12.01.2012, 10:16 Uhr | Yvonne Vavra
Wie können Sie einen Beitrag zu einem klimafreundlichen Arbeitsplatz leisten? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Wie wir dazu beitragen können, die Umwelt zu schonen, wird seit geraumer Zeit diskutiert. Auch am Arbeitsplatz werden täglich Unmengen an Papier und Büromaterial verwendet - oder besser: verschwendet. Computer laufen den ganzen Tag, Schadstoffe schwirren in der Luft. Unsere Tipps zeigen, was Arbeitnehmer und Arbeitgeber besser machen können.
Zuhause denken bereits viele umweltfreundlich: Sie schalten nicht im Gebrauch befindliche Geräte ab, gehen sparsam mit Wasser um, stellen den Geschirrspüler und die Waschmaschine nur an, wenn diese voll sind oder legen Wert auf Energieeffizienzklassen. Doch nicht nur im eigenen Haushalt lässt sich viel für die Umwelt tun.
Im Jahr 2009 verbrauchte jeder Deutsche 226,1 Kilogramm Papier - ein Spitzenwert im internationalen Vergleich. Der starke Einsatz von Computern hat also nicht zum papierfreien Büro geführt. Prüfen Sie daher stets, ob Sie ein Dokument wirklich ausdrucken müssen, und nutzen Sie gegebenenfalls die Funktion, zwei Seiten auf ein Blatt oder doppelseitig zu drucken. Nutzen Sie einseitig bedrucktes Papier als Schmierzettel. Falls Sie viel kopieren müssen, stellen Sie die Funktion für beidseitiges Kopieren ein. Versenden Sie Dokumente elektronisch, nur auf explizite Nachfrage in Papierform. Ganz wichtig ist außerdem die Verwendung von Recycling-Papier.
Verwenden Sie keine Einwegstifte, sparen Sie Papier und verwenden Sie wiederbeschreibbare CD-Roms. Denn gerade CDs sind ein großes ökologisches Problem, da ihre Metallanteile bei herkömmlichem Recycling nicht trennbar sind. Fragen Sie bei Ihren örtlichen Abfallbehörden nach Sammelstellen.
Wenn jeder ein paar einfache Energiespartipps am Arbeitsplatz beherzigt, lässt sich die steigende Tendenz des heute schon beeindruckenden Wertes aufhalten: Etwa drei Prozent des gesamten Stromverbrauchs in Deutschland entfallen auf Bürogeräte. Schalten Sie den Bildschirm bei Pausen stets aus - der Stromverbrauch des Monitors ist sehr hoch. Nutzen Sie die automatische Energieverwaltung des Computers, und deaktivieren Sie den Bildschirmschoner: Er verbraucht viel Strom und verhindert das automatische Abschalten des Monitors. Brauchen Sie den Computer länger nicht, schalten Sie ihn aus - ungenutzt laufende Rechner verbrauchen bis zu 75 Prozent der Energie, die Sie bei aktiver Nutzung brauchen.
Ein Laserdrucker benötigt je nach Gerät zwischen 30 und 150 Watt, ein Kopiergerät zwischen 150 und 250 Watt - dauernd, auch ohne Leistung. Falls Sie einen eigenen Drucker an Ihrem Arbeitsplatz haben, sollten Sie diesen nur einschalten, wenn Sie ihn brauchen. Viele Kopierer haben eine Stromspartaste, die das Gerät in einen Stand-by-Modus versetzt. Das spart allerdings nur etwa zehn Prozent Energie. Wirklich umweltschonend ist es, den Kopierer nur einzuschalten, wenn man kopieren will. Am Ende eines Arbeitstags müssen alle Geräte ausgeschaltet werden - klingt selbstverständlich, wird aber in vielen Büros nicht praktiziert.
Schließen Sie stets die Türen und Hauseingänge, um Heizenergie zu sparen. Während der Heizperiode sollten Sie jeweils nur etwa fünf Minuten Stoßlüften, damit die Wände nicht auskühlen. Drehen Sie dabei das Thermostat-Ventil ab. In Büros mit Klimaanlagen sollten Sie im Sommer mit Jalousien dafür sorgen, dass das Sonnenlicht nicht die Räume aufheizt und so die Klimaanlage zu Höchstleistung antreibt. Außerdem empfiehlt es sich, die Energiespartipps für Geräte anzuwenden, da Computer und Co. die Räume aufheizen.
Wer kann, sollte mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Das ist nicht nur im Sinne des Umweltschutzes: Die leichte sportliche Betätigung bereitet den Geist optimal auf einen Arbeitstag vor. Sind Sie auf ein Auto angewiesen, organisieren Sie Fahrgemeinschaften mit Ihren Kollegen. Falls Sie sich ein Auto teilen wollen, sollten Sie einen Vertrag abschließen, um Unstimmigkeiten im Falle eines Unfalls zu vermeiden. Musterverträge bekommen Sie im Internet beim ADAC und dem VCD.
Kaufen Sie nur ökologisch vertretbare Computer. Beauftragen Sie Ihr Fachpersonal, die Rechner so einzurichten, dass alle nötigen Funktionen erhalten bleiben, unnötige Programme aber der Energieeffizienz wegen entfernt werden. Auch bei Druckern, Kopierern, Telefonen und Fax-Geräten sollten Sie auf Schadstofffreiheit, eine gute Energiebilanz und einen langen Lebenszyklus achten. Das Siegel Blauer Engel bietet eine gute Orientierung im Produktedschungel, laut Verbraucher Initiative e.V. zeichnet es Geräte mit maximaler Leistung bei minimaler Umweltbelastung aus.
Informieren Sie sich über die Möglichkeit, erneuerbare Energien für Ihr Unternehmen zu nutzen. Der Staat bietet einige Förderprogramme, die Ihnen bei der Umsetzung helfen. Auch Initiativen wie der Bundesdeutsche Arbeitskreis für umweltbewusstes Management bieten durch verschiedene Projekte Unterstützung.
Sorgen Sie dafür, dass in Ihrem Unternehmen der Müll umweltgerecht getrennt werden kann: Ein Eimer für Papier, einer für Bioabfall, einer für Flaschen, einer für Verpackungen mit dem grünen Punkt und eine Restetonne. Erleichtern Sie Ihren Mitarbeitern die Mülltrennung, indem Sie Hinweisschilder anbringen. So gehört etwa beschichtetes Papier nicht in die Papiertonne, genau wie Abzugsstreifen für Selbstklebeetiketten, Post-its, Briefumschläge mit Selbstklebeverschluss oder wetterfeste Plakate und benutzte Servietten oder Taschentücher.
Ein grünes Büro ist in jedem Fall ein Büro, das ausschließlich Recyclingpapier einsetzt. Alte Vorurteile gelten nicht: Längst ist es nicht mehr qualitativ minderwertig. Auch hier hilft der Blaue Engel weiter, denn durch ihn gekennzeichnetes Recycling-Papier ist qualitativ hochwertig bedruck- und kopierbar und für alle Geräte geeignet. Das umweltfreundliche Papier gibt es in mehreren Weißgraden, eine 60er-Weiße genügt für die meisten Anforderungen. Auch bei der Anschaffung von Stiften, Klebern, Radiergummis und sonstigem Büromaterial sollten Sie ökologische Kriterien im Blick haben: Einwegstifte sind tabu, geeignet sind nachfüllbare Kulis und Füller, unlackierte Bleistifte und Textmarker ohne lösungsmittelhaltige Tinten.
Quelle: Raufeld
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