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Meer: Paziifikstaat verbietet zum Meeresschutz die Fischerei

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Keine Fischerei mehr im weltgrößten Meeresschutzgebiet

30.06.2014, 10:21 Uhr | t-online.de

Die Unterwasserwelt rund um die Phönixinseln im Pazifik ist berühmt für ihre intakten Korallenriffe und ihre Artenvielfalt.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Unterwasserwelt rund um die Phönixinseln im Pazifik ist berühmt für ihre intakten Korallenriffe und ihre Artenvielfalt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Eines der artenreichsten Ökosysteme der Welt liegt im Pazifik zwischen Hawaii und den Fidschi-Inseln. Die so genannte Phoenix Islands Protection Area besitzt intakte Korallenarchipele mit einzigartigen Riffen, unberührten Atollen und einem großen Fischvorkommen. Mit einer Fläche von rund 410.000 Quadratkilometern stellt die Region das weltgrößte Meeresschutzgebiet dar. Um es zu schützen, ist ab 2015 hier keine Fischerei mehr erlaubt.

Das UNESCO-Weltnaturerbe wird damit zum größten Schutzgebiet für den weltweit so begehrten Tunfisch - und zahlreiche andere Meerestiere. Experten der US-Umweltorganisation Conservation International bezeichnen den Schritt, der von Anote Tong, dem Präsidenten der Inselnation Kiribati gesetzt wurde, als bemerkenswert. Elf Prozent der exklusiven Wirtschaftszone des Landes Kiribati werden damit unter Schutz stehen. Die Inselnation lebt nicht nur selbst vom Fischfang, sondern verkauft Fischereilizenzen auch an Japan, Taiwan und China.

Armer Inselstaat wagt mutigen Schritt

"Die Einrichtung dieses riesigen Meeresschutzgebietes mit kompletten Entnahmeverbot ist eine starke und eindrucksvolle Maßnahme der Regierung von Kiribati, die Hoffnung macht, dass die Wichtigkeit des nachhaltigen Schutzes mariner Resourcen in den Köpfen von Entscheidungsträgern angekommen ist", meint Christian Wild, Meeresökologe an der Universität Bremen und dem Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT) gegenüber pressetext.de.

"Insbesondere erwähnenswert ist, dass diese Entscheidung durch ein armes Entwicklungsland getroffen wurde, das wirtschaftlich stark von der Fischerei abhängt", so der Wissenschaftler. "Hier wird ein neuer Weg gegangen, der es vorzieht, über einen langen Zeitraum stabile Fischereierträge zu ermöglichen, anstatt kurzfristig hohe Erträge." Dazu komme, dass auch der Fischereiertrag in den angrenzenden Gebieten durch ein solches Schutzgebiet erwiesenermaßen profitiert.

Korallenschutz profitiert vom Fischereiverbot

Das Schutzgebiet Phoenix Islands zählt mit seinen Korallenriffen zu einem ökologisch bedeutenden Territorium. Vorhergehende Expeditionen haben gezeigt, dass hier mehr als 200 Korallenspezies und mehr als 550 Korallenfischarten leben. Hinzu kommt noch eine große Population von Meeresschildkröten, Seevögeln, Delfinen und Walen.

"Es bleibt zu hoffen, dass es gelingt das Fischereiverbot innerhalb des riesigen Schutzareals auch durchzusetzen, und dass diese vorbildliche Maßnahme viele Nachahmer weltweit findet", resümiert Wild.

Klimawandel setzt Pazifikinseln zu

Mit einer Landfläche von nur knapp 800 Quadratkilometern, verstreut auf einer Fläche von rund fünf Mio. Quadratkilometern, zählt die Republik Kiribati zu einem der ärmsten Länder der Region. Bis auf die Insel Banaba, ragen alle anderen Atolle nur etwa zwei bis zweieinhalb Meter über den Meeresspiegel. Bodenersosion und damit verbundener Landverlust sind gravierende Probleme für die rund 100.000 Bewohner. Aufgrund des Klimawandels und des Anstiegs des Meeresspiegels wird Kiribati bis 2070 im Meer versunken sein.

Quelle: t-online.de


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