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Nachhaltigkeitsfonds - Rendite ist nicht alles

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Nachhaltigkeitsfonds: Rendite ist nicht alles

10.11.2011, 10:27 Uhr | am (CF)

Anlagen in Nachhaltigkeitsfonds zielen nicht auf eine größtmögliche Rendite ab – stattdessen stehen ethische Aspekte im Vordergrund. Investiert wird nur in Unternehmen, die nachhaltig wirtschaften und zumeist ethische Kriterien erfüllen, die der Anleger vorher selbst festgelegt hat.

Nachhaltigkeitsfonds: Ursprung und Entwicklung

Nachhaltigkeitsfonds werden auch Ethikfonds genannt und stellen für viele Anleger eine interessante Alternative zu ausschließlich renditeorientierten Fonds dar. Der Ursprung dieser ethischen und ökologischen Kapitalanlagen liegt im 19. Jahrhundert. Vor allem finanzkräftige Anleger aus dem kirchlichen Milieu legten damals Wert darauf, dass bestimmte Branchen nicht von ihrem Kapital profitieren konnten. Sogenannte „Sin-Stock Fonds“ eingerichtet in den 1920er Jahren auf Investitionen in Unternehmen aus der Alkohol-, Tabak- oder Glückspielbranche. In den 1970er Jahren wurde der ethische Investmentfonds „Pax World Fond“ in den USA bekannt, der unter anderem aus der Protestbewegung des Vietnamkriegs entstand. In Deutschland gab es mit dem „Luxinvest Ökorent“ erst 1989 den ersten Nachhaltigkeitsfonds.

Die Qual der Wahl

Ein Nachhaltigkeitsfonds kann seinem Ziel nur gerecht werden, wenn er sich auf bestimmte Branchen konzentriert. Somit ist eine breite Streuung des Fondsvermögens in verschiedene und erfolgsversprechende Unternehmen nur schwer möglich, wie das Verbraucherportal cecu.de bestätigt. Zwar ist auch hier die Rendite-Optimierung das Ziel der Anleger, doch verschiedene Auswahlverfahren schränken die Gewinnmaximierung deutlich ein. Im Vordergrund stehen ethische oder ökologische Kriterien. Aus diesem Grund werden die Anlageziele wahlweise durch Ausschlusskriterien, eine Positivauswahl oder in Form von Themenfonds eingeschränkt. Dabei wenden die Fondsbetreiber verschiedene Methoden an. Zumeist werden im Vorfeld schon ganze Branchen ausgeschlossen.

Kleine Rendite, reines Gewissen

Das Ausschlussverfahren kann unter anderem anhand des Produktionsverfahrens vorgenommen werden: Typische Disqualifizierungen für Unternehmen sind beispielsweise Kinderarbeit, Tierversuche oder Waffenproduktion. Mittels „Best in class“-Verfahren trifft man hingegen eine Positivauswahl, anstatt Unternehmen aus einem Nachhaltigkeitsfonds auszuschließen: Man wählt ausschließlich Unternehmen mit hohen ethischen und ökologischen Standards, die auf möglichst geringe Umweltauswirkungen ihrer Dienstleistungen und Produkte achten. Zu den klassischen Sektoren zählen beispielsweise die erneuerbaren Energien.

Je umfangreicher der Ausschluss bestimmter Branchen aus dem Anlageportfolio, desto geringer ist die zu erwartende Rendite. Möchte man auf die Chance hoher Renditen nicht verzichten, kann man auf kleine Unternehmen einer boomenden Branche setzen. In diesem Fall erhöht sich allerdings das Anlagerisiko durch den sogenannten „Small Company“-Effekt: Da solche Unternehmen, wenn sie den ethischen und ökologischen Kriterien genügen sollen, meist recht klein sind, bieten sie oft nur wenige verschiedene Produkte oder Dienstleistungen an und sind somit in ihren Geschäftsfeldern eingeschränkt und unflexibel. Wer sein Geld also reinen Gewissens vermehren möchte, muss dafür eine kleinere Rendite in Kauf nehmen, sofern er kein erhöhtes Risiko tragen möchte. Hierfür bieten Nachhaltigkeitsfonds vielversprechende Optionen.

Quelle: am (CF)


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