28.09.2011, 10:21 Uhr
Mit grünem Gewissen drucken. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2011 zum "Jahr der Wälder" erklärt – dennoch vernichten Industrie und Privathaushalte beim täglichen Ausdrucken nicht nur die Wälder, sondern schädigen über CO2-Ausstoß und Produktionsbedingungen von Patronen und Tinte auch das Klima. Dabei kann man mit ein paar einfachen Tricks Kosten sparen und etwas für die Umwelt tun. Wir verraten, welche Möglichkeiten von Soja-Tinte bis wieder bedruckbarem Papier bestehen.
34 Milliarden Euro wendet die Industrie in Deutschland jährlich an Druckkosten auf, wie jüngst eine Studie des britischen Wirtschaftsinstitutes "cebr" ergeben hat. Insgesamt 142 Euro haben Käufer im Jahr 2010 für einen neuen Drucker ausgegeben – Patronen und Papier noch nicht eingerechnet. Dabei kann gerade da problemlos ein Umdenken stattfinden: Viele Ausdrucke sind entweder nicht nötig oder ineffizient. Nicht umsonst finden sich am Ende zahlreicher Firmenmails mittlerweile Hinweise, wie: "Bitte bedenken Sie, ob es nötig ist, diese E-Mail auszudrucken", denn gerade hier fallen stapelweise Abfälle an, die einfach zu vermeiden sind.
Für die Herstellung einer Seite Papier ist zehn Mal so viel Energie nötig wie für das Bedrucken, so Matthias Hilbert, Regional Business Manager der DACH Desktop Printing & Supplies Group. Die Folgen unseres hohen Papierkonsums: Jeder zweite Baum, der gefällt wird, wandert in die Papierverarbeitung, so "Druckkollektiv"-Geschäftsführer Lutz Köhler in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Dabei zeigt seine Firma vorbildlich, wo man sparen kann: CO2-geprüfte Druckunternehmen berechnen auf Wunsch die Menge an Schadstoffausstoß, den ein Auftrag verursacht hat. Wer will, kauft via Zertifikat zurück, was er verursacht hat und neutralisiert den Schaden damit.
Ganz easy lässt sich der Papierverbrauch auf die Hälfte reduzieren, indem man die Duplex-Funktion des Druckers voreinstellt. So können die Seiten beidseitig bedruckt werden. Ebenso sinnvoll ist es, bei Farbdruckern das schwarz-weiß-Drucken voreinzustellen. Der Verbrauch von Farbpartikeln im Vergleich zum Schwarz ist sehr hoch und verursacht viel höhere Unkosten.
Privatverbraucher dagegen können in zwei Bereichen sparen: Tinte und Drucker. Denn herkömmliche Toner bestehen mehrheitlich aus Erdöl, dessen Förderung alles andere als umweltverträglich ist. Wie es besser geht, zeigt ein Produkt der Firma K+U Printware. Die "Freecolor Biobased"-Tinte besteht zu 30 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen wie etwa Mais und Soja. Die Kartuschen sind für verschiedene Druckermodelle verfügbar, vor allem Laserdrucker von Canon und HP werden unterstützt. Schön: Wer leere Patronen einsendet, bekommt eine Vergütung. Denn Druckmodule bieten der Industrie verschiedene wertvolle Rohstoffe und lassen sich bei richtigem Recycling auch nachhaltig weiterverwerten. Zudem entfallen die Kosten für die Entsorgung der Patronen, die üblicherweise der Verbraucher trägt.
Selbst an alternativen Drucker-Geräten wird es in den kommenden Jahren nicht mehr mangeln: Schon heute gibt es die ersten Studien für einen "Öko-Drucker". Etwa den "Eco Printer", der 2011 den "Red Dot Concept Design"-Award gewonnen hat. Das Gerät soll mit einer spezielle Tinte betrieben werden, die verschwindet, wenn sie UV-Strahlung ausgesetzt wird.
So lassen sich Dokumente ganz einfach ausdrucken und danach wieder löschen, damit das Papier weiterverwendet werden kann. Wer versehentlich mal wieder eine E-Mail ausgedruckt hat, verwendet das Papier einfach weiter. Da die Lebensspanne eines Blatt Papieres auf fünf bis sieben Recycling-Zyklen beschränkt ist, könnten so immense Mengen an Rohstoffen eingespart und damit die Umwelt effektiv geschont werden.
Ganz ähnliche funktioniert die Designstudie "Eco Printer Concept": Das Gerät druckt nicht nur, sondern löscht auch. Revolutionär dabei: Statt Tinte verwendet der Drucker das Graphit von Bleistiftminen-Resten und die Gummierung von Radiergummis. Tintenpatronen und Druckerpapier-Pakete schleppen gehören damit in Zukunft der Vergangenheit an.
Die Betrachtung des CO2-Fußabdrucks, Tinte aus nachwachsenden Rohstoffen und ein kurzer Gedanke daran, ob wirklich alles gedruckt werden muss, was auf dem Bildschirm erscheint – die Möglichkeiten, umweltfreundlicher zu drucken und auf Verschmutzung zu verzichten, werden vielfältiger. Mit Vorteilen nicht nur die Umwelt betreffend: Wer weniger druckt, spart Geld, wer seine Patronen richtig entsorgt, bekommt sogar noch welches. Nachhaltigkeit war selten einfacher umzusetzen.
Quelle: feelgreen.de
Cisswer schrieb:
am 19. Dezember 2011 um 23:31:34
Mit grünen Gewissen drucken
Brauche seit 3 Jahren kaum Papier oder Druckerfarbe es gibt PC-Programme womit man ganze Internetseiten oder
Teile und Texte speichern kann und diese auch Papierfrei per Fax oder E-Mail senden kann, vielleicht Mircosoft XP-Viewer.
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kee schrieb:
am 21. Oktober 2011 um 09:16:34
Sojatinte
Gibt's das auch in Vanille mit einer Kopfnote von Cassis????
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Jojo schrieb:
am 20. Oktober 2011 um 17:03:39
Öko
Öko hat noch nie den Geldbeutel geschont. Es hat nur alles teurer gemacht und einigen den Geldbeutel gefüllt.
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