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Hälfte der Wiesen-Schmetterlinge verschwunden

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Hälfte der Wiesen-Schmetterlinge verschwunden

24.07.2013, 11:26 Uhr | AFP, dpa

Der Aurorafalter zählt zu den stabileren Schmetterlingsarten. (Quelle: dpa)

Der Aurorafalter zählt zu den stabileren Schmetterlingsarten. (Quelle: dpa)

Sie gehören zum Bild des Sommers: Bunte Schmetterlinge, die über Felder und Wiesen flattern. Doch das könnte sich bald ändern. Einem Bericht der Europäischen Umweltagentur zufolge nimmt die Zahl der Wiesen-Schmetterlinge in Europa stetig ab. Über die Hälfte sei bereits verschwunden. Experten fürchten nun, dass viele Arten aussterben könnten.

Acht von 17 Arten zurückgegangen

Die Europäische Umweltagentur (EUA) schlägt Alarm: Innerhalb von 20 Jahren sind ihrer Untersuchung zufolge acht von 17 beobachteten Schmetterlingsarten zurückgegangen. Lediglich bei zwei Arten seien die Populationen stabil geblieben. Nur eine habe zugenommen, teilt das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Halle mit. Die Forscher haben an dem Bericht mitgearbeitet.

Entwicklung bei sechs Schmetterlingsarten unsicher

Zu den untersuchten Schmetterlingsarten gehört zum Beispiel der Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus), dessen Bestand deutlich zurückgegangen ist. Unsicher sei die Entwicklung beim Mattscheckigen Braun-Dickkopffalter (Thymelicus acteon), sowie fünf weiteren Schmetterlingen. Zu den stabilen Arten gehöre der Aurorafalter (Anthocharis cardamines).

Landwirtschaft nimmt Faltern ihre Lebensräume

Eine Ursache für den drastischen Rückgang der Wiesen-Schmetterlinge sei der zunehmende Landwirtschaftsbetrieb. Dieser habe zu einheitlichen Grünflächen geführt, die der Artenvielfalt entgegenständen, erklären die Forscher. Hinzu komme, dass Schmetterlinge sehr empfindlich auf Pestizide reagierten. Überdies gebe es auch weniger Wiesen als früher. In einigen Regionen im Nordwesten Europas flatterten Wiesen-Schmetterlinge bereits jetzt schon nur noch am Straßenrand, auf Eisenbahnbrachen, felsigen und feuchten Orten - oder in Städten und Naturschutzgebieten.

Schmetterlinge sind Indikator für gesundes Ökosystem

Die Beobachtung von Schmetterlingsarten ist den Forschern zufolge wichtig, weil sie Trends für viele andere Insektenarten aufzeigten. Sie seien ein Indikator für die Artenvielfalt und für die Gesundheit der Ökosysteme. "Dieser dramatische Rückgang an Grünlandschmetterlingen sollte die Alarmglocken läuten lassen", sagte Hans Bruyninckx, Direktor der EUA. "Die Bestäubung, die sie leisten, ist entscheidend für das Ökosystem der Natur und der Landwirtschaft." Wenn es nicht gelinge, deren Lebensräume zu erhalten, könnten viele dieser Arten schon bald für immer verloren sein, mahnt der Experte.

Quelle: AFP, dpa


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