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Hier ist der Klimawandel längst tödliche Realität

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Auf diesen Inseln ist der Klimawandel längst tödliche Realität

22.11.2015, 13:22 Uhr | dpa

Madagaskars Fischer leiden, auf den Fidschi-Inseln herrscht Dürre und Pazifikinseln richten sich auf einen Massenexodus ein: Während Politiker und Forscher ab Ende November beim Klimagipfel in Paris noch über die Folgen des Klimawandels reden, ist er für die Menschen auf Inselstaaten längst Realität.

"Bei uns geht es nicht darum, Schreckensszenarien an die Wand zu malen. Wir erleben es hautnah, tagtäglich", berichtet der Umweltexperte Tojonirina Mmarolahy im Außenministerium Madagaskars. "Wir brauchen Politikwandel und Aktivitäten, um das Schlimmste noch zu verhindern."

Madagaskar

 (Quelle: Reuters)

Fischfang sei immer die Lebensgrundlage seiner Landsleute gewesen, erzählt Mmarolahy. Nun hätten sich giftige Algen wegen der höheren Meerestemperaturen ausgebreitet und die Fischgründe teilweise verseucht. "Es sterben Leute, wenn sie Fisch essen - das zeigt die Dimension des Problems", sagt er bei einer Konferenz über gefährdete Inselstaaten in der philippinischen Hauptstadt Manila.

Philippinen

 (Quelle: Reuters)

Die Philippinen erlebten 2013 den schwersten Taifun, der je an Land kam: Durch "Haiyan" kamen mehr als 6300 Menschen um und Millionen verloren ihren Besitz. Taifune sind in dieser Region zwar normal, aber die Unwetter werden seit einigen Jahren immer heftiger.

Neben Tod und Zerstörung hat "Haiyan" auch die Lebensgrundlage in der Region zerstört. "Es gibt kaum noch Fisch. Wenn wir Glück haben, finden wir ein Kilogramm am ganzen Tag", sagt Fischer Edwin Cinco. Das reicht kaum zum Überleben. Er züchtet jetzt Schweine und fährt nebenbei Rikscha, um seine Familie durchzubringen.

Fidschi-Inseln

 (Quelle: Reuters)

Die Fidschi-Inseln östlich von Australien gelten mit ihren Palmen und Sandstränden als Südseeparadies - aber der Schein trügt. Immer verheerendere Dürren suchen den Inselstaat heim. Es ist heißer, und die Dürren dauern länger als früher. "Wir müssen Wasser schon jetzt rationieren. Wenn die Temperaturen weiter steigen, könnten wir 2030 kein Trinkwasser mehr haben", so Fidschis Klimaexperte Semi Qamese.

22 Millionen Menschen leben auf den Fidschi-Inseln. Die Erosion an den Küsten werde auch immer deutlicher. "Millionen müssen womöglich in den nächsten Jahren weiter ins Landesinnere ziehen", sagt er.

Pazifik-Inseln: Kiribati, Palau, Tuvalu

 (Quelle: dpa)

Den relativen Luxus eines höher gelegenen Landesinneren haben pazifische Inselstaaten wie Kiribati (auf dem Bild), Palau oder Tuvalu nicht. Sie sind fast völlig flach. Sturmfluten überspülen immer öfter das Land, Böden versalzen, Strände und Küstenstreifen versinken. "Die Leute sind hier geboren, sie wollen trotz der Risiken nicht weg", erklärt der Umweltberater der Regierung, Joseph Aitaro. "Wenn die Alten künftigen Generationen erzählen, wie sie früher fischen gingen und am Strand spielten, wird sich das für die Jungen wie Disneyland anhören."

"Unser Präsident sagt immer: Wir haben das Land nur von unseren Kindern geborgt", sagt Aitaro. "Das spornt mich an." Die Inselstaaten zählen jetzt auf echte Ergebnisse zum Aufhalten des Klimawandels in Paris. "Wir wollen doch nur überleben", sagt er.

Quelle: dpa


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