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Jetzt kommt der Schrott per Post zur "Müllkippe"

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Elektroschrott per Post zur Müllkippe

01.02.2012, 12:07 Uhr | dpa, dapd

Ganz einfach und bequem: Das Alt-Handy einfach in den Umschlag stecken und per Post zum "Schrottplatz" schicken. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ganz einfach und bequem: Das Alt-Handy einfach in den Umschlag stecken und per Post zum "Schrottplatz" schicken. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Alle paar Jahre muss ein neues Mobiltelefon her – bei der rasanten Entwicklung der Geräte ist das heutzutage ein absolutes Muss. Das Desaster für die Umwelt ist dabei schon vorprogrammiert: Wohin mit den Unmengen von veralteten Geräten? Für dieses Problem der Elektroschrott-Beseitigung hat der Berliner Entsorger Alba eine Lösung parat, wie die Zeitung "Financial Times Deutschland" (FTD) berichtet. Per Internet die neuste Elektronik zu bestellen ist einfach und schnell – Alba will den Spieß nun umdrehen und die Entsorgung des Mülls ebenso schnell wie bequem gestalten: Per Post könnte der Verbraucher dann das veraltete Telefon zur "Müllkippe" schicken.

Einfache und kostenlose Rückgabe an die Müllkippe

Die Deutsche Post und das Berliner Entsorgungsunternehmen Alba stehen kurz vor einer Kooperation: Dann soll es möglich sein, den ausgedienten Elektroschrott einfach in einen Umschlag zu stecken und an Alba zu senden. Für den kostenlosen Versand müssen Privatpersonen nur ein Etikett herunterladen und dann den Müll auf die seine letzte Reise schicken. Die Berge von ausrangierten Elektrogeräten werden auch in Zukunft nicht kleiner werden: Prognosen besagen, dass sich bis zum Jahr 2010 europaweit 12,3 Millionen Tonnen angehäuft haben werden.

Nicht nur der Umwelt zuliebe

Elektroschrott ist für den Privatverbraucher nicht nur umständlich zu entsorgen, auch die Umwelt leidet unter den Müllbergen. Häufig landen Toaster, Handy und Co. auf ungesicherten Deponien in Afrika. Dort werdem sie dann unter extrem umwelt- und gesundheitsschädlichen Umständen entsorgt.

Nach Angaben des Bundesumweltamtes werden alleine aus Deutschland jedes Jahr 155 Millionen Tonnen teils hochbelasteten Elektromülls ausgeführt. Für dieses lukrative Geschäft werden die strengen Abfallregeln der EU einfach umgangen.

Wertvolle Rohstoffe

Doch nicht nur die Umwelt soll bei der Aktion der deutschen Post und Alba geschont werden, dem Unternehmen würde es auch eine ganze Menge Rohstoffe bescheren: In einer Million Handys stecken 24 Kilogramm Gold, 250 Kilogramm Silber und etliche Tonnen Kupfer, rechnen Experten vor. Das sind beträchtliche Schätze - vor allem, wenn man bedenkt, dass laut Alba in deutschen Schubladen 83 Millionen alte Handys verstauben, wie die "FTD" berichtet.

Neues Rücknahmesystem

Am 19. Januar 2012 hatte das Europäische Parlament eine Novelle des europäischen Elektro- und Elektronikaltgeräterichtlinie beschlossen. Sie besagt, dass in allen Elektronikgeschäften und Baumärkten mit einer Verkaufsfläche von mehr als 400 Quadratmetern können künftig Kleingeräte kostenlos abgegeben werden können. Dort müssen dann auch quecksilberhaltige Energiesparlampen entgegengenommen werden.

"Wir haben eine bürgerfreundliche Regelung gefunden", meint der CDU-Europaabgeordnete Peter Liese. "Wenn die Hersteller kein funktionierendes Rücknahmesystem aufbauen, dann sollen die Mitgliedsstaaten Sammelboxen zur Pflicht machen." Sehen Sie hier, welche Änderungen die neue Richtlinie für Verbraucher bringt – und warum.

Quelle: dpa, dapd


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