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Klimawandel: Schon fünf Salomonen-Inseln im Meer versunken

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Schon fünf Salomonen-Inseln im Meer versunken

07.05.2016, 12:33 Uhr | AFP

Eine Luftaufnahme von kleineren Inseln des Salomonen-Archipels in der Südsee. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Eine Luftaufnahme von kleineren Inseln des Salomonen-Archipels in der Südsee. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Fünf Inseln der Salomonen sind wegen des steigenden Meeresspiegels und zunehmender Küstenerosion im Südpazifik versunken. Weitere sechs Inseln des weit verstreuten Archipels sind akut von Erosion bedroht, ergab eine australische Studie, die im Fachmagazin "Environmental Research Letters" veröffentlicht wurde. Auf einer dieser Inseln, Nuatambu, seien seit 2011 schon elf Häuser im Meer versunken. Das zeige die gravierenden Folgen des Klimawandels.

Bei den fünf komplett überfluteten Inseln handelte es sich nach Angaben der Forscher um bewachsene Korallenatolle mit einer Fläche von bis zu fünf Hektar, die zwar nicht bewohnt waren, aber gelegentlich von Fischern genutzt wurden. "Das waren nicht nur kleine Sandinseln", sagte der Hauptautor der Studie, Simon Albert. Auf anderen Inseln habe die Küstenerosion Dörfer zerstört, die mindestens seit 1935 existiert hätten. Die Bewohner mussten umziehen.

Für die Studie werteten die Forscher Luft- und Satellitenbilder von 33 Salomonen-Inseln aus der Zeit von 1947 bis 2014 aus. Außerdem nutzten sie historische Aufzeichnungen von den Salomonen.

Viele der Salomonen-Inseln könnten komplett verschwinden

Das 2000 Kilometer nordöstlich von Australien gelegene Archipel ist nach Einschätzung der Forscher vom Klimawandel besonders bedroht, weil der Meeresspiegel dort fast dreimal stärker ansteigen dürfte als im weltweiten Durchschnitt. Sie befürchten, dass viele der flachen Inseln und Atolle durch Überflutung und Erosion vollständig verloren gehen werden. Die Salomonen haben mehr als 600.000 Einwohner und liegen auf einer Fläche von knapp 29.000 Quadratkilometern - das ist vergleichbar mit der Größe von Brandenburg. Viele der hunderte Inseln sind unbewohnt.

Besonders stark ist die Erosion der Landfläche in Gebieten mit hoher Wellenenergie. Diese Erkenntnis deute auf ein "synergetisches Zusammenwirken" des steigenden Meeresspiegels und der Wellen hin, erklärte Albert, der an Universität von Queensland forscht.

Quelle: AFP


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