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Klimawandel: 2016 bricht weltweite Temperaturrekorde

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2016 bricht weltweite Temperaturrekorde

02.12.2016, 16:56 Uhr | dpa

Klimaforscher sorgen sich um die Eisdecke in der Arktis. (Quelle: dpa)

Klimaforscher sorgen sich um die Eisdecke in der Arktis. (Quelle: dpa)

Es wird immer wärmer: Das Jahr 2016 bricht aller Wahrscheinlichkeit nach erneut weltweite Temperaturrekorde. Und übertrifft dabei noch seine beiden Vorgänger als wärmstes Jahr seit dem Beginn exakter Aufzeichnungen im Jahr 1880. Sorge bereitet Klimaforschern besonders der Zustand der arktischen Eisfläche.

Im Durchschnitt habe die Temperatur über den Land- und Ozeanflächen unseres Planeten von Januar bis Oktober bei 15,08 Grad Celsius gelegen, berichtet die US-Klimabehörde NOAA. Das ist noch einmal 0,1 Grad Celsius mehr als im Vorjahreszeitraum.

Auch die Weltwetterorganisation WMO hält es für wahrscheinlich, dass 2016 das heißeste bisher erfasste Jahr wird. Nach vorläufigen Daten werde es 1,2 Grad wärmer als die vorindustriellen Jahre.

September und Oktober waren nach einer langen Folge von 16 Rekordmonaten die ersten, die "nur" zweit- und dritthöchste Werte erreichten. Das ist nach Angaben der NOAA-Forscher vor allem auf den Einfluss des gerade beginnenden Klimaphänomens La Niña zurückzuführen. La Niña löst den vorausgegangenen El Niño ab und kühlt das Oberflächenwasser im Ostpazifik.

Während es in weiten Teilen Asiens zuletzt deutlich kühler war als im Mittel, überwiegen die roten, erwärmten Teile der Temperaturweltkarte bei weitem. Das gilt etwa auch für Alaska, den schnee- und eisreichen nördlichsten der US-Bundesstaaten. "Die Durchschnittstemperaturen in Alaska sind seit den 1980er Jahren um 10 Grad Fahrenheit (5,56 Grad Celsius) gestiegen", berichtet NOAA-Experte Rick Thoman.

Eisfläche bereitet Forschern Sorgen

Was den Forschern auch Sorgen macht: Das arktische Eis wächst erneut deutlich langsamer als für die Jahreszeit normal. Im Oktober waren auf der nördlichen Halbkugel nur rund drei Viertel der Meeresoberfläche mit Eis bedeckt wie verglichen mit dem 30-Jahres-Mittel üblich. Deutlich weniger noch als 2015. Das sei die kleinste arktische Eisfläche in einem Oktober seit Beginn dieser Aufzeichnungen 1979, schreibt die NOAA. "Es fehlt eine Eisfläche von der Größe Alaskas und Texas' zusammen." In der Antarktis war die Eisfläche im Oktober vier Prozent kleiner als üblich.

Ohne Eisschicht, die die Sonnenstrahlen reflektiert, steigen jedoch die Meerestemperaturen verstärkt. "Die Ozeane spielen verrückt", resümiert die NOAA mit Blick auf arktische Regionen und starke Stürme in der Beringsee. Auch Hurrikans wie Matthew, der im Oktober weite Teile Haitis und den Südosten der USA verwüstete, werden durch steigende Meerestemperaturen angeheizt.

In Deutschland setzt sich der Trend zu einem generellen Temperaturanstieg ebenfalls fort. Mit Ausnahme des Oktobers waren alle Monate wärmer als in den Vorjahren - und auch der November hat Chancen, sich diesem Rekordkurs anzuschließen. "Der November könnte unter die Top Drei der wärmsten November-Temperaturen seit Beginn der Wetteraufzeichnungen kommen", sagt Gerhard Lux, Sprecher des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach. Bereits der September 2016 galt als extrem warm. Mit einer Durchschnittstemperatur von 16,8 Grad lag er um 3,5 Grad über dem Durchschnitt des 30-Jahre-Vergleichs.

"Nicht auf kurzfristige Ereignisse vorbereitet"

Doch nicht nur die Temperaturen stiegen - der Sommer 2016 war geprägt durch eine ungewöhnlich lange Serie von Gewittern, die in einigen Regionen große Schäden anrichteten. Mehrere Menschen kamen durch Blitzschläge ums Leben. Heftige Gewitterregen trugen ebenso wie Hitzeperioden dazu bei, dass etwa die Getreideernte vielerorts schlecht ausfiel.

Mit Taifunen oder Hurrikans, die in Südostasien und der Karibik Schneisen der Verwüstung schlagen, sind diese Gewitterstürme zwar nicht zu vergleichen. Dennoch: "Unsere Gesellschaft ist einigermaßen auf Hochwasser und ähnliches vorbereitet, aber nicht auf kurzfristige Ereignisse wie etwa Sturzfluten", warnt Gerhard Adrian, der Präsident des Deutschen Wetterdienstes.

Quelle: dpa


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