohle zur indischen Stromerzeugung dienen werde, und nicht Kohle minderer Qualität. Wenn Indien keine australische Kohle verbrennen würde, sondern andere, "dann würden die Emissionen hochgehen, nicht runter". Der Klima-Effekt sei also positiv.

Die Betreiberfirma Adani äußerte sich erfreut. Sie will 16,5 Milliarden australische Dollar (umgerechnet: knapp 11,1 Milliarden Euro) investieren. Die Mine soll jährlich 60 Millionen Tonnen Kohle abwerfen. Damit wäre sie nach Regierungsangaben die größte in Australien und eine der größten weltweit. Adani sagte, dass der Abbau der Kohle in Queensland für 10.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze sorge und dem Bundesland Milliarden an Steuern und Gebühren einbringen werde.

Greenpeace: "unverantwortlich, unlogisch und unnötig"

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisierte die Entscheidung hingegen als "unverantwortlich, unlogisch und unnötig". Adani habe die 16 Milliarden Dollar gar nicht, niemand werde dem Unternehmen diese Summe leihen, und der Preis für Kohle gehe sowieso baden. Sogar die Internationale Energie-Agentur stelle das Projekt in Frage.

Die Naturschutzorganisation WWF erinnerte daran, dass die Gewässer rund um Abbot Point Lebensraum für Seekühe, Meeresschildkröten und den Stupsfinnendelfin seien. Es sei enttäuschend, dass der Umweltminister das Projekt trotz der zu erwartenden Schäden genehmigt habe.

Quelle: AFP


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