24.04.2012, 10:33 Uhr
Namhafte Outdoor-Firmen stehen wegen Tierquälerei am Pranger. (Quelle: Reuters)
Schon lange stehen Outdoor-Firmen mit ihrer Herstellung von Daunen-gefüllten Produkten unter strenger Beobachtung. Jetzt hat sich die Lage zugespitzt: Der Tierschutzverein VIER PFOTEN hat das Outdoor-Label North Face mit dem Vorwurf der Tierquälerei konfrontiert. Dafür liegt dem Verein eigens recherchiertes Beweismaterial vor. Es geht dabei um die Nutzung von Daunen sogenannter Graugänse, die in qualvoller Käfighaltung ihr Dasein fristen und brutal gemästet werden.
Wie der Tierschutzverein VIER PFOTEN mit der britischen "Sunday Times" enthüllt, soll das Outdoor-Label North Face Gänsedaunen aus Tierquälerei verwenden. Die nutzt die US-amerikanische Firma Gänsedaunen aus der ungarischen Stopfmast. Auch Prominente wie Angelina Jolie, Cameron Diaz, Anne Hathaway und Renee Zellweger tragen North Face.
VIER PFOTEN ruft Prominente und Konsumenten deshalb zum Boykott der North Face-Jacken auf. Bis der Konzern seine Daunen-Zulieferungen umstellt, kann man die Kleidung nicht ohne ethische Bedenken kaufen. Graugänse werden in Ungarn meist in engen Käfigen gehalten und mehrmals am Tag brutal gestopft, um aus ihren verfetteten Lebern "Foie Gras", also Gänseleberpastete herzustellen.
Jahrelang hat North Face behauptet, seine Daunen seien ethisch korrekt produziert. Nachdem VIER PFOTEN den Konzern nun mit Recherche-Material konfrontiert hat, gaben sie die schmutzige Wahrheit über ihre Daunen zu", berichtet Kampagnenleiter Marcus Müller. Der Tierschutzverein vermutet, dass der Konzern aus Profitgier handelt. Denn Daunen aus der Stopflebermast sind billig: Eine gute Quelle um hohen Profit aus teurer Outdoor-Kleidung zu schlagen.
"Da North Face jahrelang über die Stopfleber-Daunen gelogen hat, fragen wir uns, ob die Firma vielleicht auch Daunen aus Lebendrupf verwendet", so Müller. "Diese unglaublich barbarische Methode wird in Ungarn noch immer gerade von den Stopfmastfarmen betrieben. Gänse werden dort mehrmals im Leben gerupft, haben blutige Wunden und gebrochene Flügel, einige Tiere überleben die qualvolle Prozedur nicht."
Doch North Face ist nicht der einzige Outdoor-Hersteller, der im Fokus von Tierschützern steht. VIER PFOTEN geht davon aus, dass fast alle Outdoor-Firmen Daunen aus der Stopflebermast verwenden: So hatte erst vor kurzem der Outdoor-Hersteller Patagonia zugegeben, für seine Produkte graue Daunen zu verwenden. Die Farbe der Daunen verrät viel über ihre Herkunft: "Weiße Gänse werden in Ungarn zur Fleischproduktion gemästet, sie leben meist in Freilandhaltung."
"Graue Gänse dagegen leiden zumeist in engen Käfigen und werden brutal gestopft", so Müller. Stopfmast ist so tierquälerisch, dass sie in den meisten EU-Ländern verboten ist. In Kalifornien, dem Heimatstaat des Outdoor-Giganten North Face, ist nicht nur die Produktion, sondern auch der Verkauf von Stopfleber verboten. "Doch der Leber-Verkauf macht nur einen Teil der Einnahmen dieser tierquälerischen Industrie aus", erklärt Müller. "Mit dem Verkauf der Daunen erhöht sich der Profit pro Tier um ca. 15 Prozent."
Die ungarische Stopfleberproduktion ist nicht nur aus Tierschutz-Sicht problematisch. Für das Luxusprodukt werden Unmengen an Mais, Wasser und Energie verschwendet. Die Fäkalien der Stopfgänse belasten den Boden, die Luft und das Grundwasser. "Dass North Face seine Jacken mit einem 'grünen' Öko-Image bewirbt, ist vor diesem Hintergrund eindeutig als Verbrauchertäuschung zu sehen", kritisiert Müller.
Der Verein fordert North Face dazu auf, die Verwendung von grauen Daunen umgehend zu stoppen. Bereits produzierte Jacken sollten umgehend mit einem "Vorsicht Tierquälerei"-Label gekennzeichnet werden. Angelina Jolie und weitere Prominente wurden aufgefordert, öffentlich Stellung gegen die Tierqual bei North Face zu beziehen.
Quelle: feelgreen.de
Peter schrieb:
am 8. April 2012 um 21:39:43
Outdoor-Firmen täuschen Verbraucher
In Daunenbettwäsche schlafe ich bereits seit 10 Jahren ob ich mit dem Kauf Tierquäler unterstütz habe
weiß ich nicht. Was Outdoorbekleidung angeht, habe ich bis heute noch keine schlechten Erfahrungen mit synthetischen Füllungen gemacht weder hier im Inland in der HH war es diesen Winter ja eisig kalt oder während meines USA Urlaub vor 2 Jahren. Wer wirklich drauf angewiesen ist, sollte sich sehr gut über die Herkunft der Daunen informieren Möglichkeiten bestehen mit Sicherheit.
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Tina schrieb:
am 5. April 2012 um 18:46:15
Tierquälerische Dauen
Tja, daß wundert mich (leider) überhaupt nicht. Das ist auch der Grund, warum ich keine Jacken und Bettdecken aus
Daunen habe. Solch eine Alptraumindustrie zu unterstützen, nur damit ich eine "In"-Jacke trage - wie arm ist das denn??!!
Da lob´ ich mir doch Microfasertextilien, dafür muß wenigstens kein lebendes Wesen für leiden!
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Marina schrieb:
am 4. April 2012 um 20:11:57
Tierquälerei
Froschschenkel - werden den Fröschen bei lebendigem Leib ausgerißen -, Schildkrötensuppe - bei lebendigem Leib wird
reingeschnitten -, in China wird das Fell dem Hund ohne Betäubung abgezogen - Gänsemast/Stopfmast. Für Angorawolle und Daunen werden das Fell/die Federn einfach ausgerißen. Katzenfellmäntel gibt es auch.
Und sowieso leiden Kühe und Schweine jeden Tag beim Transport sowie im Schlachthof. Wer gibt dem Menschen das recht, so zu handeln, wiederlich.
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