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Neuer "Adlerhorst" – Spektakulärer Baumturm entsteht auf Rügen;

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Eindrucksvolles Naturerlebnis im Baumturm

29.03.2012, 12:38 Uhr | tze, dapd

Wie ein Adlerhorst soll sich der Baumturm auf Rügen erheben. (Quelle: Comeo / Erlebnis Akademie)

Wie ein Adlerhorst soll sich der Baumturm auf Rügen erheben. (Quelle: Comeo / Erlebnis Akademie)

Naturerlebnis in luftiger Höhe: Auf der Insel Rügen wird rund um eine mächtige Buche ein 40 Meter hoher, begehbarer Baumturm errichtet. Die Aussichtsplattform ist der Höhepunkt eines 1250 Meter langen Baumwipfelpfades und Attraktion des "Naturerbe Zentrums Rügen", das Mitte 2013 eröffnet werden soll.

Imposanter Panoramablick über den Wipfeln

Ab Juni soll der Baumturm in die Höhe wachsen, teilt die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit. Die Entwürfe des Architekten Josef Stöger zeigen ein imposantes Gerüst, das einem Adlerhorst nachempfunden ist. Der Turm umschließt eine alte Buche. Auf einem spiralförmigen Gang im Innern wandeln die Besucher bis zur Wipfelhöhe hinauf und erfahren an Lehrstationen Wissenswertes über die im Wurzelwerk, am Stamm und in der Baumkrone lebenden Tiere.

Bei einer geringen Steigung von nur maximal sechs Prozent ist der Baumwipfelpfad auch für Kinderwagen und Rollstuhlfahrer bequem zu erklimmen. Oben angekommen, wird sich ein imposanter Ausblick über den Buchenwald und die Prorer Wiek hinaus auf die Ostsee bieten.

Spannende Naturkunde unter begrüntem Dach

Angrenzend entsteht das Informationszentrum, in dem die unterschiedlichen Landschaften von Deutschlands größter Insel in Dauer- und Wanderausstellungen vorgestellt werden sollen. Dem Entwurf zufolge wird sich der 900 Quadratmeter große Gebäudekomplex mit begrünten Flachdächern harmonisch in die umgebende Waldlandschaft einfügen.

Das Naturerbe Zentrum Rügen wird gemeinsam von der Deutsche Bundesstiftung Umwelt und der "Erlebnis Akademie" errichtet, einem Unternehmen aus Bad Kötzting, das sich auf Erlebnispädogogik spezialisiert hat und auch den populären Baumwipfelpfad im Nationalpark Bayrischer Wald betreibt.

Einzigartiges Miteinander dreier Ökosysteme

Die DBU Naturerbefläche Prora vereint die drei Ökosysteme Wald, Offenland und Feuchtgebiet. "Wir wollen in Prora nicht nur wegweisenden Naturschutz praktizieren. Wir wollen die Inselbesucher auch an die vorhandenen Naturflächen heranführen und für den Wert der Bewahrung des Nationalen Naturerbes sensibilisieren", erklärte DBU-Abteilungsleiter Ulrich Witte bei der diesjährigen Tourismusmesse ITB in Berlin.

Vom Militärgelände zum Naturschutzgebiet

Das Naturbildungszentrum entsteht auf dem Gelände des früheres Militärgeländes Prora, das mittlerweile als Nationales Naturerbe anerkannt ist. Um Baufreiheit zu schaffen, mussten im Umfeld des denkmalgeschützten Alten Forsthauses Prora zum Teil alte Baumbestände und eine Allee gefällt werden.

Die Abholzung stieß bei Umweltschützern inzwischen auf Kritik. Jedoch betont der DBU, dass keine Naturschutzfläche geopfert worden sei. Das verwaiste Forsthaus will die DBU in Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde sanieren und selbst zu einem Verwaltungsgebäude mit Unterkunft beispielsweise für Freiwillige im ökologischen Jahr umfunktionieren.

Unberührte Buchenwälder umgeben Prora

Die DBU hatte im Frühjahr 2009 die 1900 Hektar große Liegenschaft Prora/Stedar-Pulitz vom Bund übernommen. Das Terrain war zu DDR-Zeiten größtenteils militärisches Sperrgebiet und wurde kaum forstwirtschaftlich genutzt. Es wird geprägt von weitgehend unberührten Buchen- und Mischwäldern, den Halbinseln Pulitz, Thiessow und Buhlitz am Kleinen Jasmunder Bodden sowie den Feuersteinfeldern bei Mukran.

Die Natur vor dem Menschen schützen

Bundesweit übernahm die Stiftung 33 Liegenschaften, darunter allein 23 in den neuen Bundesländern. Es handelt sich um 45.000 Hektar ökologisch besonders wertvolle, früher meist militärisch oder im Bergbau genutzte Flächen. Die DBU-Tochtergesellschaft "Naturerbe" hat sich zum Ziel gesetzt, Lebensräume mit seltenen Arten durch Pflege zu bewahren, naturnahe Wälder ohne menschlichen Eingriff zu neuer Wildnis zu entwickeln, artenarme Forste in naturnahe Wälder zu überführen und Feuchtbiotope ökologisch aufzuwerten.

Quelle: tze, dapd


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