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Kritik von Tierschützern: Zahl an Tierversuchen nimmt nicht ab

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Zahl an Tierversuchen nimmt nicht ab

03.12.2016, 11:23 Uhr | dpa

Ein Rhesus-Affe mit einem Implantat wird in der Tierhaltung des Max-Planck-Instituts für biologische Kybernetik in Tübingen von einem Tierpfleger gefüttert. (Quelle: dpa)

Ein Rhesus-Affe mit einem Implantat wird in der Tierhaltung des Max-Planck-Instituts für biologische Kybernetik in Tübingen von einem Tierpfleger gefüttert. (Quelle: dpa)

In Deutschland ist die Zahl an Tierversuchen trotz massiver Proteste von Tierschützern im vergangenen Jahr nicht zurückgegangen. Nach aktuellen Daten des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft wurden 2015 rund zwei Millionen Wirbeltiere und Kopffüßer wie Kraken in Versuchen eingesetzt - etwa genauso viele wie im Jahr zuvor.

Die meisten Versuchstiere sind Mäuse und Ratten. Aber auch Affen und Halbaffen (3141) sowie Hunde (4491) und Katzen (1112) wurden verwendet. Hinzu kamen den Angaben nach rund 772.000 Tiere, die zu wissenschaftlichen Zwecken getötet wurden. Diese Zahl hatte 2014 noch bei rund 790.000 gelegen.

"Versuche ohne absehbaren Nutzen"

Der Deutsche Tierschutzbund sieht in der Stagnation keinen Erfolg und forderte Gegenmaßnahmen. Die Tierschützer beanstanden eine Zunahme an Versuchen in der Grundlagenforschung im Vergleich zu 2014. "Damit wurden rund 47 Prozent aller Tierversuche für einen Bereich durchgeführt, der keinen absehbaren Nutzen für Mensch, Tier oder Umwelt hat", hieß es in einer Mitteilung. Auch habe es mehr Erbgut-Veränderungen bei Tieren gegeben. Gegenmaßnahmen seien nötig.

Das Ministerium machte auch Angaben zur Schwere der Versuche: Bei 43 Prozent der Fälle wurde sie als gering eingestuft. Als mittel wurden 17 Prozent gewertet, als schwer 4 Prozent. Bei den übrigen rund 35 Prozent der Fälle wurden Tiere in Vollnarkose versetzt, aus der sie nicht wieder erwachten.

Quelle: dpa


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