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Nasa-Studie: Klimawandel bringt Erde ins Taumeln

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Nasa-Studie: Klimawandel bringt Erde ins Taumeln

09.04.2016, 12:57 Uhr | AP

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Erde sind enorm. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Erde sind enorm. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Erde wankt: Durch die anhaltende Klimaerwärmung könnte unser Planet zunehmend aus dem Gleichgewicht geraten. Das hat eine Nasa-Studie untersucht, die nun die Zeitschrift "Science Advances" veröffentlichte.

Die Erderwärmung hat demnach eine Kettenreaktion ausgelöst: Die höheren Temperaturen lassen das Eis von Gletschern schmelzen. Das verändert die Verteilung der Masse auf der Erde. Das wiederum hat Einfluss auf die Polarachse, um die sich der Planet dreht - sie und der Nordpol verschieben sich. Was bedeutet, dass die Erde aus dem Gleichgewicht gerät und zu taumeln beginnt.

Der Einfluss der Menschen ist "hochgradig groß"

Seit 1899 haben Wissenschaftler und Seefahrer die Lage des Pols und die Polbewegung exakt gemessen. Fast während des gesamten 20. Jahrhunderts bewegten sie sich ein bisschen Richtung Kanada. Das allerdings hat sich in diesem Jahrhundert geändert. Nun bewegen sich Nordpol und Polarachse Richtung England, wie in der Studie festgestellt wird. "Die jüngste Abweichung von der Richtung des 20. Jahrhunderts ist sehr dramatisch", sagte der führende Autor der Untersuchung, Surendra Adhikari.

Wissenschaftlern bereiten die Veränderungen wenig Sorge. Jonathan Overpeck, Professor für Geowissenschaften an der Universität von Arizona, sagte jedoch, durch die Studie werde hervorgehoben, "wie real und hochgradig groß der Einfluss von Menschen ist, den sie auf den Planeten haben".

Gigantische Eismassen gehen verloren

Seit 2003 habe Grönland im Durchschnitt mehr als 600 Billionen Pfund Eis pro Jahr verloren, sagte Nasa-Wissenschaftler Erik Ivins, zugleich Co-Autor der Studie. Das beeinflusse die Art, wie die Erde sich drehe. Es sei vergleichbar mit einem Eiskunstläufer, der ein Bein anhebe, während er sich drehe.

Darüber hinaus seien in der Westantarktis 275 Billionen Pfund Eis im Jahr geschmolzen. Adhikari sagte, das alles beschleunige das Taumeln weiter und führe dazu, die Polbewegung Richtung Osten zu verlagern.

Jianli Chen, Wissenschaftler am Zentrum für Weltraumforschung an der Universität von Texas, war der erste, der die Polbewegung auf Klimaerwärmung zurückführte. Das war im Jahr 2013. Diese neue Studie bringe seine Arbeit einen Schritt weiter, sagte er. "Es gibt keinen Grund zur Sorge. Es ist lediglich eine weiterere interessante Auswirkung des Klimawandels."

Quelle: AP


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