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Neuer Reaktor macht aus Gülle Energie und Dünger

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Reaktor macht aus Schweinegülle Energie

28.11.2013, 17:24 Uhr | dpa/kma

Deutsche Forscher entwickeln einen neuen Bioreaktor.  (Quelle: imago/dpa)

Deutsche Forscher entwickeln einen neuen Bioreaktor. Die Energiequelle: Schweinegülle (Quelle: imago/dpa)

Werden Tiere in Massen gehalten, fallen riesige Mengen von Gülle an und Entsorgungsprobleme entstehen. Deutsche Forscher haben nun einen speziellen Hochleistungsbioreaktor für Schweinemist entwickelt, der aus Gülle Energie und Dünger macht.

Erfolgreiche Probezeit

Die Anlage wurde über zwei Jahre in einem Dorf bei Neubrandenburg aufgebaut und getestet. "Mit der Anlage können Abwässer aus großen Tiermastanlagen umweltgerecht entsorgt und damit das Klima besser geschützt werden", sagte der Agrarwirtschaftler Heralt Schöne von der Hochschule Neubrandenburg in Torgelow (Kreis Vorpommern-Greifswald).

Strom und Dünger sind das Ergebnis

Der Prototyp ist ein 5,5 Meter großer sogenannter Fermenter aus Edelstahl, in den automatisiert die Gülle eingeleitet wird. Die tierischen Abwässer werden durch eine Schicht faserreiches Material – in dem Fall Stroh – durchgeleitet. Dabei wird Gülle aufgespalten.
Die 15-Kilowatt-Projektanlage liefert Gas, das zu Strom verarbeitet wird, sowie die gereinigte Gülle als wertvollen Dünger, wie Schöne sagte.

Die Anlage funktioniert ohne Mais

Biogas wird immer beliebter. Während herkömmliche Biogansanlagen also mit der Zugabe von Mais betrieben werden, ist das bei dem neuentwickelten Hochleistungsbioreaktor nicht notwendig. Es muss also kein Mais für derartige Anlagen angebaut werden, was die Umwelt schont.

Abfallstoffe müssen besser genutzt werden

Das Projekt wurde mit rund 700.000 Euro durch die Schweriner Landesregierung für eine Verbundforschung der Hochschule und der ME-LE Energietechnik in Torgelow gefördert.

"Wir müssen mehr in Energiegewinnung von Rest- und Abfallstoffen einsteigen", sagte ME-LE-Geschäftsführer Dietrich Lehmann. So könnte die Nutzung von Klärflüssigkeiten ein weiterer Forschungsschritt sein. Staatssekretär im Landeswirtschaftsministerium, Stefan Rudolph fügt außerdem hinzu "Wir müssen solche Energiequellen stärker nutzen und sie nicht verpuffen lassen".

Quelle: dpa/kma


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