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Klimawandel: Zehn Bilder zeigen, wo uns der Klimawandel noch erwischt

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Zehn Bilder zeigen, wo uns der Klimawandel noch trifft

24.10.2014, 10:00 Uhr | feelgreen.de

"Der Klimawandel wird uns schon nicht so sehr treffen", so denken hierzulande viele. Dass dem nicht so ist, zeigt nun die Studie"Climate Impacts in Europe", für die 49 Klimaexperten und Wirtschaftswissenschaftler im Auftrag der Europäischen Kommission zwei Szenarien berechnet haben.

Sie haben ein "Weiter-So-Szenario" erstellt. Dieses macht deutlich, wie sich die Lebensbedingungen in Europa ändern, wenn die Temperatur im Vergleich zur Zeit direkt vor der Industrialisierung weltweit um 3,5 Grad Celsius steigt. Ein zweites Szenario gibt vor, wie unser Leben aussehen kann, wenn die Erderwärmung durch Umweltschutz auf zwei Grad begrenzt wird.

Wir zeigen, welche Einschnitte es in Europa geben wird, sollte sich das Erdklima um 3,5 Grad erwärmen.

1. Überschwemmungen

 (Quelle: Reuters)

2013: Donau, Elbe und Saale überfluten ganze Landstriche, die Versicherungsschäden gehen in die Milliarden. Doch das könnte nur der Anfang gewesen sein. Bei einer Erderwärmung von 3,5 Grad könnten die Überflutungsschäden durch übertretende Flüsse bis 2070 auf 100 Milliarden Euro jährlich steigen, bei zwei Grad um immer noch 68 Milliarden Euro. Hunderttausende Menschen müssten regelmäßig um ihren Besitz bangen. Besonders häufig könnten Zentraleuropa und Großbritannien betroffen sein, so die Wissenschaftler.

2. Dürren

 (Quelle: Reuters)

Bei einer Erwärmung um 3,5 Grad würden extreme Wetterlagen immer häufiger. Neben starken Regen und Überschwemmungen würden lange Dürreperioden wahrscheinlicher. So könnten sich die Zahl der vertrockneten landwirtschaftlich genutzten Flächen der Studie zufolge versiebenfachen. Im Süden Europas steigt die Temperatur dann merklich an, so dass auch mehr Ernten schlecht ausfallen könnten.

3. Waldbrände

 (Quelle: Reuters)

Wenn es längere Dürreperioden gibt, wundert es wenig, dass sich im 3,5-Grad-Szenario auch Waldbrände häufen. Dem Report nach würde sich die von Waldbränden heimgesuchte Fläche verdoppeln. Rund 800.000 Hektar würden jährlich in Flammen stehen.

4. Landwirtschaft

 (Quelle: dpa)

Der Studie zufolge würden Dürren und starken Regenperioden zum Trotz die Ernten in Europa bis 2080 um durchschnittlich nur zehn Prozent zurückgehen. Im wärmeren Südeuropa wären es bis zu 20 Prozent. Beträgt die Erwärmung zwei Grad, wären die Folgen kaum merklich. Zudem könnten Getreidesorten so verändert werden, dass sie ertragreicher sind.

5. Energie

 (Quelle: dpa)

Eigentlich eine gute Nachricht: Steigt die Temperatur weltweit, werden die europäischen Winter milder und es muss weniger geheizt werden. Laut "Climate Impacts in Europe" könnte der Energiebedarf auf unserem Kontinent um 13 Prozent abnehmen. Die Kehrseite: Im Süden steigt er um acht Prozent, da Klimaanlagen noch häufiger eingeschaltet werden.

6. Tiere

 (Quelle: imago/mc photo)

Viele Tierarten sind jetzt schon bedroht. Erwärmt sich das Klima weiter, werden viele aus ihrem Lebensraum verdrängt und zwar in Richtung Norden, wo die Temperaturen ihrem Lebensraum entsprechen. Dennoch ist sehr fraglich, ob alle Arten es schaffen, sich schnell genug ihrer veränderten Umwelt anzupassen.

7. Küsten

 (Quelle: Reuters)

Steigt das Klima weiter, schmelzen die Pole. Die Folge: Auch der Meeresspiegel steigt weiter an. Bei einer Erderwärmung von 3,5 Grad würde dies Schäden in der Höhe von 17 Milliarden Euro jährlich mit sich bringen. Bei einer Erwärmung um zwei Grad Celsius wären es 14 Milliarden Euro, so die Studie.

8. Gesundheit

 (Quelle: dpa)

Erwärmt sich das Klima, kommt es häufiger zu Umweltkatastrophen und Hitzewellen. Dadurch können sich Keime wie Salmonellen, Seuchen und Pandemien ausbreiten. Sie könnten bis zum Jahr 2100 viele Todesopfer fordern. Bei einem Szenario von 3,5 Grad Erwärmung schätzen die Experten ihre Zahl auf 100.000. Würde sich das Klima um zwei Grad erwärmen, wären es noch immer 80.0000.

9. Straßen

 (Quelle: dpa)

Auswirkungen hätte der Klimawandel aber auch auf die Infrastruktur. Laut der Studie könnten sich die witterungsbedingten Straßenschäden stark häufen und Mehrkosten von rund 930 Millionen Euro pro Jahr mit sich bringen, wenn die Temperatur weltweit um 3,5 Grad ansteigt.

10. Wirtschaft

 (Quelle: dpa)

All diese Auswirkungen würden sich auch in der wirtschaftlichen Lage widerspiegeln. Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass die Verluste etwa zwei Prozent des Brutto-Inlands-Produktes betragen würden. Die wirtschaftlichen Schäden würden bei einer Erderwärmung von 3,5 Grad insgesamt jährlich 190 Millionen Euro betragen.

Quelle: feelgreen.de


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