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Klimawandel trifft Deutschland besonders stark

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Klimawandel trifft Deutschland besonders stark

09.03.2016, 13:01 Uhr | t-online.de, dpa

Hinter dem trockenen Kiesbett des Rhein ragt am 21.04.2015 in Köln der Dom empor. (Quelle: dpa/Marius Becker)

Hinter dem trockenen Kiesbett des Rhein ragt in Köln der Dom empor (April 2015). (Quelle: Marius Becker/dpa)

Hitze, Dürre und gebietsweise Starkregen: Die Folgen des Klimawandels sind in Deutschland stärker zu spüren als weltweit. Von den letzten 25 Jahren waren 23 zu warm. Das zeigen Daten, die der Deutsche Wetterdienst in Berlin vorstellte. "Das ist erlebter Klimawandel", erklärte DWD-Experte Thomas Deutschländer.

Seit 1881 hat sich Deutschland demnach um 1,4 Grad erwärmt. International habe der Wert seitdem bei etwas unter einem Grad gelegen, so Deutschländer. Als Grund nannte er auch die geografische Lage. "Land erwärmt sich schneller als Wasser", sagte der Experte. Die Entwicklung sei daher erwartbar gewesen.

Das Jahr 2015 brach sämtliche Hitzerekorde

Die Mitteltemperatur der vergangenen 25 Jahre lag demnach hierzulande mit 9,2 Grad genau 1 Grad über dem Wert der internationalen Referenzperiode von 1961 bis 1990. Dazu beigetragen hat auch das vergangene Jahr - es war zusammen mit 2000 und 2007 das zweitwärmste seit Beginn der Messreihe.

2015 lag die Temperatur in Deutschland im Mittel bei 9,9 Grad. Verglichen mit der international gültigen Klimareferenzperiode von 1961 bis 1990 ist das dem DWD zufolge eine Abweichung von 1,7 Grad. "Auffällig war: Bis Ende Oktober war ein solcher Platz auf dem Treppchen noch nicht absehbar", sagte Deutschländer.

Dürre in Deutschland

Ausschlaggebend seien der außergewöhnlich milde Spätherbst und Temperaturrekorde im November und Dezember gewesen. In den beiden Monaten war es demnach zudem besonders trocken. Und: "Insgesamt gab es im Sommer 2015 mehr als 20 Tage ohne nennenswerten Niederschlag", sagte er. "Unter dem Strich lassen sich die Auswirkungen dieser Witterung zumindest regional nur mit einem Wort treffend beschreiben: Dürre."

Starkregen trifft Deutschland immer heftiger

In Regionen mit ausgeglichener Niederschlagsbilanz oder gar zu viel Regen sei im vergangenen Jahr überwiegend Starkregen vom Himmel gekommen. "Für die Zukunft geht die Klimaforschung davon aus, dass sich die Niederschlagsproblematik noch verschärfen wird", sagte DWD-Vizepräsident Paul Becker.

Trockene Sommer und nasse Winter

"Der Klimawandel macht sich vor allem bei den Temperaturen bemerkbar und beim Niederschlag", erklärte Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst gegenüber t-online.de. "Was den Niederschlag betrifft, sind die Sommer eher trockener und die Winter eher nasser."

Der DWD hat daher Radardaten der vergangenen 15 Jahre zum Thema Starkregen ausgewertet. Künftig wollen die Meteorologen diesen Datensatz jährlich neu berechnen und schrittweise immer mehr Regionen und Städte analysieren. Damit wollen die Fachleute das Risiko für Starkregen besser bewerten können.

Seit 1881 hat die Niederschlagsmenge hierzulande nach DWD-Daten um gut ein Zehntel zugenommen. Bei der Sonnenscheindauer macht sich die Erderwärmung hingegen kaum bemerkbar: Hier ist über die Jahre lediglich ein leicht steigender Trend erkennbar. "Dass wir im Sommer mehr Sonnenschein haben, gleicht sich im Winter wieder durch mehr Wolken aus," sagt Meteorologe Friedrich.

Quelle: t-online.de, dpa


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