20.02.2012, 10:59 Uhr | pg (CF)
Beim Teppichkauf haben Sie nicht nur die Wahl zwischen verschiedenen Mustern und Farben, sondern auch zwischen Öko-Teppich oder Kunstfaser. Wer sich für einen nachhaltig produzierten Teppich entscheidet, tut nicht nur der Umwelt etwas Gutes, sondern auch seiner Gesundheit.
Von Teppichen kann im Haushalt eine erhebliche Gesundheitsgefahr ausgehen: So warnt zum Beispiel der "Bundesverband für Umwelt und Naturschutz" (BUND) davor, dass einige Teppiche gesundheitsgefährdende Stoffe ausdünsten können. "Ich gebe deshalb Teppichen, die aus nachwachsenden Rohstoffen stammen und nachhaltig produziert werden, grundsätzlich den Vorzug", so Heribert Wefers, technischer Referent beim "BUND", gegenüber der "Berliner Zeitung". Kunstfasern seien oft viel stärker mit Chemie belastet.
Um giftige Ausdünstungen zu meiden, sollten Sie daher nach Öko-Teppichen Ausschau halten. Sie sind nicht nur besser für die Gesundheit, sondern werden auch nachhaltig produziert und schonen so die Umwelt.
Teppiche aus umweltfreundlichen Materialien bestehen zum Beispiel aus Wolle, Ziegenhaar, Kokos oder Sisal. Alle diese Materialien sind nachwachsende Rohstoffe. Daneben gibt es auch ausgefallene Öko-Teppiche beispielsweise aus Brennnesselfasern oder Hanf.
Aber nicht nur auf die Naturfaser kommt es an. Beim Kauf eines nachhaltigen Teppichs müssen Sie auch darauf achten, dass der Hersteller keine Chemie einsetzt, um unter anderem den Mottenfraß bei Wolle zu verhindern. Das Pestizid Permethrin wird dafür häufig verwendet. Umweltverträglich produzierte Teppiche erkennen Sie zum Beispiel am Siegel der Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppiche (GUT).
Die beste Öko-Bilanz haben übrigens Recycling-Teppiche – wie beispielsweise aus Flicken gefertigte Ware. Sie schaden der Umwelt am wenigsten. Aber auch hier ist Vorsicht geboten: "Manche Verwerter benutzen für die Reinigung alter Ware gefährliche Laugen und Säuren", sagt Heribert Wefers vom "BUND". Auch bei angeblich umweltfreundlichen Recycling-Teppichen sollten Sie also auf Öko-Siegel achten. Der "Blaue Engel" oder das "Step Label" garantieren Ihnen, dass Sie einen nachhaltigen, umweltfreundlichen Teppich kaufen.
Lange galten Öko-Teppiche als modische Fehlgriffe. Doch sie haben ihr verstaubtes Image längst abgelegt. Junge Öko-Teppich-Hersteller verwenden Naturmaterialien und gestalten ihre nachhaltig produzierte Ware trotzdem modern und optisch ansprechend. Übrigens sind Naturfaserteppiche nicht unbedingt teurer als die Kunstfaservariante. Ab rund 40 Euro pro Quadratmeter bekommen Sie gute Qualität.
pg (CF)
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