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Ökostrom: Herkunftsnachweisregister gestartet

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Ökostrom: Herkunftsnachweisregister gestartet

04.03.2013, 11:17 Uhr | sj (CF)

Die Bundesregierung hat das sogenannte Herkunftsnachweisregister (HKNR)etabliert. Ziel ist es, damit die Erzeugung und Auslieferung von Ökostrom genau zu dokumentieren und möglichen Betrugsfällen vorzubeugen.

Ökostrom und das Herkunftsnachweisregister: Hintergrund der Maßnahme

Mit dem Herkunftsnachweisregister für Ökostrom setzt die Bundesregierung eine EU-Richtlinie um. In dieser mit der Kennzeichnung 2009/28/EG versehenen Richtlinie wird unter anderem vorgeschrieben, dass alle EU-Mitgliedsstaaten "ein genaues, zuverlässiges und vor allem betrugssicheres System für die Herkunftsnachweise bereitstellen" müssen. Das dafür zuständige Organ in Deutschland ist das Umweltbundesamt. Alle Formalitäten dafür werden in dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelt.

Wie funktioniert der Nachweis von Ökostrom?

Durch das Herkunftsnachweisregister wird die Herstellung und der Herstellungsort von Ökostrom in einem elektronischen Dokument gespeichert. Der Erzeuger bekommt für jede Megawattstunde einen Herkunftsnachweis. Dieses Dokument wird bei Abschluss der Lieferung des Stroms an einen Verbraucher oder eine Verbraucherin für die Stromkennzeichnung verwendet und nach dieser Nutzung entwertet. Stromverbrauchern kann der Lieferant somit seinen Ökostrom nur einmal verkaufen, was eine unzulässige vielfache Vermarktung verhindert. Im Umweltbundesamt wird aber betont, dass es sich bei dem Herkunftsnachweisregister nicht um ein Gütesiegel handelt. Vielmehr stellt dieses System eine Art "Geburtsurkunde" dar, durch die der Verbraucher ablesen kann, wo die Energie genau herstammt.

Ziele der EU-Richtlinie

Mit der Etablierung dieses neuen Systems verfolgen EU und Bundesregierung mehrere Ziele. Dazu zählt unter anderem die Überwachung des Strommarktes durch eine Bundesbehörde. Des Weiteren wird dadurch eine Doppelvermarktung verhindert, die den Verbraucher zusätzlich finanziell belasten könnte. Konsumenten, die sich für Ökostrom entschieden haben, erkennen dank dem elektronischen Dokument leichter, ob es sich auch tatsächlich um Strom aus erneuerbaren Energiequellen handelt.

Anbieter von Ökostrom müssen sich bei der Vermarktung über das Herkunftsnachweisregister registrieren. Nur so ist es ihnen erlaubt, ihren Strom in der Bundesrepublik zu vermarkten. Im Gegenzug verpflichten sich die Anbieter, auf etwaige Marktprämien oder besondere Vergütungen zu verzichten. Die bisher gängige Praxis, den Strom durch Kauf umetikettieren zu lassen und die Herkunftsnachweise durch Stromverbraucher selbstständig entwerten zu lassen, soll dadurch verhindert werden. Bei dieser Methode war es den Erzeugern möglich, ihre Klimabilanz unrechtmäßig aufzubessern.

Quelle: sj (CF)


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