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Hummeln leiden unter dem Klimawandel

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Hummeln leiden unter dem Klimawandel

25.03.2016, 13:24 Uhr | dpa, t-online.de

Leidet unter steigenden Temperaturen: die Hummel. (Quelle: dpa)

Leidet unter steigenden Temperaturen: die Hummel. (Quelle: dpa)

Wie wichtig Bienen für ein Ökosystem sind, ist hinlänglich bekannt. Doch einige Pflanzen setzen auf einen anderen Bestäuber: die Hummel. Im Frühling haben Bienen und Hummeln Hochsaison, ihre Zahl geht jedoch seit Jahren zurück.

Schuld daran hat der Klimawandel, sagt Agrarökologe Josef Settele. Besonders die Hummel kommt mit den steigenden Temperatuen nicht zurecht. Die Lage sei "besorgniserregend".

Anders als Bienen reagierten Hummeln empfindlich auf höhere Temperaturen. Sie schwänden mit steigenden Temperaturen zunehmend aus südlichen Verbreitungsgebieten wie den Mittelmeerländern, sagt Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig. "Es gibt klare Anhaltspunkte, dass ihre Zahl zurückgeht."

Laut einer Bestandsaufnahme der Bestäuber durch den Weltrat für Biologische Vielfalt entstehen jährlich Nahrungsmittel im Wert von mehr als 500 Milliarden Euro nur mit Hilfe bestäubender Tiere. Der Bestäuber-Rückgang betrifft somit Millionen Menschen.

Tomaten und Erdbeeren betroffen

Besonders Tomaten und Erdbeerpflanzen sind auf die Hummel angewiesen. In Deutschland gibt es 60 Hummelarten. Diese sind laut Settele zusammengenommen für die Bestäubung  genauso wichtig wie die Honigbiene, eine von 300 Bienenarten.

Im Gegensatz zur Honigbiene, die in ihren Bienenstock die Temperatur regeln kann, sind Hummeln den steigenden Temperaturen schutzlos ausgeliefert. Zu beobachten sei dieses Phänomen bereits in den Mittelmeerländern: Mit steigenden Temperaturen zögen sich die Hummeln laut Settele aus dieser Region zurück.

Deutschland und Nordeuropa wäre von den Temperaturen besser geeignet. Allerdings fehle in vielen Teilen, etwa im flachen Norddeutschland, die Abwechslung wie Berge, Wäldern, Wiesen, Weiden, Hecken. Diese Monokultur mache den Lebensraum weniger attraktiv für Hummeln. Deswege steige auch die Zahl der Hummeln hierzulande nicht, so Settele.

"Wir brauchen kleinere Felder, größere Vielfalt, Blütenstreifen auf Äckern und Wiesen oder Hecken am Feldrand, mit Blüten als Nektarquelle", fordert Settele deswegen. Zudem müssten Bauern "Schädlinge noch mehr biologisch bekämpfen und Pestizide nur als letzten Ausweg einsetzen." Denn auch darunter leiden die Insekten.


Quelle: dpa, t-online.de


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