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Naturheilmittel, die schon Oma kannte

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Naturheilmittel, die schon Oma kannte

28.09.2011, 11:11 Uhr | Simone Blaß, t-online.de

Naturheilmittel, die schon Oma kannte. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Naturheilmittel, die schon Oma kannte. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wadenwickel, Salbeitee, Hühnersuppe: Die einfachsten Hausmittel sind immer noch die beste Medizin. Denn nicht bei jedem Leiden ist der Gang zum Arzt nötig, von schulmedizinischer Behandlung ganz zu schweigen. Vor allem bei Kindern ist die einfachste Lösung oft die Beste. Wir verraten, mit welchen Haus- und Naturheilmitteln sie gut beraten sind.

Besonders für Schwangere interessant

"Eine richtige Erkältung dauert mit Medikamenten 14 Tage und ohne zwei Wochen!" Da hat der Volksmund so seine Erfahrungen. Aber diese zwei Wochen kann man sich leichter machen, indem man in die Trickkiste unserer Großmütter greift. Seit tausenden von Jahren verwenden die Menschen, quer durch alle Kulturkreise, Kräuter, Gewürze und Pflanzen beziehungsweise deren Inhaltsstoffe zum Heilen von Krankheiten und zum Erhalten der Gesundheit. Dieses uralte Wissen macht man sich auch heute wieder verstärkt zunutze und gerade Frauen öffnen sich den alten Hausmitteln besonders dann, wenn sie ein Kind bekommen und dieses schon in der Schwangerschaft und Stillzeit vor den schädlichen Nebenwirkungen vieler Medikamente schützen möchten. Preiselbeersaft gegen Probleme mit der Blase, von der Hebamme verordnete Quarkwickel gegen Brustentzündung und Fencheltee bei Babybauchweh - die Möglichkeiten sind vielfältig und unterstützen die Heilkraft des eigenen Körpers.

Salbei und Co.

Die Kamille ist wohl die bekannteste deutsche Heilpflanze. So manch einen erinnert schon allein der Geruch von Kamillentee an seine Kindheit - nicht immer mit den erfreulichsten Assoziationen. Man benutzt die Heilpflanze bei Bauchschmerzen genauso wie bei Erkältungen, zur Entspannung oder auch als Pflegemittel für Hautausschläge. Ähnlich bekannt sind die krampflösende Pfefferminze und der Kümmel, den man beim Kochen nicht umsonst zu blähenden Lebensmitteln wie zum Beispiel Sauerkraut hinzu gibt. Holunder- und Lindenblütentees wirken schweißtreibend und sind gut bei Fieber, Salbei wird eingesetzt bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum und das Johanniskraut hat schon so manchem über eine Winterdepression hinweggeholfen. Allerdings darf man nicht glauben, dass etwas, nur weil es rein pflanzlich ist, grundsätzlich nicht schädlich sein kann.

Überdosen meiden

Man muss unterscheiden zwischen Hausmitteln und Arzneimitteln auf pflanzlicher Basis. Typische Hausmittel sind jegliche Art von Wickel, Einreibungen und Inhalationen genauso wie bestimmte Nahrungsmittel oder Kräutertees. "Eine Überdosierung an 'heißer Milch mit Honig' oder einem 'Lindenblütentee' ist vorstellbar, aber nicht gefährlich", erklärt die Nürnberger Heilpraktikerin und Homöopathin Gudrun Barwig. "Anders hingegen sieht es bei pflanzlichen Arzneimitteln aus. Hier wird in der Regel eine Urtinktur der Pflanze verabreicht, das heißt, der Wirkstoff ist sehr konzentriert und kann in Überdosierung heftige Reaktionen hervorrufen. Die Heilwirkung einer Pflanze liegt in ihrer Drogenwirkung oder auch in ihrem 'Gift', wie Paracelsus schon erkannte. Und dass dieses Gift wohldosiert sein muss, erklärt sich von selbst."

Sonderfall Kind

Gerade kleine Kinder fangen sich oft so einiges ein, schließlich muss ihr Immunsystem in den ersten Lebensjahren ja auch erst einmal eine ganze Menge über Viren und Bakterien lernen. Und so manches kann man gut mit Hilfe eines bewährten Hausmittels wieder in den Griff bekommen. Hier gibt es zahlreiche Beispiele, nur eines davon ist die Linderung durch einen Wadenwickel bei starkem Fieber. Geht es dem Kind aber trotz gesenktem Fieber nicht besser und fängt man an, sich Sorgen zu machen, dann sollte man es zur Sicherheit einem Kinderarzt vorstellen. Auch die arbeiten übrigens in vielen Fällen mit der Natur eng zusammen.

Nicht alle Hausmittel sind unumstritten

Es gibt Hausmittel, die immer wieder strittig sind. So zum Beispiel der Klassiker Cola mit Salzstangen oder gar Chips bei Magen-Darm-Problemen. Ulrich Fegeler vom Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte in Köln rät von koffeinhaltigen Getränken ab und empfiehlt Elektrolytlösungen, da Wasser allein den Verlust von Salzen und anderen wichtigen Stoffen nicht verhindert. Gudrun Barwig gibt ihm in diesem Punkt recht, hält Cola aber durchaus für ein geeignetes Hausmittel bei akuten Magen-Darm-Infekten. Allerdings in medizinischer Dosierung eingenommen, also nur löffelweise. "Durch den hohen Zuckergehalt hat Cola eine elektrolytische Wirkung - genau wie eine gute Gemüsebrühe. Bei Cola kommt allerdings noch unterstützend hinzu, dass es Phosphorsäure enthält. Diese Säure kann bei großer Schwäche oder Erschöpfung stärkend und belebend wirken. Ob Eltern ihren Kindern jedoch ein industrielles, ungesundes, koffeinhaltiges Softgetränk verabreichen wollen, müssen sie selbst abwägen. Alternativ dazu kann wunderbar homöopathisch gearbeitet werden - die Phosporsäure gibt es nämlich auch ohne Cola in Globuliform!"

Bei Zweifeln beraten lassen

Allerdings muss auch bei homöopathischen Mitteln vor einer Überdosierung gewarnt werden. Ebenso nicht ungefährlich sind übrigens ätherische Öle, vor allem für Babys und Kleinkinder, da es zu akuter Atemnot aber auch zu Hautreaktionen und Übelkeit kommen kann. Am besten ist, man erkundigt sich auch bei scheinbar harmlos wirkenden Mitteln vorher genau bei jemandem, der sich auskennt. Das kann ein Heilpraktiker oder Homöopath sein, aber auch in der Apotheke bekommt man oft schnell nützliche Tipps.

Quelle: Simone Blaß, t-online.de


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