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Ökostrom: Gibraltar bekommt neuartiges Wellenkraftwerk

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Neuartiges Kraftwerk nutzt Wellenenergie

01.07.2014, 11:22 Uhr | ag

Öko-Strom: Gibraltar will künftig seinen Energiebedarf mit einem Wellenkraftwerk decken.  (Quelle: Eco Wave Power)

Öko-Strom: Gibraltar will künftig seinen Energiebedarf mit einem Wellenkraftwerk decken. (Quelle: Eco Wave Power)

In wenigen Jahren sollen in Gibraltar 15 Prozent des Strombedarfs aus Wellenkraft erzeugt werden. An der Südküste Spaniens planen Ingenieure ein neuartiges Wellenkraftwerk.

Gibraltar ist sonnenverwöhnt. Doch in der felsigen Region an der Meeresenge zwischen Europa und Afrika gibt es nicht genügend Platz für Solarkraftwerke. Also wird in Gibraltar der Strom zu über 95 Prozent unter Einsatz von Dieselkraftwerken gewonnen. Das sind bei rund 30.000 Einwohnern circa 150.000 Kilowattstunden.

Öko-Strom: Projektplanung durch israelische Ingenieure

Doch Dieselgeneratoren schaden der Umwelt, da sie das Treibhausgas Kohlendioxid ausstoßen. Nun setzt Gibraltar auf Alternativen. Ziel ist es, nach sechs Jahren 15 Prozent des Energiebedarfs durch Strom aus Wellen zu erzeugen. 

Der Bauauftrag ging an das israelische Unternehmen Eco Wave Power (EWP). Bei der Anlage handelt es sich um das erste großtechnische Kraftwerk seiner Art, das im Dauereinsatz sein wird. Bislang gab es lediglich Versuchsanlagen. Im Gegensatz zu Wasserkraftwerken in Stauanlagen, die vor allem die Bewegungsenergie des abfließenden Wassers nutzen, nutzt dieses System die Energie der Wellen zur Gewinnung von elektrischem Strom.

Schwimmkörper leiten Energie zum Kraftwerk

Vorgelegt haben die israelischen Ingenieure zwei technische Varianten: den Power Clapper und den Power Wing. Beide Systeme unterscheiden sich vor allem in der Form der Schwimmkörper. Über Stangen sind diese mit dem eigentlichen Kraftwerk an Land verbunden. Durch das Auf und Ab der Schwimmkörper auf den Wellen wird eine Hydraulikflüssigkeit unter Druck gesetzt, die einen Stromgenerator an Land antreibt.

Die Verlagerung der Technik an Land hat den Vorteil, dass die Verschmutzung des Meeres etwa durch auslaufendes Öl verhindert wird.

Bei hohem Wellengang stoppt die Produktion

Um zu vermeiden, dass das Kraftwerk bei starkem Wellengang beschädigt wird, sind die Schwimmkörper mit Sensoren ausgestattet. Diese messen, wie hoch die anrollenden Wellen sind. Ab einer gewissen Höhe werden die Schwimmklappen automatisch hochgeklappt und somit vor möglichen Schäden geschützt.

Projektplaner versprechen Lebensdauer von 30 Jahren

Die Produktionskosten des Wellenkraftwerks, dessen Lebensdauer mir 30 Jahren angesetzt sind, sollen nach Auskunft von EWP nicht höher als bei anderen Kraftwerken sein. Laut Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg rechnen die Projektplaner mit Kosten von rund fünf Millionen US-Dollar. Damit läge das Kraftwerk preislich höher als vergleichbare Wind- oder Solarkraftwerke.

Erste Anlage geht schon 2015 in Betrieb

Derzeit zahlen die Einwohner Gibraltars zwischen 10 und 16 Cent pro Kilowattstunde. Zum Vergleich: In Deutschland betragen die Kosten im Durchschnitt 25 Cent pro Kilowattstunde. Gibraltars Verwaltung hat zugesagt, den Strom aus Meeresenergie über einen Zeitraum von 25 Jahren abzunehmen. Zu welchem Preis ist jedoch derzeit noch unbekannt.

Geplant ist, dass bereits 2015 die erste Anlage mit einer Leistung von 500 Kilowatt in Betrieb geht. Laut Angaben von EWP reicht das aus, um 450 Haushalte zu versorgen.

Quelle: ag


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