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Kälte: Sichere Versorgung dank Ökostrom

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Kälte: Sicheres Stromnetz dank Ökostrom

08.02.2012, 13:36 Uhr | dpa

Der Ökostrom trotzt der Kälte und hält das deutsche Stromnetz stabil. (Quelle: dpa)

Der Ökostrom trotzt der Kälte und hält das deutsche Stromnetz stabil. (Quelle: dpa)

Das deutsche Stromnetz trotzt der Eiseskälte dieses Winters – dank Ökostrom: Und so sieht auch Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) die Prophezeiungen schwerer Stromausfälle im Winter als Folge der Energiewende widerlegt. "Gerade die jetzigen Tage mit klirrender Kälte zeigen, dass die erneuerbaren Energien ihren Beitrag zur Versorgungssicherheit und Netzstabilität leisten", sagte er den "Nürnberger Nachrichten". "Wie bei der falschen Prognose höherer Strompreise hat sich auch die Prognose als falsch erwiesen, dass die Netze bei Kälte zusammenbrechen", sagte Röttgen.

Stromexport dank Öko-Energie

Es sei interessant, dass Deutschland gerade in diesen Tagen mit einer sehr hohen Nachfrage sogar noch Strom exportiere – dank Photovoltaik und Windenergie. "Wir hatten in den letzten Tagen eine Kapazität von bis zu 10.000 Megawatt an Sonnenstrom, das entspricht der Leistung von rund 10 Kernkraftwerken, und bis zu 11.000 Megawatt Windstrom", sagte Röttgen. Zahlen der europäischen Übertragungsnetzbetreiber zeigen, dass Deutschland trotz eines hohen eigenen Energiebedarfs zeitweise stündlich rund 1000 Megawatt Strom exportierte.

Energiewende – "Weichen sind gestellt"

Röttgen wies zudem den Eindruck des SPD-Chefs Sigmar Gabriel zurück, die Regierung behindere sich bei der Energiewende gegenseitig und fahre diese gegen die Wand. "Die Energiewende ist das größte Infrastruktur- und Modernisierungsprojekt der letzten Jahrzehnte, es wäre absurd zu glauben, sie könnte in wenigen Monaten geschafft sein", sagte Röttgen. "Die entscheidenden Weichen sind gestellt."

Umfassender Ausbau

Seit den Beschlüssen zur Energiewende sei eine Novelle zur besseren Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung beschlossen worden, außerdem eine Verordnung zum besseren Netzausbau. "Der bekam auch eine völlig neue Rechtsgrundlage mit früher Bürgerbeteiligung."

Die erneuerbaren Energien stünden hinter der Braunkohle inzwischen auf Platz zwei mit einem Anteil von 20 Prozent – zudem sei die über den Strompreis zu zahlende Umlage für die Ökoenergie-Förderung stabil – es sei wichtig die Verbraucher bei den Kosten nicht zu überfordern.

Wind und Wetter für den Strom

Der Ausbau der Windkraft vor der deutschen Nord- und Ostseeküste geht voran. Laut Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie sind inzwischen mehr als 2000 Einzelanlagen genehmigt worden. Seit dem ersten Windpark im Jahr 2001 seien 28 Projekte zugelassen worden, weitere 84 Anträge lägen bereits vor.

Erste Ergebnisse der begleitenden Erforschung von Umweltauswirkungen zeigten, dass sich an Fundamenten von Windanlagen zahlreiche Bodenlebewesen ansiedeln. Dies seien etwa Schnecken, Krebse, Würmer, Muscheln und Seesterne sowie in der Folge viele Fische. Es seien nur sehr wenige tote Zugvögel gefunden worden.

Quelle: dpa


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